Eine Frau, die weiß, was sie will

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Eine Frau, die weiß, was sie will (auch: Manon) ist eine musikalische Komödie in zwei Akten (fünf Bildern) nach Louis Verneuil.[1] Das Buch stammt von Alfred Grünwald, die Musik schrieb Oscar Straus. Die Operette wurde am 1. September 1932 im Metropol-Theater in Berlin uraufgeführt[2]

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine ausführliche Inhaltsangabe bietet der Verleger des Werkes, Felix Bloch Erben.[3]

Inhaltsangabe zur Verfilmung von 1934[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„The story is a routine one about a hard-headed business man whose lovely young daughter feels the call of the blood of the mother, who gave up husband and child for her stage career fifteen years before. But the circumstances of the inevitable meeting of mother and daughter and the outcome of the conflict between Mr. Matisson and the great Cavallini are handled in such a way as to keep the spectators in doubt until the last minute. The charming Lil Dagover is well supported by the blonde Maria Beling, the dashing Adolf Wohlbrueck and the stern Anton Edthofer. Based on one of Oscar Straus's minor operettas, the film contains several well-performed musical numbers.“[4]

Verfilmung von 1957/58 mit abweichendem Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lilli Palmer spielt in der musikalischen Verwechselungskomödie gleich zwei Rollen: Eine gutbürgerliche Lehrerin schlüpft in die Rolle ihrer verstorbenen Großmutter, einer gefeierte Revuesängerin und Lebedame, um deren Vermächtnis einzulösen.“[5]

Musiknummern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tondokumente auf Schallplatten

  • „Couplet der Ninon“, aus „Eine Frau, die weiss, was sie will“ (Oscar Straus – A. Grünwald)
    Fritzi Massary m. Orchester, Dirigent: Hans Schindler. Electrola E.G.2604 (OD 1083-III) 1932 (Youtube)
  • „Warum soll eine Frau kein Verhältnis haben?“, Chanson aus der Operette „Eine Frau, die weiß, was sie will“ (Oscar Straus – A. Grünwald)
    Fritzi Massary m. Orchester, Dirigent: Hans Schindler. Electrola E.G.2604 (OD 1084-II) 1932 (Youtube)
  • „Ich bin eine Frau, die weiß, was sie will“, Chanson aus der Operette „Eine Frau, die weiß, was sie will“ (Oscar Straus – A. Grünwald)
    Fritzi Massary m. Orchester, Dirigent: Hans Schindler. Electrola E.G.2605 (OD 1091-III) 1932
  • „Jede Frau hat irgend eine Sehnsucht“. Chanson aus der Operette „Eine Frau, die weiß, was sie will“ (Oscar Straus – A. Grünwald)
    Fritzi Massary m. Orchester, Dirigent: Hans Schindler. Electrola E.G.2605 (OD 1092-II) 1932
  • „Die Sache, die man Liebe nennt“, Lied und Tango aus der Operette „Eine Frau, die weiß, was sie will“ (Oscar Straus – A. Grünwald)
    Oscar Joost und sein Orchester. Gesang: Austin Egen. Kristall 3307 (C 2246), Berlin 1932
  • „Jede Frau hat eine kleine Sehnsucht“, Slowfox aus dem Tonfilm: „Eine Frau, die weiß, was sie will“ (Oscar Straus – Alfred Grünwald)
    Hermann von Stachow Tanzorchester mit deutschem Refraingesang: Leo Monosson. Polydor Nr. 24 823 B (1934) (Youtube)

Wiederveröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • CD „Erinnerungen an Fritzi Massary“. Label: Preiser (Naxos Deutschland Musik & Video Vertrieb). Erscheinungsdatum 1. Januar 1997,
    enthält von Oscar Straus aus: Eine Frau, die weiß, was sie will, Operette:
    Ich bin eine Frau, die weiß, was sie will 2:40 / Jede Frau hat irgendeine Sehnsucht 3:22 / Ninon, Ninon 3:05 / Warum soll eine Frau kein Verhältnis haben? 3:13 [6]
  • CD „Operetten-Träume: Die ganze Welt ist himmelblau“. Anzahl der Disks: 2. Label: Elite Special. Copyright: 1999. Erscheinungsdatum 15. November 1999,
    enthält auf Disc 1:
    „Melodien von Oscar Straus: Ich bin eine Frau, die weiß, was sie will – Na, hat die Frau nicht etwas – Die Sache, die man Liebe nennt – Das ist der letzte Walzer – Jede Frau hat eine kleine Sehnsucht“[7]

Verfilmungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Spielfilm Deutschland 1934, Regie: Victor Janson, Hauptrolle: Lil Dagover, Musik (Bearbeitung): Werner Schmidt-Boelcke[8]. Uraufführung: Deutschland 31. August 1934. Auch in Österreich und der Tschechoslowakei.[9]
  • Spielfilm Tschechoslowakei 1934, Regie: Václav Binovec, Buch: Vilém Werner und Jaroslav Mottl. Tschechischsprachige Version von „Eine Frau, die weiß, was sie will,“ D 1934.
    Originaltitel: Žena, ktera vi co chce. Uraufführung 17. August 1934. Darsteller: Markéta Krausová als Manon Cavallini, Jirí Steimar als Herr Cavallini, Truda Grosslichtová als Vera, Ružena Slemrová als Babetta[10]
  • Spielfilm BR Deutschland 1957/1958, Regie: Arthur Maria Rabenalt. Hauptrolle: Lilli Palmer, Musik (Bearbeitung): Erwin Straus. Uraufführung: 25. Februar 1958, Düsseldorf, Apollo; Erstausstrahlung im Fernsehen: 22. April 1963, ZDF.[11]

Werkgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Uraufführung spielte Fritzi Massary (1882–1969) die Titelrolle.

