Ehrenhof (Schloss)

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Der Ehrenhof (franz. Cour d’honneur) ist der vom Corps de Logis und den Seitenflügeln dreiseitig umschlossene Empfangshof, der im französischen Schlossbau der Renaissance entwickelt worden war und vor allem für symmetrische Schlossanlagen des Barock charakteristisch ist. Die vierte Hofseite wird häufig von einem Gitter oder einer Mauer mit Toreinfahrt in der Mittelachse begrenzt. Die Bezeichnung leitete sich von der Tatsache ab, dass der Zugang zum Schloss über den Hof in der Regel nur besonderen Würdenträgern gestattet war.

Ehrenhöfe wurden als Repräsentationselement später auch in weiteren Profanbauten realisiert. Die Marineschule Mürwik erhielt einen Ehrenhof zur Wasserseite,[1] auf dem ursprünglich eine Statue von Kaiser Wilhelm II. stand, der 1910 den Bau im Stil der Ordensburg Marienburg für die Marine errichten ließ. In Düsseldorf trägt des Weiteren ein Ausstellungskomplex der 1920er Jahre, der heute als Kulturforum genutzt wird, den Namen Ehrenhof. Ein weiteres Beispiel ist die Neuen Reichskanzlei in Berlin, die in der Zeit des Nationalsozialismus gebaut worden war. Auch das neue Bundeskanzleramt in Berlin hat einen Ehrenhof zum Empfang von Staatsgästen.

Beispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lutz Wilde: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein. Band 2, Flensburg, S. 534