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Elim-Gemeinden

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Die Elim-Christengemeinde Hannover hat ein architektonisch interessantes Gemeindezentrum

Elim-Gemeinden sind freikirchlich orientierte Gemeinden. Sie gehören konfessionskundlich zur Pfingstbewegung. Organisatorisch gehört ein Teil der deutschen Elim-Gemeinden zum Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden, die sogenannten Christengemeinden Elim hingegen zum Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden.

Die US-amerikanische Elim Fellowship und die britische Elim Pentecostal Church sind eigenständige Glaubensgemeinschaften, die sich unabhängig von den deutschen Elim-Gemeinden entwickelt haben.

Als Gründer der Elim-Bewegung gilt Heinrich Vietheer (1883–1968), dessen ursprüngliche geistliche Heimat der Gnadauer Gemeinschaftsverband (Gemeinschaftsbewegung) und der CVJM war. Hier erlebte er auch seine Bekehrung. Er engagierte sich in der Zeltmission Jakob Vetters, die sowohl von der Waliser Erweckungsbewegung als auch von der Pfingstbewegung beeinflusst war. 1906 ließ er sich in einer taufgesinnten Gemeinde taufen, worauf sich der Gemeinschaftsverband von ihm trennte. Vietheer arbeitete zunächst als freier Evangelist und gründete 1922 die „Zeltmission Berlin-Lichterfelde e. V.“ Aus ihrer Arbeit entstand 1926 in Hamburg die erste „Christengemeinde Elim“. In ihr sammelten sich Gläubige, die aufgrund ihrer charismatischen Erfahrungen oder ihrer pfingstlichen Überzeugungen in anderen Kirchen und Freikirchen abgewiesen worden waren. Diese Gemeinde gilt als Keimzelle der Elim-Bewegung.

Christus Centrum Harburg, seit 2013 Campus Süd der Elim Hamburg

Ausbreitung und weitere Entwicklungen

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In den zwölf Jahren ihrer selbstständigen Existenz entstanden in Deutschland 42 Gemeinden. Geografische Schwerpunkte waren Norddeutschland, Sachsen, Ostpreußen und Schlesien. Zu Gemeindegründungen im Ausland kam es allerdings nicht. 1938 gehörten 4589 Mitglieder zu den Elim-Gemeinden. Sie wurden von 24 hauptamtlichen Predigern betreut.

1938 schlossen sich 26 Elim-Gemeinden dem Bund der Baptistengemeinden an. Der erste Schritt zu dieser Vereinigung erfolgte im September 1937 auf einer Tagung christlicher Zeitschriftenredakteure in Wittenberg. Hier kam es zu ersten Kontakten zwischen dem baptistischen Bundesdirektor Paul Schmidt und Heinrich Vietheer, die dann in den Folgemonaten – auch unter Druck der Nationalsozialisten – zum Zusammenschluss der beiden Freikirchen führten.

1942 verbanden sich Baptisten und Elim-Gemeinden mit einem Teil der Brüdergemeinden zum Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland.

Nach Ende des „Dritten Reiches“ traten – vor allem in Westdeutschland – eine Reihe von Elim-Gemeinden aus dem Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden aus und wählten als neue geistliche Heimat den neu gegründeten Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden. Daneben existieren auch Elim-Gemeinden, die keinem Dachverband angehören und sich als „Freie Elimgemeinden“ bezeichnen.

Lehre und Praxis

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Eine eigenständige Theologie entwickelte sich in der kurzen Zeit ihrer selbständigen Existenz nur in Grundzügen im Sinne thematischer Kernpunkte des Glaubensbekenntnisses. Allerdings zeigten sich besondere Merkmale dieser freikirchlichen Bewegung:

  • Taufe von Gläubigen, Ablehnung der Kindertaufe
  • Betonung der Wirksamkeit des Heiligen Geistes: Im Bekenntnis der Elim-Gemeinden heißt es unter anderem: „Die Elim-Gemeinden sind charismatische Gemeinden (…) Es wird Wert darauf gelegt, dass seitens des Evangeliums nicht nur von der Lösung der Schuldfrage durch Jesus Christus gesprochen wird, sondern auch von der Lösung der Kraftfrage durch Jesus Christus im Heiligen Geist.“
  • Gebetsgottesdienste: Die Elim-Gemeinden legen Wert auf Gottesdienste, in denen die neutestamentlichen Geistesgaben praktiziert werden. Dazu gehören vor allem Prophetie und Zungenrede.
  • Evangelistische und missionarische Aktivitäten

Das CREDO, das Glaubensbekenntnis, umfasst 10 religiöse Themen:

  • "Bibel

Wir glauben, dass die Bibel das von Gott inspirierte und allein unfehlbare Wort Gottes ist.GottWir glauben an das Dasein des einen Gottes, der in Ewigkeit und in drei Personen war, ist und bleibt: den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist.

  • Jesus

Wir glauben an die jungfräuliche Geburt, den stellvertretenden Versöhnungstod, die leibliche Auferstehung, triumphale Himmelfahrt und beständige Fürsprache des Herrn Jesus Christus, und dass Er wiederkommt zur Entrückung seiner Gemeinde und zum Gericht.

  • Erlösung

Wir glauben an den Sündenfall des Menschen und an die Erlösung durch das Blut Jesu Christi als einziges Mittel zur Erlangung des persönlichen Heils. Dieses als Bekehrung und Wiedergeburt bekannte Erlebnis ist ein Werk des Heiligen Geistes und erfolgt aufgrund von Buße und Glauben an den Herrn Jesus.

  • Taufe

Wir glauben, dass die Taufe durch Untertauchen im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes an allen vollzogen werden soll, die rechte Buße getan haben und von ganzem Herzen an Christus als ihren Heiland und Herrn glauben. (Markus 16,16)

  • Gemeinde

Wir glauben, dass zur Gemeinde Jesu Christi alle wahrhaft Gläubigen gehören. Wir glauben, dass jeder wiedergeborene und getaufte Christ Mitglied einer lokalen biblischen Gemeinde sein soll.

  • Geistestaufe

Wir glauben an die Taufe mit dem Heiligen Geist nach Apg 2, 4.

  • Frucht

Wir glauben, dass ein wahrer Christ bestrebt ist, durch die Kraft der Erlösung ein geheiligtes Leben zu führen, und dass er an der Frucht des Geistes nach Gal. 5, 22 erkennbar ist.

  • Geistesgaben

Wir glauben, dass Gott durch Gnadengaben, Dienste und Wirkungen (1. Kor. 12, 4-6) in der Gemeinde zum Nutzen der Gemeinde wirkt, zur Ausrüstung zum Dienst und zur Erbauung und Zubereitung der Gemeinde.

  • Heilung

Wir glauben, dass die Erlösung die Heilung von Krankheit durch göttliches Eingreifen einschließt.

  • Auferstehung

Wir glauben an die leibliche Auferstehung: an eine ewige Herrlichkeit für alle, die das göttliche Heil in Jesus Christus durch Glauben annehmen, und an eine Verdammnis für alle, die Christus ablehnen."[1]

Commons: Elim-Gemeinden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Zitiert nach CREDO unser Glaubensbekenntnis auf der Website der Christengemeinde Elim in Dresden, abgerufen am 26. November 2025.