Die Aufführung der Operette hatte bereits 1932 unter Angriffen von Seiten der Nationalsozialisten zu leiden[12] und wurde gezielt gestört.[13]

Als Grund ist sicherlich nicht nur die Beteiligung „nichtarischer“ Autoren und Darsteller zu sehen, sondern auch das gewandelte Frauenbild darin,[14] das im Widerspruch zu dem der völkisch-nationalen Ideologie stand.[15]

Die Operette wurde nach 1933 auch in Österreich weiter aufgeführt.[16]

Im Oktober 1960 wurde sie in Wien von Karl Farkas am Raimund-Theater neu inszeniert, Zarah Leander spielte die Hauptrolle, in der sie bereits 1933 in Schweden bei der dortigen Uraufführung zu sehen gewesen war, an der Seite von Fritz Imhoff, Hannelore Cremer und Hans Unterkircher. Ab 26. Dezember 1961 spielte sie die Rolle auch in einem Gastspiel am Storateater, Göteborg.[17]

Auch in jüngster Zeit wurde die Operette in moderner Neuinszenierung wieder aufgeführt.[18]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eine Frau, die weiß, was sie will. In: Illustrierter Film-Kurier., Filmpropaganda Ges.m.b.H., Iss. 882, Wien 1934, S. 8.
  • Eine Frau, die weiss, was Sie will. In: Ill. (Czech Republic), Lichtspiel-Programm M. Schulz, Graph. Kunstanstalt A.-G., Iss. 171, 1934, S. 8.
  • Eine Frau, die weiss, was Sie will., online bei der Murnau Stiftung
  • Claude Gauteur: A propos de Louis Verneuil (1893–1952). Seguier Editions, 2007, ISBN 2-84049-496-5 (französisch)
  • Louis Verneuil: Drehbücher zu Filmen im Filmlexikon bei zweitausendeins.de
  • Oscar Straus, online bei Exil-Archiv., Else Lasker-Schüler-Stiftung: Verbrannte und verbannte Dichter-/ KünstlerInnen – für ein Zentrum der verfolgten Künste, Wuppertal
  • Oscar Straus, In: Operetten-Lexikon.
  • Carl Dahlhaus, Forschungsinstitut für Musiktheater der Universität Bayreuth unter Leitung von Sieghart Döhring (Hrsg.): Pipers Enzyklopädie des Musiktheaters. Oper-Operette-Musical-Ballett. Band 6: Eine Frau, die weiß, was sie will (1932). S. 47 (Inhaltsverzeichnis, PDF)
  • Manja Seelen: Das Bild der Frau in Werken deutscher Künstlerinnen und Künstler der Neuen Sachlichkeit. LIT, 1995, ISBN 3-8258-2531-0, S. 3.
  • Carola Stern: Die Sache, die man Liebe nennt. Das Leben der Fritzi Massary. Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 2000, ISBN 3-499-22529-8.
    • Rezension von Anke Heimberg In: literaturkritik.de, Nr. 2, Februar 2002
  • Kevin Clarke: Gefährliches Gift. Die „authentische“ Operette – und was aus ihr nach 1933 wurde.(online), In: Albrecht Dümling (Hrsg.): Das verdächtige Saxophon. (online), 20. November 2007, hier Anm. 11
  • Kevin Clarke: Aspekte der Aufführungspraxis oder: Wie klingt eine historisch informierte Spielweise der Operette? In: FZMw. Jg. 9 (2006), S. 21–75, hier: S. 25 u. 40 (online)
  • Stefan Frey: Oscar Straus „Eine Frau, die weiß, was sie will“. In: LexM. 2007 (aktualisiert am 23. Nov. 2010) (online)
  • Sophie Ebert: Operetten-Historie. Das Bordell tanzt. In: Spiegel Online Kultur. 21. Dezember 2011. (online)
  • Peter Kamber: Kurze Ansprache zur Einweihung der Gedenktafel für Fritz und Alfred Rotter. (Berlin, Theater im Admiralspalast, 4. Juli 2008) (online, PDF; 58 kB)
  • Claus J. Frankl: Was die Presse bisher schrieb, über eine Neuinszenierung von „Eine Frau, die weiß, was sie will“. 20. Februar 2006. (online)

Abbildungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Louis Verneuil (eigtl. Louis Colin du Bocage, 1893–1952) (siehe Louis Verneuil in der Internet Movie Database (englisch)) schrieb die libretti zu “Meine Schwester und ich” (Ma soeur et moi) (zusammen mit Georges Berr), zum Tonfilm “Einbrecher” (D 1930, Regie: Hanns Schwarz) und zu “Eine Frau, die weiß, was sie will” (Verfilmung von Arthur Maria Rabenalt, BRD 1958, siehe Eine Frau, die weiss, was sie will (1958) in der Internet Movie Database (englisch)).
  2. Theatertexte: Eine Frau, die weiß, was sie will (Manon) (online)
  3. (im Subvertrieb für den Musikverlag und Bühnenvertrieb Zürich AG.) (online)
  4. vgl. German War Films (online)
  5. vgl. Murnau Stiftung [1] und ausführlicher bei cinefacts.de (online), sowie bei stadtus.de (online): „Eine gutbürgerliche Lehrerin nimmt die Rolle ihrer verstorbenen Großmutter an. Diese war eine gefeierte Revuesängerin und Lebedame der Jahrhundertwende. Ihrer Enkelin hinterließ sie einen Koffer voller Operettenkostüme und zehntausend Taler sowie den Rat, mit dem ererbten Geld dem ortsansässigen Theater zu helfen, sich selbst die Hauptrolle zu geben und nach der Premiere den Autor und Komponisten des Werkes zu suchen.“
  6. Inhalt „Erinnerungen an Fritzi Massary“ nach answers.com
  7. Inhalt „Operetten-Träume: Die ganze Welt ist himmelblau“ nach amazon.de
  8. Zu den Filmen, zu denen Schmidt-Boelcke die Musik komponierte, gehören u. a. „Eine Frau, die weiß, was sie will“ (1934)
  9. vgl. Eine Frau, die weiß, was sie will (1934) in der Internet Movie Database (englisch)
  10. vgl. Eine Frau, die weiss, was sie will (1934) in der Internet Movie Database (englisch)
  11. Eine Frau, die weiß, was sie will (BR Deutschland 1957/1958, Spielfilm). In: filmportal.de. Deutsches Filminstitut; abgerufen am 24. Oktober 2016.
  12. vgl. Clarke, Aspekte „Gleichzeitig betitelten sie die nach 1900 entstandenen, aus damaliger Sicht also zeitgenössischen und überwiegend austrojudäischen Operetten von Lehár, Kálmán, Ábrahám, Granichstaedten, Leo Fall (Der fidele Bauer und Die Dollarprinzessin 1907, Die Rose von Stambul 1916, Madame Pompadour 1923) und Oscar Straus (Ein Walzertraum 1907, Der tapfere Soldat 1908, Der letzte Walzer 1920, Eine Frau, die weiß, was sie will 1932) als „Silbern“ und suggerierten damit eine Minderwertigkeit der Werke gegenüber jenen aus dem 19. Jahrhundert.“
  13. Kamber: „Die Operette „Eine Frau, die weiß, was sie will“ (Musik: Oscar Straus; Textbuch: Alfred Grünwald), die am 1. September 1932 im „Metropol-Theater“ an der Behrenstraße große Uraufführung hatte und über Monate spielte, wurde mit der Zeit auch von den sattsam bekannten Nazi-Rufen gestört.“
  14. vgl. Sophie Ebert: „Die 'Neue Frau', die berufstätig ist, die sich selbstbewusst gegen männliche Bevormundung wehrt, die traditionelle Geschlechteridentitäten schon durch ihren Kleidungsstil untergräbt, blieb nicht lediglich ein Phänomen elitärer Künstler- und Intellektuellenkreise.“
  15. vgl. dazu S. Ebert: Die neue Frau in Theater und Massenmedien der Weimarer Republik (uni-frankfurt.de) und die dort gegebenen Literaturempfehlungen zum Gegenstand.
  16. „In Berlin bereits abgespielt, wurde „Eine Frau, die weiß, was sie will“ 1933 in Wien wieder aufgenommen“.(siehe Fritzi Massary im Lexikon verfolgter Musiker und Musikerinnen der NS-Zeit (LexM))
  17. Eine Frau, die weiß, was sie will, im Artikel Bühnenrollen auf der Website von Paul Seiler: Zarah Leander-Archiv
  18. vgl. Rezension zu Frankl, 20. Februar 2006: "…die weibliche Hauptrolle der Manon Falconetti spielte damals Fritzi Massary. In der Aufführung war die legendäre Diva auf alten Fotos präsent. In Frankls kleiner Fassung der eigentlich opulenten Ausstattungsoperette genügten die Bilder als Kulisse. Der Bayreuther Regisseur hat damit quasi eine reisefertige Inszenierung kreiert, die sich ohne großen logistischen Aufwand an jedem Ort spielen lässt. Und man benötigt nur ein Klavier, das das Orchester ersetzt, und drei quirlige Sängerinnen, die von einer Rolle in die andere schlüpfen. Ob als Putzfrau mit Wischmopp und Klobürste, als umschwärmte Diva, als lispelnde Tochter Lucy oder als liebhabender Tennislehrer mit Drang zur Besenkammer…", online bei claus-j-frankl.de