Ephoren

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Die fünf Ephoren in Sparta. Darstellung aus dem 19. Jh. von Ludwig Löffler.

Ephoren (griech. ἔφορος, „Aufseher“) waren Beamte im antiken Sparta. Die Funktion des Ephorates ist nicht genau bekannt. Die Posten der Ephoren, die in der Großen Rhetra nicht erwähnt werden, wurden wahrscheinlich auf Drängen der Apella geschaffen, um der Macht der Gerusia und der Könige etwas entgegenzusetzen. Die Ephoren beriefen die Volksversammlung ein und organisierten die Debatten. Die Könige überließen den Ephoren Teile der zivilen Rechtsprechung. Die Ephoren traten auch als Ankläger in schweren Vergehen und staatlichen Prozessen in der Gerusie auf. Sie hatten auch religiöse Aufgaben und überwachten die Ernährung und die Gesundheit wie auch das Aussehen der jungen Männer.

Gewählt wurden die fünf Ephoren von jedermann, und es konnte sich jeder Vollbürger zur Wahl stellen. Hiervon ging ein besonderer partizipativer Reiz des ganzen Systems aus, da für andere Posten starke Beschränkungen galten (Abstammung der Könige, Alter über 60 der Geronten). Die Könige und das Ephorat waren Garanten für den Bestand des Staates, diese Aufgabe wurde zwischen diesen beiden Institutionen durch einen monatlichen Eid stets aufs Neue bekräftigt. Es wurden jedes Jahr fünf neue Ephoren gewählt. Ihre Entscheidungen fällten sie mehrheitlich in ihrem Gremium.

Dies konnte auch bedeuten, dass sich Spartas Politik jederzeit ändern konnte, wenn eine Ephoren-Stimme umschwenkte. So z.B. im Jahre 403 v. Chr., als Pausanias drei der Ephoren überredete, eine Armee nach Attika zu senden. Dies war eine totale Kehrtwendung zu Lysanders und auch der damaligen Politik Spartas[1].

Die Ephoren spielten in der Außenpolitik eine bedeutende Rolle. Sie führten die Verhandlungen mit ausländischen Delegationen und bestimmten, wer von den Gesandten vor der Apella sprechen durfte. Die Spartaner zeigten ihre Wertschätzung für die Ephoren, indem sie das laufende Jahr nach dem Vorsitzenden der Ephoren nannten. Die Ephoren wurden im Laufe der Zeit zu einflussreichen Beamten. Zwei von ihnen begleiteten auch die Könige bei deren Kriegszügen. Ob das der Überwachung des Herrschers diente, ist unbekannt.

Bereits Aristoteles stand dem Ephorat ablehnend gegenüber; er nahm an, indem ein derart einflussreiches Amt nicht nur Aristokraten offenstand, sei die Versuchung minderwertiger Bürger, sich als Ephoren durch Korruption zu bereichern, sehr hoch. Diese negative Einschätzung erwies sich bis in die Neuzeit als einflussreich; ob sie begründet ist, ist eine andere Frage.

Es sind Fälle bekannt, in denen die Ephoren schwere Strafen bis zur Verbannung gegen spartanische Könige aussprachen. Agis IV. wurde von ihnen sogar zum Tode verurteilt. Um Machtmissbrauch vorzubeugen, war die Amtszeit der Ephoren auf die Spanne von einem Jahr beschränkt, deren Verlängerung nicht möglich war. Die Ephoren genossen während ihrer Amtszeit Immunität, diese erlosch allerdings nach einem Jahr. Die Nachfolger in diesem Amt konnten die ehemaligen Ephoren dann wegen Amtsvergehen belangen. Verdiente bzw. angesehene ehemalige Ephoren konnten nach ihrer Amtszeit zum Geronten ernannt werden.

227 v. Chr. beseitigte Kleomenes III. das Ephorat, indem er auf die amtierenden Ephoren einen Anschlag verüben ließ, bei dem vier von ihnen getötet wurden. Antigonos III. Doson stellte es aber wieder her, als er nach der Schlacht von Sellasia Sparta besetzte.[2]

Unter der Herrschaft der Makedonen und später der Römer verschwand das Ephorat aus dem Leben Spartas.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Donald Kagan: The Outbreak of the Peloponnesian War. 4th printing. Cornell University Press, Ithaca NY u. a. 1989, ISBN 0-8014-9556-3, S. 29.
  2. Plutarch, Kleomenes, Kap. 8 und 30