Eric Halpern

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Eric Halpern, ursprünglich wohl Erich Halpern (* 1907 in Wien, Österreich; † nach 1958 in Hongkong), war ein österreichisch-jüdischer Journalist.

Von Österreich nach China[Bearbeiten]

Vom Völkerbund 1932 entsandte Lytton-Kommission in Shanghai

Nach der Angliederung Österreichs an Nazideutschland floh Halpern, der als Jude Verfolgung fürchten musste, nach China. Bereits 1932 war Halpern erstmals nach Asien gekommen, um im Auftrag des Völkerbundes die Umstände der Entstehung des Staates Mandschukuo zu überprüfen.[1] 1939 er ließ sich zunächst im japanischen besetzten Shanghai nieder.

In Shanghai hatte Halpern mit Geld der Sassoon-Familie zunächst ein englischsprachiges Wirtschaftsmagazin, „Finance and Commerce“ herausgegeben, das unter der japanischen Besatzung 1941 eingestellt werden musste. Dennoch war unter den Japanern die Shanghaier jüdische Gemeinde anfangs weniger Verfolgungen ausgesetzt als unter Japans nationalsozialistischen Achsenpartnern in Europa.

Far Eastern Economic Review[Bearbeiten]

Nach der Kapitulation Japans und der sich abzeichnenden Machtergreifung der Kommunisten im Chinesischen Bürgerkrieg floh Halpern nach Hongkong. Dort gab er ab 1946 mit Kapital der Jardine Matheson Holdings, der Kadoorie-Familie und der Hongkong Bank eine Wochenzeitschrift für Wirtschaft und Politik heraus, die Far Eastern Economic Review (FEER). Bis zu seinem Rückzug 1958 fungierte er auch als deren Chefredakteur nach folgender Maxime

“To analyze and interpret financial, commercial, and industrial developments; to collect economic news; and to present views and opinions with the intent to improve existing conditions.”[1]

Angebliche Spionagetätigkeit[Bearbeiten]

Es gibt widersprüchliche Angaben über diverse Kontakte Halperns zu verschiedenen Geheimdiensten. Er selbst soll dem britischen MI5 seine Dienste angeboten haben, die nationalchinesischen Kuomintang und das amerikanische OSS verdächtigten ihn der Kollaboration mit den Japanern, bis 1952 soll er sogar sowjetischer Agent gewesen sein.[2][3] Halperns Nachfolger an der FEER-Spitze wurde ein anderer britischer Spion, der Waliser Derek Davies.

Straße im Shanghaier Ghetto 1943

Sonstiges[Bearbeiten]

In seinem Roman "Strasse des Glücks" behauptet Christian Roll, Halpern sei zumindest in seiner Shanghaier Zeit homosexuellen und pädophilen Neigungen nachgegangen.[4]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b History: Telling Asia's Story
  2. Anthony Paul: A Traveller’s Tale filled with intrigue — The Malaysian Insider, 26. November 2009
  3. Soviet intelligence in Shanghai, MI5 vom 3. März 2009
  4. Christian Roll: Strasse des Glücks, Seite 114. München 2001