Eckhard Bendin

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Schema zur Helligkeits- und Farbdifferenzierung im AMC, Bendin 1991
Korrelation der Helligkeits- und Farbtondifferenzierung des AMC zu Goethes Farbkreis, Bendin 2014
Farbgeneration I der Scheintrilogie, Bendin 2007
Zwölfton-Schema des AMC zur Analogie von Helligkeits- und Farbtondifferenzierung, Bendin 1991/2010
Titel der Studienausgabe der Anthologie Zur Farbenlehre, edition bendin Dresden 2014

Eckhard Walter Bendin (* 10. Mai 1941 in Neuruppin) ist ein deutscher Architekt, Künstler und Privatdozent für Gestaltungslehre, der auch als Farbwissenschaftler, Kurator und Herausgeber wirkte.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Abschluss eines Architektur-Studiums an der Hochschule für Architektur und Bauwesen Weimar (Diplom-Arbeit 1968: Konzerthaus Leipzig) wirkte Bendin zunächst in Erfurt und Weimar als Architekt und Bauplastiker, nach zweijähriger Kandidatur und Aufnahme in den Verband Bildender Künstler der DDR (1970) leitete er von 1977 bis 1983 das Büro für architekturbezogene Kunst des Bezirks Erfurt.

1983 folgte er einem Ruf an das Institut für Grundlagen der Gestaltung und Darstellung der Fakultät Architektur der Technischen Universität Dresden und lehrte dort bis zu seiner Emeritierung 2006 als Privatdozent für Gestaltungslehre (Farben- und Formenlehre, Körper- und Raumkomposition, Bauplastik und Visual Art). Zudem unterrichtete er Farbgestaltung und Designgeschichte an der Dresdner Akademie des Handwerks.

An der Technischen Universität Dresden rief Bendin 1992 die interdisziplinäre Tagungs- und Publikationsreihe Dresdner Farbenforum ins Leben sowie 2005 die Sammlung Farbenlehre,[1] die er bis 2016 aufbaute und ehrenamtlich betreute.[2] Durch zahlreiche Beiträge als Kurator und Autor von Ausstellungen und Publikationen zur Aufarbeitung der Geschichte der Farbwissenschaft im Mitteldeutschen Raum in Verbindung mit dem Aufbau der neuen Lehr- und Forschungssammlung als fachübergreifendes Bindeglied zum historischen Bestand der Farbstoffsammlung und der Hermann-Krone-Sammlung legte er einen Grundstein zum Aufbau eines interdisziplinären Kompetenzzentrums Farbe – Licht an der TU Dresden.[3]

Nach Mitwirkung in Vorstand und Wissenschaftlichem Beirat der Wilhelm-Ostwald-Gesellschaft zwischen 2005 und 2011 sowie im Kuratorium des Deutschen Farbenzentrums seit 2012 wirkte Bendin von 2014 bis 2017 auch als Verbundpartner am BMBF-Verbundforschungsprojekt Farbe als Akteur und Speicher FARBAKS.[4]

2010 fasste er seine wissenschaftliche Arbeit in einer dreiteiligen Anthologie Zur Farbenlehre zusammen, einem Kompendium von Studien, Modellen und Texten, ergänzt durch Lehrtafeln und Farbinstrumente (Prisma, Kreisel und Kreiselscheiben). Neben dem bereits 1991 vorgestellten Analogiemodell der Farbe (AMC) zur Helligkeits- und Farbtondifferenzierung enthält das Kompendium Studien und Modelle zur Farbwahrnehmung und Didaktik, z. B. eine neue Kontrastklassifikation, Strukturuntersuchungen zur Prägnanz von Farberscheinungen sowie zu ästhetischen Konzepten. 2014 gründete er die edition bendin für Beiträge zur Farbe in Wissenschaft, Bildung und Gestaltung.

Als Künstler war Bendin in den 1960er und 1970er Jahren an Industrieformgestaltungen beteiligt (Betonformsteine und Plasterzeugnisse für das Bauwesen). In Dresden schuf er baugebundene Arbeiten und beteiligte sich an Kunstausstellungen.[5] Insbesondere durch seine späteren farbkünstlerischen Arbeiten wird er zu den Vertretern der Konkreten Kunst gezählt.

Publikationen und Referenzen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Editionen (Hrsg. / Bearb.)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dresdner Farbenforum. Vorträge. Band 1–5, Dresden 1997 (Bd. 1–3 im Schuber, 400 S.), 1999 (Bd. 4, 149 S.) und 2001 (Bd. 5, 198 S.)
  • Zu Bedeutung und Wirkung der Farbenlehre Wilhelm Ostwalds. Dokumentation zum 150. Geburtstag. Sonderheft Phänomen Farbe, 64 Seiten, Dresden; Großbothen; Düsseldorf 2003
  • Über das Sehn und die Farben. Schopenhauer-Gedenkschrift 2016. edition bendin, Dresden 2019, 80 Seiten, ISBN 978-3-00-064700-0

