Eimsbüttler Park „Am Weiher“

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Eimsbüttler Park „Am Weiher“

Der Eimsbüttler Park „Am Weiher“ ist eine ca. 1,9 ha große Parkanlage[1] im Herzen des Stadtteils Eimsbüttel in Hamburg und wird von der Unnastraße mit dem Gelände der Beiersdorf AG, der Gärtnerstraße, der Straße Am Weiher mit der katholischen Kirche St. Bonifatius und der Ottersbekallee umgrenzt.

Von den Anwohnern wird er oftmals einfach nur „der Weiher“ genannt, weil er sich besonders durch einen großen Teich (Weiher) in der Mitte des Parks auszeichnet, um den sich ein gemütlicher Spazierweg schlängelt, mit Wiesenstücken und vielen Bänken. Außerdem gibt es einen Spielplatz, ein Planschbecken (nur im Sommer mit Wasser gefüllt) und seit dem Jahr 2006 auch ein Café. Früher einmal floss die Ottersbek durch das Gelände, jetzt zeugt nur noch der Weiher davon.

Der Eimsbüttler Park ist ein beliebtes Teilstück der Routen der Jogger.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Gebiet des heutigen Eimsbüttler Parks lagen im 17. Jahrhundert Fischerteiche des Klosters St. Johannis. Seit dem 18. Jahrhundert befand sich das Land im Besitz städtischer Bürger, die hier ihre Anwesen errichteten. Zuletzt gehörte es der Familie Lutteroth. 1872 kaufte der Bremer Wilhelm Carl Friedrich Büsing das Gelände, um eine Parkkolonie errichten zu lassen. Die von Zivilingenieur Westendarp erarbeiteten Bebauungspläne wurden jedoch nie realisiert.[2]

Im Zuge dieses privaten Spekulationsprojekts wurde 1875/76 der Eimsbüttler Park angelegt und 1892 als erste öffentliche Grünanlage Eimsbüttels von der Stadt übernommen.[3]

1904 ließ die Baudeputation in der östlichen Ecke des Parks ein kleines Toilettenhäuschen errichten, dessen Wände - wie für solche öffentlichen Bedürfnisanstalten üblich - teilweise massiv und teilweise als Fachwerk-Konstruktion gebaut wurden.[2] Dieses Häuschen beherbergt heute ein Cafè.

Nach dem Zweiten Weltkrieg befand sich der Park in einem schlechten Zustand, da mehrere umliegende Gebäude ausgebrannt und Bäume und Sträucher von der Bevölkerung abgeholzt und als Feuerholz verwendet worden waren. Die Stadt führte daher umfangreiche Modernisierungen durch, die bis 1952/1953 andauerten. Ein kleiner und ein großer Teich wurden zu dem heutigen Weiher zusammengefasst, die verbindende Brücke abgerissen und eine Insel, die sich im großen Teich befunden hatte, entfernt. Die ehemals verschnörkelten Uferlinien erhielten eine klare, gestraffte Kontur. Die Ottersbek, welche vorher im Süden geflossen war und ein Hygieneproblem dargestellt hatte, wurde unter die Erde verlegt. An der Ottersbekallee eröffnete man einen neuen Eingang zum Park. Der dortige Spielplatz musste weichen, wurde aber durch einen größeren ersetzt. Nach dem Kauf dreier Grundstücke in der Unnastraße entstand 1956/57 in der Nordwestecke ein zweiter Spielplatz mit Planschbecken.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Information der Hamburger Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt
  2. a b Helga Schmal: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland / 3. Bezirk Eimsbüttel / 1. Eimsbüttel und Hoheluft-West Hans Christians Verlag, Hamburg 1996, ISBN 3-7672-1251-X, S. 44.
  3. a b Sielke Salomon, Hg. von der Galerie Morgenland: Bauen und Wohnen in Hamburg-Eimsbüttel 19501968. Dölling und Galitz Verlag, Hamburg 2000, S. 166-167

Koordinaten: 53° 34′ 40″ N, 9° 57′ 36″ O