Eiderwerft

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Eiderwerft
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Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1869/1904
Auflösung 1924
Auflösungsgrund Konkurs
Sitz Tönning
Branche Werft und Maschinenfabrik
Aktie der Eiderwerft
Dreimastschoner Wedle von 1891, Bau-Nummer 6 der Werft Schömer & Jensen (Tönning); (aus dem Skizzenbuch von Hans von Petersen)
Das 1908/1909 von der Eiderwerft gebaute ehemalige Feuerschiff Elbe 3

Die Eiderwerft ist eine ehemalige Werft in Tönning. Sie ging 1904 aus der Umwandlung der Werft Schömer & Jensen hervor. Das Unternehmen, von dem unter verschiedenen Namen neben Schiffen auch Schwimmdocks und Maschinen gebaut wurden, wurde 1924 als Werk Tönning der Norddeutsche Union-Werke geschlossen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wilhelm Schömer und Wilhelm Jensen gründeten 1869 in Tönning eine Reparaturwerkstatt, aus der sich 1890 die Werft Schömer & Jensen entwickelte. 1904 entstand daraus die Eiderwerft A.G. Sie firmierte von 1910 bis 1917 als Tönninger Schiffswerft und Maschinenfabrik GmbH und hieß von 1917 an Schiffswerft und Maschinenfabrik Hansa AG. 1920 erfolgte die Umbenennung in Eiderwerft AG und ab 1921 wurde sie als Werk Tönning von den Norddeutsche Union-Werken mit Hauptsitz in Hamburg übernommen. Das Werk wurde 1924 geschlossen.

Bauprogramm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauprogramm von Schömer & Jensen ab 1890[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Werft Schömer & Jensen wurden ab 1890 Schleppdampfer auf eigene Rechnung, Barken, Schoner und Barkentinen gebaut. Ab 1894 kamen auch Behördenschiffe wie Zolldampfer, Bereisungsdampfer, Tonnenleger und Dampfbarkassen dazu. Seeleichter und Frachtdampfer bis 1500 BRT wurden ab 1900 abgeliefert und bildeten bis 1904 das wesentliche Bauprogramm.

Bauprogramm der Eiderwerft ab 1904[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Eiderwerft A.G. wurden ab 1904 sechs Frachtdampfer um 1000 BRT für die Reederei H. C. Horn in Schleswig abgeliefert. Bis 1909 nahm die Vermessung der Neubauten auf rund 2600 BRT zu. Außerdem entstanden ab 1907 Fischdampfer für viele Reeder aus dem Inland wie die Dithmarschen, die im Ersten Weltkrieg als Vorpostenboot eingesetzt wurde.

So entstanden 1908 auch zwei Neubauten für die 1908 mit Unterstützung durch Albert Ballin und durch den Bankier Max Warburg gegründete Cuxhavener Hochseefischerei AG. Mit dem Startkapital von 2,2 Mio. RM wurden 13 Fischdampfer erworben, 11 gebrauchte und die zwei Neubauten Senator Predöhl und Senator Schröder von der Eiderwerft.

Der Werftbetrieb wurde wegen der Werftenkrise von 1909 bis 1914 eingestellt. Ab 1915 wurde der Betrieb als Tönninger Schiffswerft und Maschinenfabrik weitergeführt.

Bauprogramm der Tönninger Schiffswerft, Schiffswerft und Maschinenfabrik Hansa und als Werk der Norddeutschen Union[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter dem Namen Tönninger Schiffswerft und Maschinenfabrik wurden ab 1916 ein Baggerprahm, ein Schwimmdock für eigene Rechnung und ein Schwimmdock für Großbritannien abgeliefert.

Als Schiffswerft und Maschinenfabrik Hansa wurden für die Kaiserliche Marine sechs Fischdampfer und für die Reichsmarine zwei Fischdampfer mit einer Vermessung von rund 250 BRT abgeliefert. Sie wurden als Vorpostenboote eingesetzt bzw. umgerüstet. Ab 1920 wurden die drei Minensuchboote M150 bis M152 abgeliefert,[1] die später als Motorfrachtschiffe für Kieler und Hamburger Reeder Verwendung fanden.

1922 und 1923 wurden als Werk der Norddeutschen Union vier Frachtdampfer für die Reederei Neue Dampfer-Compagnie in Stettin gebaut. Das letzte Schiff mit der Baunummer 115, der Fischdampfer Otterndorf, wurde aufgrund der Werftschließung von der Schloßwerft Holtz zu Ende gebaut.

Die Werft wurde 1924 geschlossen und später abgerissen. Auf dem Gelände wurde 1933 ein Seefliegerhorst errichtet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erich Gröner u.a.: Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945, Bd. 8/1: Flußfahrzeuge, Ujäger, Vorpostenboote, Hilfsminensucher, Küstenschutzverbände, München 1993, Bd. 8/1, S. 176f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Minensuchboot 1916, German Naval History.

Koordinaten: 54° 18′ 38″ N, 8° 56′ 26″ O