Elise Ruepp

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Elise Ruepp (* 11. November 1790 in Zug; † 20. Oktober 1873 in Sarmenstorf), geborene Uttinger, auch genannt Lisette, war eine Schweizer Pionierin der Frauen- und Lehrerinnenbildung und Schülerin Johann Heinrich Pestalozzis.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1812 bis 1815 absolvierte sie das Lehrerinnenseminar bei Johann Heinrich Pestalozzi in Yverdon.[1] 1816 heiratete sie den Bataillonsarzt Alois Ruepp, der in Sarmenstorf eine Praxis betrieb und bereits früh starb.[2] Dieser war der Bruder von Jakob Ruepp.

Elise Ruepp produzierte nach dem Tod ihres Mannes zuerst Strohgeflechte und führte dann von 1835 bis 1853 im Arzthaus eine private Töchtererziehungsanstalt. Ab 1838 bildete sie dort auch Lehrerinnen aus.[1][2] Ruepp wurde auch «Mueterli» (=Mütterchen) genannt. Unter anderem war sie mit dem Schweizer Politiker Augustin Keller befreundet.[2]

Mädchenbildung im Aargau im 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 1831 übernahm der Kanton Aargau das Schulwesen als staatliche Aufgabe. Im Schulgesetz von 1835 waren für Mädchen aber nur so genannte Arbeitsschulen vorgesehen, in denen der Handarbeitsunterricht einen grossen Platz einnahm. Gymnasien waren den Knaben vorbehalten. Höhere Ausbildungen für Frauen boten nur private Institute an. Erst ab 1865 erhielten die Mädchen dann auch Zugang zur Bezirksschule.[3]

Unterricht am Töchterinstitut[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Lehrplan war von den Idealen Pestalozzis geprägt und auf die Rolle der Frau als Gattin, Mutter und Hausfrau ausgerichtet, enthielt aber auch wissenschaftliche Fächer.[2]

Der Unterricht begann um 6 Uhr noch vor dem Frühstück mit einer Stunde Rechnen beziehungsweise Buchhaltung. Ab 8 Uhr folgten je eine Stunde Deutsch, Geschichte oder Geographie und Französisch. Nach der eineinhalbstündigen Mittagspause folgten ab 12.30 Uhr drei Stunden Unterricht in Handarbeit, während dessen der optionale Instrumentalunterricht stattfand. Nach einer Essenspause folgten ausser mittwochs und samstags noch einmal drei Stunden Unterricht bis 7 Uhr abends und zwar in Schreiben oder Lesen, Gesang oder Zeichnen und zum Schluss Religionsunterricht oder Naturgeschichte. Nachtruhe war um 9 Uhr abends. Sonntags waren Gottesdienstbesuche und ein gemeinsamer Spaziergang bzw. bei schlechtem Wetter Musik und Spiele vorgesehen. Daneben mussten die Schülerinnen im Turnus Haushaltsaufgaben übernehmen und ein eigenes Stück Gartenland bebauen.[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Claudia Storz: Das Grösste aber ist die Liebe: Lisette Ruepp 1790–1873, s Muetterli. Baden-Verlag, Baden-Dättwil 2006, ISBN 978-3-85545-143-2.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Regula Ludi: Ruepp [-Uttinger], Elise. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  2. a b c d Staatsarchiv Aargau: Töchterschule in Sarmenstorf: Lisette Ruepp (1790–1873).@1@2Vorlage:Toter Link/193.47.122.11 (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Abgerufen am 8. Mai 2010.
  3. Staatsarchiv Aargau: Arbeitsschulen.@1@2Vorlage:Toter Link/193.47.122.11 (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Abgerufen am 8. Mai 2010.
  4. Staatsarchiv Aargau: «Nähere Auskunft über die innere Einrichtung der Erziehungsanstalt bei Fr. Lisette Ruepp geb Utinger»: Beiblatt zum Bericht an den Bezirksschulrat von Bremgarten, 1. August 1838.@1@2Vorlage:Toter Link/193.47.122.11 (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. S. 4–8.