Erich Hamann

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Erich Hamann 1974

Erich Hamann (* 27. November 1944 in Pasewalk) ist ein deutscher Fußballspieler. Er war Mittelfeldspieler beim FC Vorwärts Frankfurt/Oder.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hamann spielte vom 14. Lebensjahr an in Pasewalk Fußball, kam 1961 zur BSG Turbine Neubrandenburg und im Februar 1966 zum Stahl Eisenhüttenstadt. Im selben Jahr trat er in die Nationale Volksarmee ein und spielte dann von November bis April 1967 bei der ASG Vorwärts Storkow und anschließend beim FC Vorwärts Berlin.[1] 1969 wird er mit Vorwärts DDR-Meister und 1970 FDGB-Pokal-Sieger.

In seiner Länderspielkarriere mit insgesamt drei Einsätzen für die DDR-Auswahl schrieb Hamann ein Stück Sportgeschichte: Von ihm kam der entscheidende Pass auf Jürgen Sparwasser, der, so freigespielt, das berühmte 1:0 für die DDR gegen die bundesdeutsche Mannschaft bei der Fußball-WM 1974 erzielte. Sparwasser sagte später einmal: „50 Prozent des Tores gehören Erich Hamann“.

1975 beendete er seine Karriere bei Vorwärts und spielte anschließend noch bis 1977 bei der BSG Traktor Groß Lindow, mit der er zuletzt noch Bezirksmeister in Frankfurt (Oder) wurde und in die DDR-Liga aufstieg.[1]

Von 1982 bis 1986 arbeitete Hamann, der bis 1976 sein Studium der Sportwissenschaften mit Diplom abgeschlossen hatte, als Trainer der Reservemannschaft des FC Vorwärts und führte diese aus der Bezirksliga in die DDR-Liga. Danach wirkte er als Assistenztrainer und zeitweise Interimstrainer bei der ersten Mannschaft.[1] Anschließend betreute Hamann verschiedene Unterklassenvereine im Land Brandenburg und die U21-Nationalmannschaft Vietnams. Im Juli 2009 übernahm Hamann das Männerteam des Angermünder FC, das in der Landesliga Brandenburg spielt.

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hamann wurde 1964 Mitglied der SED. Nach einem Kontaktgespräch im Februar 1968 gab er am 23. Januar 1970 eine Schweigeverpflichtung ab und wurde fortan als IMS Paul Hase in den Akten geführt. Nach dem Übergang in den Trainerstab wurde er 1980 umregistriert als GMS und 1986 wieder als IMS.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hanns Leske: Vorwärts. Armee-Fußball im DDR-Sozialismus. Aufstieg und Fall des ASK/FC Vorwärts Leipzig/Berlin/Frankfurt. Verlag Die Werkstatt, Göttingen 2009, ISBN 978-3-89533-647-8, S. 188 f.
  • DDR-Sportzeitung Deutsches Sportecho. Ausgabe vom 20. Dezember 1984 mit Kurzbiografie

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Erich Hamann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Hanns Leske: Vorwärts. Armee-Fußball im DDR-Sozialismus. Aufstieg und Fall des ASK/FC Vorwärts Leipzig/Berlin/Frankfurt. Verlag Die Werkstatt, Göttingen 2009, ISBN 978-3-89533-647-8, S. 188.