documenta Archiv

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Kulturhaus Dock 4
Regal im documenta-Archiv

Die Gründung des Documentaarchivs (Eigenschreibweise: documenta Archiv) geht auf eine Idee Arnold Bodes zurück. Mit der Stadt Kassel als Träger nahm das documenta Archiv am 1. Juni 1961 seine Arbeit auf.

Heute nennt sich das Archiv „documenta Archiv – für die Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts“ und hat seinen Sitz im Dock 4, dem Kulturhaus der Stadt Kassel. Seit dem 1. Januar 2016 ist es Teil der documenta und Museum Fridericianum GmbH.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Archiv beherbergt eine der umfassendsten Spezialbibliotheken für die moderne Kunst in Deutschland. Der Sammlungsschwerpunkt liegt auf dem Zeitraum nach 1945. Insgesamt umfasst die Bibliothek ca. 90.000 Bände, von denen jedoch nur weniger als die Hälfte, hauptsächlich Erwerbungen seit 1990, katalogisiert und unter verschiedenen Kriterien geordnet sind. Besondere Beachtung finden in der Bibliothek neben Künstlerliteratur Ausstellungskataloge und „graue Literatur“. Weiterhin gehören rund 120 laufende Zeitschriften zur Gegenwartskunst zum Bibliotheksbestand.

Im April 2015 teilte das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst mit, daß es den Ausbau des Archivs zu einem eigenständigen Institut mit jährlich € 500.000 unterstützen werde. Die gleiche Summe wird die Stadt Kassel zahlen, die außerdem die Räume für ein Institut zur Verfügung stellt. Die zur Verfügung stehenden Gelder werden hauptsächlich der Finanzierung von Mitarbeiterstellen dienen.[1]

Bestand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Aktenarchiv finden sich seit 1961 die kompletten Akten und Unterlagen der "Institution" documenta. Darunter auch ca. 250.000 systematisch gesammelte Zeitungsausschnitte, 150.000 Einladungskarten und Faltblätter.

Das Medienarchiv bewahrt ca. 20.000 Dias zu Werken und Künstlern der documenta 1 bis 11. Hinzu kommen 1000 Ektachrome, 7000 Schwarzweißfotos und eine im Aufbau befindliche Sammlung von 2000 Künstlerporträts. Außerdem stehen 2.000 Videotitel zur Nutzung bereit. Die erschlossene Bestände sind über die Datenbank des Hessischen Landesarchivs Wiesbaden in einem digitalen Findbuch recherchierbar.[2]

Im Mai 2006 wurde das documenta Archiv durch den Nachlass des Künstlers Harry Kramer erweitert. Der Bestand setzt sich aus persönlichen Gegenständen, Modellen, Schriften, Skizzen und Materialien zur Künstler-Nekropole zusammen. Aufbewahrt wird der Nachlass im Aschrotthaus in Kassel.

Kernaufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das documenta Archiv hat zwei Kernaufgaben für seine Arbeit definiert: erstens die Versorgung der documenta, also zum Beispiel der Leitung und der Presseabteilung, mit unterschiedlichsten Materialien; zweitens die Unterstützung der wissenschaftlichen Arbeit von Studenten, Doktoranden, Referenten und Forschern.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Cestelli Guidi, Anna: La „documenta“ die Kassel: percorsi dell´arte contemporanea, Milano 1997
  • Eichel, Hans: 60 Jahre documenta. Die lokale Geschichte einer Globalisierung, Berlin 2015
  • Eppert, Anja: Die Documenta und der öffentliche Raum: eine Darstellung anhand ausgewählter künstlerischer Arbeiten, ihrer Wirkungen und Wechselwirkungen im historischen Kontext, Kassel 2014
  • Glasmeier, Michael und Karin Stengel (Hrsg.): 50 Jahre/Years documenta 1955-2005. Archive in motion, Göttingen 2005
  • Grasskamp, Walter: Mythos documenta – ein Bilderbuch zur Kunstgeschichte. In: Kunstforum International Bd. 49, Köln 1982
  • Kimpel, Harald: documenta. Mythos und Wirklichkeit, Köln 1999 Kimpel, Harald: documenta. Die Überschau, Köln 2002
  • Kimpel, Harald (Hrsg.): Documenta emotional: Erinnerungen an die Weltkunstausstellungen, Marburg 2012
  • Harald Kimpel UTOPIEdocumenta. Unverwirklichte Projekte aus der Geschichte der Weltkunstausstellung. Verlag für moderne Kunst, Wien 2015. ISBN 978-3-903004-36-8
  • Kirschenmann, Johannes und Florian Matzner (Hrsg.): Documenta Kassel, Skulptur Münster, Biennnale Venedig, München 2007
  • Roland Nachtigäller, Friedhelm Scharf, Karin Stengel; Wiedervorlage d5. Eine Befragung des Archivs zur documenta 1972. Kassel/Ostfildern 2001 ISBN 3-7757-1121-X
  • Nemeczek, Alfred: Documenta, Hamburg 2002
  • Schwarze, Dirk: Meilensteine: die documenta 1 bis 13: Kunstwerke und Künstler, Berlin 2012
  • Schwarze, Dirk: Die Karriere einer Ausstellung - 60 Jahre documenta. In: Hessische Landeszentrale für politische Bildung. Blickpunkt Hessen, Wiesbaden 2015
  • Stengel, Karin: … nach der documenta: 50 Jahre documenta Archiv für die Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts, Berlin 2011
  • Westecker, Dieter: documenta-Dokumente 1955-1968, Kassel 1972

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jubiläumsgeschenk. Kassel erhält 'Documenta-Institut' in FAZ vom 17. April 2015, Seite 13
  2. Archivinformationssystem Hessen (Arcinsys: Suche Kommunalarchive->Stadtarchiv Kassel)