Duarte III. Pio de Bragança

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Duarte III. Pio de Bragança

Duarte III. Pio de Bragança, vollständiger Name: Dom Duarte Pio João Miguel Gabriel Rafael de Bragança (* 15. Mai 1945 in Bern, Schweiz) ist seit 1976 Chef des ehemals königlichen Hauses Braganza und Thronprätendent von Portugal.

Leben[Bearbeiten]

Duarte ist der älteste Sohn von Duarte Nuno (1907–1976) und seiner Frau Maria Francisca Amélia Luísa Vitória (1914–1968), der Tochter von Pedro de Alcântara Luís Filipe d’Orleáns-Bragança, Prinz von Grão Pará und Elisabeth Gräfin Dobrženský von Dobrženitz. Zusammen mit seinen beiden Brüdern, Miguel Rafael Gabriel Xavier Teresa Maria Félix de Bragança (* 1946) und Henrique Nuno João Miguel von Bragança (* 1949), wuchs er in der Schweiz und Frankreich auf.

Am 27. Mai 1950 hob die portugiesische Nationalversammlung seine gesetzliche Verbannung von 1834 und 1910 auf. 1951 besuchte Duarte Portugal zum ersten Mal, begleitet von seiner Tante, Dona Filipa. Seit 1952 lebt er mit seinen Eltern und Brüdern in Portugal.

Von 1957 bis 1959 war Duarte in der Schule "Colégio Nuno Álvares" in Santo Tirso eingeschrieben. 1960 ging er auf die Militärische Universität in Lissabon. Seinen Militärdienst leistete Dom Duarte von 1968 bis 1971 in Angola ab. Er erhielt den Rang eines Leutnants zur See und arbeitete als Hubschrauberpilot in der portugiesischen Luftwaffe in Angola, das zu der Zeit in den portugiesischen Kolonialkrieg verwickelt wurde. 1972 nahm er mit einer multiethnischen angolanischen Gruppe an der Organisation einer unabhängigen Liste von Kandidaten zur Nationalversammlung teil. Das führte zu seiner Ausweisung aus Angola durch die Anordnung des Premierministers Marcelo Caetano (1906–1980). Später setzte Duarte seine Kontakte mit verschiedenen politischen Führern in den Portugiesisch sprechenden Ländern fort.

1995 gründete Nikolaus von und zu Sandizell in Portugal die Aktiengesellschaft „Arqueonautas, Arqueologia Subaquatica SA“, eine der weltführenden marinearchäologischen Unternehmen. Duarte steht der Gesellschaft als Aufsichtsrats-Präsident vor.

Osttimor[Bearbeiten]

Duarte war ein Befürworter der Unabhängigkeit von Osttimor, einer ehemaligen portugiesischen Kolonie, die durch Indonesien 1975 gewaltsam besetzt wurde. Noch bevor die politischen Führer der Welt diesen Umstand als Problem ansahen, organisierte Duarte mehrere nationale und internationale Kampagnen im Interesse Osttimors. Diese schlossen „Timor 87 Vamos Ajudar“ und „Lusitânia Expresso“ 1992 ein. 1997 schlug Duarte dem indonesischen Vizepräsidenten Bacharuddin Jusuf Habibie vor, ein Referendum zur Unabhängigkeit von Osttimor abzuhalten. 1999, nachdem Habibie Präsident Indonesiens wurde, wurde das Referendum abgehalten, das zur Unabhängigkeit Osttimors führte.

siehe auch: Geschichte Osttimors

Ehe und Familie[Bearbeiten]

Am 14. Mai 1995 heiratete Duarte im Hieronymus-Kloster in Lissabon Dona Isabel Inês de Castro Curvello de Herédia (* 22. November 1966), Tochter von Dom Jorge de Heredia und seiner Ehefrau Dona Raquel Leonor Pinheiro Cuvello. Zur Hochzeit reiste der gesamte europäische Hochadel an, und das staatliche Fernsehen übertrug die Trauung live. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor:

  • Afonso de Santa Maria Miguel Gabriel Rafael von Bragança (* 25. März 1996)
  • Maria Francisca Isabel Micaela Gabriela Rafaela Paula von Bragança (* 3. März 1997)
  • Diniz de Santa Maria Miguel Rafael Gabriel Francisco João von Bragança (* 25. November 1999)

Die Legitimisten[Bearbeiten]

Königliche Flagge von Portugal, um 1830

1834 wurde König Michael I. (1802–1866) ins Exil gezwungen. Weder er noch seine Nachkommen gaben ihren Anspruch auf den portugiesischen Thron je auf, sahen sich also als Gegenkönige zu Maria II. (1819–1853) bzw. den nach ihr regierenden Herrschern des Hauses Sachsen-Coburg-Gotha. Erst 1921 kommt es zur endgültigen Versöhnung der beiden verfeindeten Linien. Inzwischen hatte die Revolution von 1910 die Monarchie in Portugal beendet, und der letzte portugiesische König Emanuel II. (1889–1932) befand sich im Exil in England. Da Emanuel keine Nachkommen hatte, bestimmte er Duarte II. Nuno (1907–1976), einen Enkel König Michaels, zu seinem Nachfolger. Seit 1976 ist dessen Sohn Duarte III. Pio Chef des Hauses Braganza und somit theoretisch Prätendent auf den Thron, wäre Portugal noch eine Monarchie.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Duarte Pio, Duke of Braganza – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien