Dormia-Körbchen

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Das Dormia-Körbchen ist ein in der Endoskopie verwendetes Instrument zur Entfernung von Gallensteinen oder Harnleitersteinen. Auch ein durch Aspiration in die Lunge verbrachter Fremdkörper kann damit gefasst und entfernt werden, ebenso Fremdkörper die in den Magen-Darm-Trakt geschluckt wurden.

Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dormia-Körbchen besteht aus einem Draht, an dessen Ende ein aus mehreren Einzeldrähten geformtes und auseinander- und zusammenfaltbares Körbchen sitzt[1]. Über dem Draht mit dem Körbchen am Ende liegt in der Regel ein Plastik-Katheter als äußere Hülle. Durch Einziehen des Körbchens in den Katheter wird es zusammengefaltet. Durch Ausfahren aus dem Katheder wird das vorgeformter Körbchen aufgrund der Rückstellkräfte der Drahtkonstruktion auseinander gefaltet.

Anwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Platzieren des Dormia-Körbchens erfolgt durch den Arbeitskanal des Endoskops über einen Führungsdraht analog zur Seldinger-Technik, kann aber auch direkt ohne Führungsdraht geschehen. Der zu bergende Stein wird durch die weiten Drahtmaschen hindurch in das Lumen des Körbchens bewegt, das Körbchen dann langsam geschlossen. Dabei verkleinert es seinen Durchmesser und der Stein wird dadurch eingefangen und fixiert[2]. Sollte der Stein aufgrund seiner Größe nicht zu extrahieren sein, kann mit einigen dafür tauglichen Körbchen auch eine mechanische Lithotripsie erfolgen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Willibald Pschyrembel: Pschyrembel Klinisches Wörterbuch. Hrsg.: Wörterbuch-Redaktion. 259. Auflage. de Gruyter, Berlin 2002, ISBN 3-11-017213-5, S. 381.
  2. Gunther Rexroth: Gastroenterologie. Hrsg.: Gunther Rexroth. 1. Auflage. Verlag Hans Huber, Bern 2005, ISBN 3-456-84057-8, S. 578 ff.