Eric Borchard

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Eric Borchard (eigentlich Erich Borchardt, * 27. August 1886 in Berlin; † 21. Dezember 1934 in Straßburg, nach anderen Quellen 30. Juli 1934 in Amsterdam) war Klarinettist, Altsaxophonist und Bandleader. Er gilt als deutscher Jazzpionier.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Borchard gründete, nachdem er aus den USA, wo er kurze Zeit als Musiker gearbeitet hatte, zurückgekehrt war, 1919 die erste deutsche Band, Eric Concerto's Yankee Jazz Band, die (nach eigenem Bekunden) „auf einigermaßen kompetente Weise“ Jazz zu spielen vermochte und nach dem Vorbild nordamerikanischer Dixieland Jazzbands spielte. Diesem Stil blieb er auch treu, als er ab 1922 die Eric Borchard’s Atlantic Jazz Band leitete, welcher unter anderem der afro-amerikanische Posaunist Earl Granstaff, der Posaunist Emile Christian, der Trompeter Wilbur Kurz und der Pianist Austin Egen angehörten.

Borchards erste Schallplattenaufnahme fand im Oktober 1920 statt; seine letzten Aufnahmen stammen aus dem Jahr 1932. Anfangs erschienen seine Platten bei Polyphon, gegen Mitte der 1920er Jahre bei der Deutschen Grammophon. Nach mehrjähriger Pause spielte er noch einmal einige Titel für die Triton Schallplatten GmbH (Labels: Triva und Goldplatte) ein.

Außer der Musik seiner amerikanischen Vorbilder eignete sich Borchard auch deren Lebensstil an; nach Skandalen um Drogen und Frauen, wegen der Machtergreifung der Nationalsozialisten von einer Auslandstournee nicht zurückgekehrt, beging er 1934 Selbstmord, wahrscheinlich mittels einer Überdosis Rauschgift.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausgewählte Schallplattenaufnahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • After you get what you want, you don't want it. Foxtrot - Polyphon 50195 (mx 140 av) - Berlin ca. Mai 1921
  • Oh sister, ain't that hot. Foxtrot - Grammophon 20122 (mx 1981 ax) - Berlin November 1924
  • Some of These Days. Foxtrot - Triva 0504 (mx 504) - Berlin ca. September 1932

alle auf Horst J. Bergmeier, Rainer E. Lotz: "Der Jazz in Deutschland - Vom Cakewalk zum Jazz" (Bear Family Records BCD 16909 CP)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Horst J. Bergmeier, Rainer E. Lotz: Eric Borchard Story. Edition „der Jazzfreund“, Menden 1988 (Jazzfreund-Publikation; Nr. 35).
  • Ekkehard Jost: Jazz in Deutschland. In: Klaus Wolbert (Hrsg.): That's Jazz. Der Sound des 20. Jahrhunderts. Institut Mathildenhöhe, Darmstadt 1988 (Katalog der gleichnamigen Ausstellung vom 29. Mai bis 28. August 1988).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]