Elisabeth von Kiew

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Elisabeth von Kiew

Elisabeth von Kiew (auch Ellisiv; * 1025;[1] † nach 1066)[2] war eine Prinzessin der Kiewer Rus und die Ehefrau des norwegischen Königs Harald III. Hardråde.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Elisabeth war eine Tochter des Großfürsten Jaroslaw I. von Kiew und dessen Gemahlin Ingegerd. Im Jahr 1035 hielt Harald Hardråde, der zu dieser Zeit am Hof von Jaroslaw I. in Nowgorod diente, um die Hand von dessen Tochter Elisabeth an. Jaroslaw lehnte die Heirat ab. Darauf zog Harald ins Byzantinische Reich um dort Reichtum und Ruhm zu verdienen.[1]

Acht Jahre später begab er sich auf den Weg zurück. Laut dem Skalden Snorri Sturluson und der Saga Morkinskinna schrieb Harald zu dieser Zeit einige Gedichte, in denen er Elisabeth anpries. Bei seiner Rückkehr erlaubte Jaroslaw schließlich Haralds Heirat mit Elisabeth.[3][4][5]

Für Jaroslaw war Elisabeths Heirat mit Harald bedeutsam, da sie das enge Verwandtschaftsverhältnis zwischen den Kiewer Rus und der norwegischen Königsfamilie fortsetzte und Jaroslaw somit höhere Chancen darauf hatte, die Herrschaft über einen Teil Norwegens zu erlangen. Auch für Harald war die Heirat mit Elisabeth wichtig, weil dadurch sein Anspruch auf den norwegischen Thron gestärkt wurde.[3]

Harald zeugte mit Elisabeth zwei Töchter: Ingegerd von Norwegen und Maria Haraldsdatter.[3]

1066 begleiteten vielleicht Elisabeth und ihre Töchter Harald auf seinem Eroberungsfeldzug ins Königreich England. Er ließ sie auf Orkney an Land gehen und reiste danach ohne sie weiter zum Festland.[6] Nach Haralds Tod am 25. September ist Elisabeth nicht mehr in das Reich der Kiewer Rus zurückgekehrt und soll einen dänischen Herrscher geheiratet haben.[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Tom Holland: The Forge of Christendom: The End of Days and the Epic Rise of the West. Knopf Doubleday Publishing Group, 2009, ISBN 0-385-53020-X, S. 301, 305.
  2. a b Natalia Pushkareva: Women in Russian History: From the Tenth to the Twentieth Century. M.E. Sharpe, 1997, ISBN 0-7656-3270-5, S. 13.
  3. a b c Christian Raffensperger: Reimagining Europe: Kievan Rus’ in the Medieval World. Harvard University Press, 2012, ISBN 0-674-06546-8, S. 83–86, 107.
  4. Hugh Montgomery: The God-Kings of Europe: The Descendents of Jesus Traced Through the Odonic and Davidic Dynasties. Book Tree, 2006, ISBN 1-58509-109-X, S. 121, 135.
  5. Stefan Burmeister, Nils Müller-Scheeßel: Fluchtpunkt Geschichte: Archäologie und Geschichtswissenschaft im Dialog. Waxmann Verlag, 2010, ISBN 3-8309-7437-X, S. 53.
  6. Emma Mason, Robert Brink Shoemaker: The House of Godwine: The History of a Dynasty. A&C Black, 2004, ISBN 1-85285-389-1, S. 147.