Doris Günther (Unternehmerin)

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Doris Günther (geb. Doris Birke; * 4. März 1919 in Leipzig; † 19. Dezember 2009 ebenda)[1] war eine deutsche Unternehmerin und Mäzenin.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Doris Günther übernahm 1967 nach dem Tod ihres Ehemannes Herbert Günther (1906–1967) die Leitung des Druckerei-Unternehmens, das 1906 von ihrem Schwiegervater Richard Günther (1879–1958) mit Gustav Kirstein und Reinhold Wendler in Stötteritz als „Buch- und Kunstdruckerei Günther, Kirstein, Wendler“ gegründet wurde. 1972 wurde das mittelständische Unternehmen in der DDR verstaatlicht; Doris Günther blieb Direktorin des in „Messedruck Leipzig“ umbenannten Volkseigenen Betriebes. Als dieser in den VOB Zentrag eingegliedert werden sollte, verließ Doris Günther im März 1981 den Betrieb. Sie begann bei der Evangelischen Haupt-Bibelgesellschaft zu arbeiten und wurde später die Leiterin der Leipziger Außenstelle.[2]

Nach der Wende stellte Doris Günther im Februar 1990 einen Antrag auf Rückübertragung des Betriebes. Dieser wurde befürwortet und sie gründete 1991 mit Axel Schöpa die „Messedruck Leipzig GmbH“. Das Unternehmen fertigte Druckerzeugnisse aller Art.

2002 beendete Doris Günther ihre Tätigkeit als Unternehmerin. Der „Messedruck Leipzig“ fusionierte mit dem Unternehmen „Jütte Druck“ zu „Jütte-Messedruck Leipzig“[3] 2007 wurde „Jütte-Messedruck Leipzig“ wieder zu „Messedruck Leipzig“ umfirmiert.[4] 2013 wurde dieses Unternehmen geschlossen.[5]

Familiengrabstätte Günther

Doris Günther war neben ihrer unternehmerischen Tätigkeit vielfältig gesellschaftlich engagiert. 1994 war sie Mitbegründerin der Gesellschaft Harmonie Leipzig.[2] 1999 wurde sie erstes Ehrenmitglied des „Förderkreises Thomanerchor Leipzig“.[6] 2010 wurde sie postum zur Chordame der „Stiftung Chorherren zu St. Thomae“ in Leipzig ernannt.[7] Sie war Ehrenmitglied des „Freundeskreises Grassi Museum für Angewandte Kunst“.[8]

2001 gründete sie die „Doris-Günther-Stiftung“.[9] Zweck der Stiftung ist die Förderung besonders förderungswürdiger kultureller Zwecke, der Jugendhilfe, des öffentlichen Gesundheitswesens und mildtätiger Zwecke … Die geförderten Einrichtungen und Maßnahmen sollen einen räumlichen, sachlichen und personalen Bezug zu Leipzig oder dem Umland haben.[10]

Doris Günther verstarb am 19. Dezember 2009. Sie wurde auf dem Südfriedhof Leipzig beerdigt.[6]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hausschrift der Messedruck Leipzig GmbH. Messedruck Leipzig, Leipzig 1994.
  • Hier gehör ich hin. Erinnerungen einer Leipziger Unternehmerin. In Zusammenarbeit mit Katrin Löffler. Doris-Günther-Stiftung, Leipzig 2006.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Leipziger Unternehmerin startete mit 71 nach der Wende neu und lebt in ihrer Stiftung weiter. In: Leipziger Volkszeitung. 7. Januar 2010 (Artikelanfang online auf genios.de)
  2. a b Das Jahr 2009 auf der Website der Gesellschaft Harmonie
  3. a b Messedruck Leipzig und Jütte Druck fusionieren auf print.de, 12. April 2001
  4. Aus Jütte-Messedruck wird die »Messedruck Leipzig GmbH« auf print.de, 13. August 2007
  5. Messedruck Leipzig wird geschlossen auf print.de, 12. Februar 2013
  6. a b Abschied von Ehrenmitglied Doris Günther. In: Thomaner Journal. April 2010, S. 22 (PDF; 1,6 MB)
  7. Konvent der Chorherren und Chordamen auf chorherren.de
  8. Nachruf Frau Doris Günther. In: Kurier. Freundeskreis Grassi. Nr. 21, Mai 2010, S. 8 (PDF; 65 kB)
  9. Pressemitteilung des Vereines Leipziger Jahresausstellung (PDF; 146 kB)
  10. Stiftungen bürgerlichen Rechts auf lds.sachsen.de (PDF; 202 kB)
  11. Ordensträger (Memento vom 24. September 2015 im Internet Archive) auf geschichte.sachsen.de