Edmund Neugebauer

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Alwin Martin Edmund Neugebauer[1] (* 18. November 1949 in Kleinalmerode, Landkreis Witzenhausen) ist ein deutscher Mediziner. Er ist Inhaber des Lehrstuhls für Chirurgische Forschung und Leiter des Instituts für Forschung in der Operativen Medizin (IFOM) an der Medizinischen Fakultät der Universität Witten/Herdecke, Campus Köln-Merheim sowie Dekan und Geschäftsführer der Medizinischen Hochschule Brandenburg.

Biographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einer Lehre als Chemielaborant am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen und einem Fachhochschulstudium zum Diplomingenieur (FH) am Fachbereich Chemie der FH Aachen studierte er an der Philipps-Universität Marburg Chemie/Biochemie. 1982 promovierte er zum Dr. rer. nat. Er habilitierte im Fach Theoretische Chirurgie nach einem weiteren Studium der Humanmedizin (cand med) im Fach Theoretische Chirurgie. 1989 folgte er einem Ruf auf die Leitung der Biochemischen und Experimentellen Abteilung am II. Chirurgischen Lehrstuhl der Universität Köln. Er folgte einem Ruf auf den Lehrstuhl der Chirurgischen Forschung der Universität Witten/Herdecke 2005. Seitdem leitet er das Institut für Forschung in der Operativen Medizin. Er war als Forschungsdekan Mitglied des Vorstandes der Fakultät für Medizin der UWH und u. a. Vorstandsmitglied des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierter Medizin, außerdem 1. Vorsitzender des Deutschen Netzwerks Versorgungsforschung (DNVF e.V.). Am 1. September 2016 wurde er zum Dekan und Geschäftsführer der Medizinischen Hochschule Brandenburg ernannt.

Er ist Autor von über 650 Publikationen, mehreren Büchern und Inhaber mehrerer Preise verschiedener medizinischen Fachgesellschaften. 2006 erhielt er die Ehrenprofessur (Prof. h. c.) von der Southern Medical School in Kanton (China). Seine Forschung wird mit Mitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), von Stiftungen und der Wirtschaft unterstützt.

Am 8. November 2016 wurde Neugebauer ein Ehrendoktorat der Universität Málaga verliehen.[1]

Themenschwerpunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entsprechend der Grundprinzipien der chirurgischen Forschung, bei der die chirurgisch behandelbare Erkrankung und das Problem des Chirurgen und seiner direkten Partner im Mittelpunkt stehen, werden drei voneinander nicht scharf trennbare Bereiche unterschieden:

  • die grundlagenorientierte Forschung
  • die krankheitsorientierte, experimentelle Forschung
  • die patientenorientierte, klinische Forschung

In den Schwerpunkten seiner wissenschaftlichen Tätigkeit sind diese Bereiche meist eng miteinander vernetzt. Sie werden im Folgenden stichwortartig dargestellt:

  1. Epidemiologie, Pathogenese, Therapie und Outcome des Neuro-/Polytraumas
  2. Sepsis- und Intensivmedizin
  3. Endoskopische Chirurgie
  4. Akuter perioperativer Schmerz
  5. Klinimetrie / Evidenz-basierte Chirurgie

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • mit T. Tecic: Outcome-Beurteilung nach Polytrauma. In: H–J. Oestern (Hrsg.): Das Polytrauma. 1. Auflage. Elsevier, München 2008, S. 302–319.
  • mit M. Maegele, S. Sauerland, B. Bouillon, U. Schäfer, H. Trübel und P. Riess: Differential immunoresponses following experimental traumatic brain injury, bone fracture and “two-hit”-combined neurotrauma. In: Inflamm. Res. 56, 2007, S. 318–323.
  • Leitlinienqualität = Evidenzqualität + Konsensqualität. In: Z.ärztl. Fortbild. Qual.Gesundh.wes. (ZaeFQ) 101, 2007, S. 83–84.
  • mit R. Wilkinson und H. Kehlet on behalf of the PROSPECT Working Group: Transferable Evidence in Support of Reaching a Consensus. In: Z.ärztl. Fortbild. Qual.Gesundh.wes. (ZaeFQ) 101, 2007, S. 103–107.
  • mit R. C. Wilkinson, H. Kehlet und S. Schug on behalf of the PROSPECT Working Group: Prospect: A practical method for formulating evidence-based expert recommendations for the management of postoperative pain. In: Surg Endosc 21, 2007, S. 1047–1053.
  • mit P. Riess, M. Molcanyi, K. Bentz, M. Maegele, C. Simanski, C. Carlitschek, B. Bouillon, J. Hescheler, A. Schneider und U. Schäfer: Embryonic Stem Cell Transplantation after Experimental Traumatic Injury Dramatically Improves Neurological Outcome, But May Cause Tumors. In: J. Neurotr. 24 (1), 2007, S. 216–225.
  • mit N. Pirente, C. Blum, S. Wortberg, S. Bostanci, E. Berger, R. Lefering, B. Bouillon und K. E. Rehm: Quality of life after multiple trauma: the effect of early onset psychotherapy on quality of life in trauma patients. In: Langenbecks Arch Surg. 392, 2007, S. 739–745.
  • To use or not to use? Polyclonal intravenous immunoglobins for the treatment of sepsis and septic shock. In: Crit Care Med. 35(12), 2007, S. 2855–2856.
  • mit Y. Vodovotz, G. Clermont, C. Hunt, R. Lefering, J. Bartels, R. Seydel, J. Hotchkiss und S. Taásan: An G. Evidence-based modelling of critical illness: an initial consensus from the Society for Complexity in Acute Illness. In: Journal of Critical Care. 22, 2007, S. 77–84.
  • mit R. Rossaint, V. Cerny, T. J. Coats, J. Duranteau, E. Fernández-Mondéjar, G. Gordini, P. F. Stahel, B. J. Hunt und D. R. Spahn: Key Issues in Advanced Bleeding Care in Trauma. In: Shock. 26 (4), 2006, S. 322–331.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b La Universidad de Málaga inviste al médico Edmund Neugebauer Doctor Honoris Causa, La Vanguardia, 7. November 2016, abgerufen am 8. Dezember 2016.