Empty-Nest-Syndrom

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Klassifikation nach ICD-10
Z60 Empty Nest Syndrome (ENS) Kontaktanlässe mit Bezug auf die soziale Umgebung
ICD-10 online (WHO-Version 2016)

Mit dem eingedeutschten Begriff Empty-Nest-Syndrom (ENS, engl. empty nest syndrome) wird eine Gefühlslage von Einsamkeit und Trauer beschrieben, die sich nach dem Weggang der Kinder aus dem elterlichen Haus einstellen kann.

Symptome und Hintergründe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wörtlich in die deutsche Sprache übersetzt bedeutet „Empty-Nest-Syndrom“ Leeres-Nest-Syndrom und meint die Krisensituation, die auftreten kann, wenn im eigenen Alter ab ca. 50 Jahren die Nachkommen aufgrund ihrer Altersentwicklung und/oder einer Ausbildung aus dem elterlichen Bereich weggegangen sind. Frauen sind davon vorzugsweise betroffen, da sie bei diesem Umbruch bisher konventionellerweise eher zu Hause zurückbleiben, weil sie sich primär der Kindererziehung gewidmet und ihre etwaige eigene Erwerbstätigkeit zurückgestellt oder aufgegeben haben.

Das Syndrom ist oft von mit der eintretenden Menopause einhergehenden Umbrüchen und Veränderungen überlagert und tritt in Form häufiger auftretender psychischer Störungen und Erkrankungen, wie z. B. einer Depression, auf.

Das Empty-Nest-Syndrom kann der Vorläufer eines Abhängigkeitssyndroms, einer Sucht mit z. B. Alkohol und/oder Arzneimitteln sein. So steht es unter Umständen am Beginn einer „Arzneimittelkarriere“, wenn zur Bewältigung der Krise und für das Wohlergehen der Betroffenen Psychopharmaka verordnet werden, deren rechtzeitige Absetzung man versäumt.

Gegenmaßnahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine einfache Methode des Entgegenwirkens besteht darin, mit den Kindern im engen Kontakt zu bleiben, was durch die heutigen technischen Möglichkeiten (Skype usw.) unterstützt wird. Ebenfalls möglich sind die verstärkte Zuwendung zu eigenen Hobbys oder die Wiederaufnahme einer Arbeit. Da Kinder oftmals „Stressfaktoren“ in einer Ehe darstellen, ist das Bewusstmachen der sich mit ihrem Weggang eröffnenden Möglichkeiten von „Freiheit“ und finanzieller Entlastung eine weitere Alternative, die Krise zu überwinden.[1][2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Clay, A.R. (2003). An empty nest can promote freedom, improved relationships. Monitor on Psychology, 34(4) (abgerufen 26. Dezember 2015)
  2. Parker-Pope, T. Your nest empty? Enjoy each other. The New York Times 19. Januar 2009 (abgerufen 26. Dezember 2015)