Elusa

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Dieser Artikel behandelt die antike Stadt im Negev. Zum Hauptsitz der aquitanischen Elusaten siehe Eauze.
Weihrauchstraße – Wüstenstädte in der Negev-Wüste*
UNESCO-Welterbe
UNESCO-Welterbe-Emblem

Halutsa-05.jpg
Elusa
Staatsgebiet: IsraelIsrael Israel
Typ: Kultur
Kriterien: iii, v
Fläche: 6.655 ha
Referenz-Nr.: 1107
Region: ª Asien und Ozeanien
Geschichte der Einschreibung
Einschreibung: 2005  (Sitzung 29)

* Der Name ist auf der Welterbe-Liste aufgeführt.
ª Die Region ist von der UNESCO klassifiziert.

Elusa war eine antike Stadt im Negev beim heutigen El-Khalasa in Israel.

Die Stadt wird zum ersten Mal bei Claudius Ptolemäus erwähnt, erscheint auf der Tabula Peutingeriana und in den Briefen des Libanios. Elusa wurde etwa im 3. Jahrhundert v. Chr. von den Nabatäern gegründet und entwickelte sich zu einer wichtigen Stadt auf der Karawanenroute von Petra nach Gaza durch den Negev.

In der römischen Kaiserzeit und der Spätantike wuchs die Stadt zum urbanen Zentrum der Region. Klimatisch war die Region vom 3. bis 6. Jahrhundert durch eine Feuchteperiode begünstigt, in der sich Weinbau in großem Umfang etablierte. Bischöfe von Elusa nahmen an den Konzilen von Ephesos und Chalkedon teil; auf das Bistum geht das Titularbistum Elusa der römisch-katholischen Kirche zurück.

In byzantinischer Zeit und zu Beginn der islamischen Herrschaft war Elusa Hauptstadt des zentralen Negev. Wohl im 8. Jahrhundert wurde die Stadt aufgegeben.

Forschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt umfasst etwa 80 Hektar und wurde noch nicht systematisch ausgegraben. Probegrabungen und Surveys haben neben zahlreichen Grabsteinen und Keramik von der hellenistischen bis zur arabischen Zeit Reste eines Tempels, eines Theaters und einer Wasserleitung aufgezeigt.

Im Frühjahr 2015 führte das Archäologische Institut der Universität zu Köln in Zusammenarbeit mit dem Israelischen Antikendienst eine fünfwöchige Forschungskampagne durch. Eingesetzt wurden geophysikalische Untersuchungen, Luftbildaufnahmen, Oberflächen-Surveys und wenige Probegrabungen. Auf diese Weise konnte das Straßennetz und die Bebauungsstruktur der Stadt aufgedeckt werden. Bei den Grabungen wurden zahlreiche Begehungshorizonte erfasst, wobei eine sorgfältige Pflasterung der Straßen im spätantiken Stratum als Beleg für den Wohlstand der Stadt in dieser Zeit angesehen wird. Unterhalb der Straßen befand sich ein sehr groß dimensioniertes Abwassersystem, das Rückschlüsse auf die damalige Niederschlagsmenge zulässt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Elusa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 31° 6′ N, 34° 39′ O