Monografien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sächsisches Land‐Farbenbuch. (mit A. und F. Mehnert) 156 Seiten, Dresden 2001, ISBN‐3‐932627‐15‐6
  • Zur Farbenlehre. 3-teilige Anthologie: Teil I: Studien, Modelle, Texte/ Teil II: Tafeln / Teil III: Kreiselscheiben. Die Verlagsgesellschaft GbR, Dresden 2010, ISBN 978-3-940418-48-7
  • 1019 8 Gbb 1 ‐ Grün nach Blau neigend. Zur Geschichte eines Klassikers. 100 Jahre Baumanns Neue Farbtonkarte – System Prase. Sonderdruck Dresden, Düsseldorf 2012
  • Basic Box ‘Color Cosmos’ – 50 Basiselemente zur Farbenlehre. edition bendin, Dresden 2014, ISBN 978-3-00-047068-4
  • Basisexperimente mit Kreiseln. Filmmodule zur Farbenlehre. Digipak mit DVD (93:17 Gesamtspieldauer) u. Begleitheft ‘Historischer Exkurs Farbkreisel’ (28 S.) edition bendin, Dresden 2014
  • Zur Farbenlehre. Studienausgabe. Digipak mit CD-ROM (PDF 220 S., 500 Abb.), edition bendin, Dresden 2014

Buchbeiträge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Geschichtliche Facetten zur Wissenschaft von Licht und Farbe. In: Scheurmann, K. (Hg.): rot. grün. blau. Experiment in Licht & Farbe. Ilmenau 2008, S. 62‐78, ISBN 978‐3‐9811‐758‐5‐1
  • Nachhaltige Impulse für Farbwissenschaft und Farbkunst. In: Scheurmann, K. (Hg.): color continuo 1810...2010 ‐ System und Kunst der Farbe. Dresden 2009, S. 18‐31, ISBN 978‐3‐86780‐138‐6, ebenda: Konzeptionelle Wege ‐ Generalbass und Instrumentar für eine neue Farbkunst. S. 78‐89
  • Die Sammlung Farbenlehre. In: Sammlungen und Kunstbesitz. Technische Universität Dresden. Hrsgg. vom Rektor der Technischen Universität Dresden. Dresden 2015, S. 116–127
  • Goethes Farbenlehre – Anspruch und Diskurs / Goethe’s Theory of color – Claim and Discours. In: B. Steingießer (Hg.): Taten des Lichts – Goethe & Mack. Ausstellungskatalog Goethemuseum Düsseldorf, Hatje Cantz Verlag Berlin 2018, S. 100–117, ISBN 978-3-7757-4407-2
  • Gleiches erkennt Gleiches – Annäherungen an alternative Auffassungen zum Farbsehen. In: Bendin, E.(Hg.): Über das Sehn und die Farben. Schopenhauer-Gedenkschrift 2016. edition bendin, Dresden 2019, S. 54–66, ISBN 978-3-00-064700-0

Referenzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • R. Skoda: Das Gewandhaus Leipzig. Geschichte und Gegenwart. Ernst & Sohn, Berlin 1986, S. 58–62.
  • K. Quitzsch: Zum Geleit. In: Phänomen Farbe. Dokumentation. Zu Bedeutung und Wirkung der Farbenlehre Wilhelm Ostwalds. Dresden / Großbothen / Düsseldorf 2003, S. 6.
  • E. Bergantini: Farbe im Design. Basiswissen.Cavelti Druck und Verlag, CH – Gossau 2010, S. 9, 22–25, ISBN 978-3-033-02453-3
  • J. Kühl, N. Löbe, M. Rang: Experiment Farbe. 200 Jahre Goethes Farbenlehre. Verlag am Goetheanum CH – Dornach 2010, S. 188–191, ISBN 978-3-7235-1390-3
  • K. Mauersberger: Sammlungen und Kunstbesitz Technische Universität Dresden. Dresden 2015, S. 178, S. 182, S. 191.
  • A. Furkert: Eckhard Bendin. Facetten eines Werkes. In: Deutsches Architektenblatt, Ausgabe 09/2017, S. 31.
  • K. Schultz, H. Wiedemann-Tokarz, E.-M. Herrmann (Hrsg.): Farbe räumlich denken. Birkhäuser, Basel et al. 2019, S. 119 f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Anja Bartho: Neue Sammlung Farbenlehre entsteht. In: Dresdner Universitätsjournal 20/2005. 13. Dezember 2005, S. 12, abgerufen am 22. Dezember 2020.
  2. Maria Obenaus: Raum für Farbe. In: Dresdner Universitätsjournal 4/2011. 1. März 2011, S. 12, abgerufen am 22. Dezember 2020 (mit einem Foto).
  3. Neue Sammlung Farbenlehre Kompetenzzentrum Raum | Farbe | Licht. Deutsches Farbenzentrum e.V., 19. Dezember 2018, abgerufen am 3. April 2019.
  4. Forschungsgruppen. FARBAKS – Farbe als Akteur und Speicher, abgerufen am 3. April 2019.
  5. Ausstellung über den Farbwissenschaftler Eckhard Bendin. LiTG – Deutsche Lichttechnische Gesellschaft e.V., abgerufen am 3. April 2019.