Edmund Stengel (Romanist)

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Edmund Stengel (* 5. April 1845 in Halle (Saale); † 3. November 1935 in Marburg[1]; vollständiger Name: Edmund Max Stengel) war ein deutscher Romanist.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Edmund Stengel studierte in Bonn bei Friedrich Diez und Nikolaus Delius und promovierte 1868 mit der Arbeit Vocalismus des lateinischen Elementes in den wichtigsten romanischen Dialecten von Graubünden und Tyrol, aufgestellt und unter Herbeiziehung der verwandten romanischen Sprachen durch zahlreiche Beispiele belegt. Er erhielt 1873 an der Universität Marburg eine Doppelprofessur für englische und romanische Philologie und 1880 eine Professur für romanische Philologie. 1896 ging er als Nachfolger von Eduard Koschwitz (der sein Nachfolger in Marburg wurde) an die Universität Greifswald, wo er 1913 emeritiert wurde. Ferner war er Mitglied des Kreistages und von 1897 bis 1919 Mitglied im Greifswalder Bürgerschaftlichen Kollegium. Von 1907 bis 1911 vertrat er als Abgeordneter des Wahlkreises Rügen die Freisinnige Volkspartei im Deutschen Reichstag und war Redakteur der Zeitschrift des Vereins zur Abwehr des Antisemitismus. Im Jahr 1913 wurde er Geheimer Regierungsrat. Er war der Vater von Edmund E. Stengel und Walter Stengel.

Joseph Hengesbach und Otto Böckel promovierten bei ihm.

Er war seit 1880 Mitglied der Marburger Burschenschaft Rheinfranken.[2]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Codex manu scriptus Digby 86. Halis 1871.
  • Mittheilungen aus französischen Handschriften der Turiner Universitäts-Bibliothek. Halle (Saale) 1873.
  • Li Romans de Durmart le Galois. Stuttgart 1873. Nachdruck Amsterdam 1969.
  • Das altfranzösische Rolandslied. Heilbronn 1878.
  • Die beiden ältesten provenzalischen Grammatiken. Marburg 1878. Nachdruck 1971.
  • Wörterbuch der ältesten französischen Sprache. Marburg 1882.
  • La Cancun de saint Alexis. Marburg 1882.
  • Erinnerungsworte an Friedrich Diez. Marburg 1883.
  • Beiträge zur Geschichte der romanischen Philologie in Deutschland: Festschrift für den ersten Neuphilologentag Deutschlands zu Hannover. Marburg 1886.
  • Chronologisches Verzeichnis französischer Grammatiken vom Ende des 14. bis zum Ausgange des 18. Jahrhunderts. Jena 1890. Neu herausgegeben mit einem Anhang von Hans-Josef Niederehe. Amsterdam 1976.
  • Die altprovenzalische Liedersammlung c der Laurenziana in Florenz. In: Wissenschaftliche Beilage zum Vorlesungsverzeichnis der Universität Greifswald. Winter 1899/1900. (Digitalisat in der Digitalen Bibliothek Mecklenburg-Vorpommern)
  • Die ältesten französischen Sprachdenkmäler. Marburg 1901.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Helge Dvorak: Biographisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft. Band I: Politiker. Teilband 8: Supplement L–Z. Winter, Heidelberg 2014, ISBN 978-3-8253-6051-1, S. 317–318.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. siehe Hessisches Staatsarchiv Marburg (HStAMR Best. 915 Nr. 5747 S. 53)
  2. Ernst Elsheimer (Hrsg.): Verzeichnis der Alten Burschenschafter nach dem Stande vom Wintersemester 1927/28. Frankfurt am Main 1928, S. 507.