Fußballnationalmannschaft der DDR (U-21-Männer)

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Deutsche Demokratische Republik U-21
Logo des DFV
Verband Deutscher Fußball-Verband
Konföderation UEFA
FIFA-Code GDR
Heim
Auswärts
Statistik
Erstes Länderspiel
Nachwuchsauswahl „U-23“: DDR - CSSR 1:0
Nachwuchsauswahl „U-21“: DDR - Ungarn 4:1
(Karl-Marx-Stadt, 5. Juli 1953)
(Thale, 1. Mai 1972)
Letztes Spiel
„U-23“: Frankreich - DDR 1:2
„U-21“: Österreich - DDR 0:1
(Poitiers, Frankreich; 11. Oktober 1975)
(Stockerau, Österreich; 14. November 1989)
Höchster Sieg
„U-23“: DDR - Albanien 6:0
„U-21“ Österreich - DDR 1:6
(Potsdam; 3. November 1973)
(Wien; 24. September 1977)
Höchste Niederlage
„U-23“: Ungarn - DDR 4:0
„U-21“: DDR - Norwegen 0:4
(Budapest; 28. Mai 1974)
(Rostock; 29. Oktober 1980)
(Stand: DFV wurde am 20. November 1990 aufgelöst)

Die U-21-Fußballnationalmannschaft der DDR war eine Auswahlmannschaft des Fußballverbandes der Deutschen Demokratischen Republik. Da die Altersbeschränkung nicht immer bei 21 Jahren lag, war auch die altersneutrale Bezeichnung Nachwuchsauswahl der DDR geläufig. In den Printmedien der DDR wurde die Bezeichnung „Fußballnachwuchs-Nationalmannschaft der DDR“ gebraucht. Lediglich von 1972 bis 1976, als sowohl eine U-23- als auch eine U-21-Mannschaft spielten, wurde die U-21-Nationalmannschaft als solche benannt.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Nachwuchsauswahl bestritt zwischen 1953 und 1989 etwa 250 offizielle Länderspiele gegen Nachwuchsmannschaften anderer Fußballverbände. Sie war das Bindeglied zwischen der Junioren-Nationalmannschaft und der A-Nationalmannschaft. Entsprechend den internationalen Regeln waren zunächst Spieler unter 23 Jahren (daher später U–23) und ab 1972[2] unter 21 Jahren spielberechtigt. In bestimmten Grenzen durfte auch ältere Akteure eingesetzt werden. Das erste Nachwuchsländerspiel fand am 5. Juli 1953 im damaligen Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz) statt. Die DDR besiegte die tschechoslowakische Nachwuchsauswahl mit 1:0. Torschütze war der spätere A-Nationalspieler Günter Imhof.

Europameisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits 1967 beteiligte sich die Nachwuchsauswahl an dem Vorgänger der U-23-Europameisterschaft, dem Pokal für U-23-Nationalmannschaften. In einem jährlichen Herausforderungsmodus wurden als erste Teilnehmer Bulgarien und die DDR ausgelost. Das Spiel fand am 7. Juni 1967 im bulgarischen Stara Zagora statt. Bulgarien schlug die DDR mit 3:2 und war damit erster Titelträger.

1970 begann die Qualifikation zur ersten offiziellen U-23-Europameisterschaft,[3] in der die DDR-Auswahl an den Niederlanden und Jugoslawien scheiterte. Bei der folgenden Europameisterschaft waren die DDR-Nachwuchsspieler erfolgreicher. Sie setzten sich in der Qualifikation gegen Rumänien und Albanien durch, schalteten im Viertelfinale Italien und im Halbfinale Polen aus und unterlagen erst in den beiden Finalspielen 1974 Ungarn mit 3:2 und 0:4. Bei der EM 1974/76 scheiterte die DDR bereits in der Qualifikation an Frankreich und Belgien.

1978 wurde mit einer neuen Altersbeschränkung erstmals eine U-21-Fußball-Europameisterschaft ausgetragen. Damit wurde auch die DDR–Auswahl in eine U–21 umgewandelt. 1978 erreichte die Mannschaft das Finale, nachdem in der Qualifikation die Türkei, Österreich, im Viertelfinale die Tschechoslowakei und im Halbfinale Bulgarien ausgeschaltet worden waren. In den beiden Finalspielen wartete Jugoslawien auf die DDR-Auswahl, die auch diesmal den EM-Titel mit 0:1 und 4:4 verpasste. Ein letztes Mal erreichte die DDR-Nachwuchsauswahl das EM-Finale 1980. Sie hatte in der Qualifikation die Niederlande und Polen eliminiert, im Viertelfinale Ungarn und im Halbfinale England besiegt und traf nun auf die Sowjetunion. Nach einem 0:0 und einer 0:1-Niederlage wurde der DDR-Nachwuchs zum dritten Mal Vize-Europameister.

DDR U 21.gif
Erstes Finalspiel der Europameisterschaft gegen die UdSSR am 7. Mai 1980 im Rostocker Ostseestadion: Lothar Kurbjuweit (Jena), René Müller (Lok Leipzig), Thomas Dennstedt (Lok Leipzig), Bernd Schulz (BFC Dynamo), Rainer Troppa (BFC Dynamo), Artur Ullrich (BFC Dynamo), Ralf Sträßer (BFC Dynamo), Ronald Kreer (Lok Leipzig), Jürgen Raab (Jena), Jürgen Uteß (Rostock), Thomas Töpfer (Jena) (v.l.n.r.). Im Rückspiel kamen außerdem Hans-Jürgen Riediger (BFC Dynamo), Dirk Stahmann (Magdeburg) und Frank Pastor (Halle) zum Einsatz.

Bei den folgenden U-21-Europameisterschaften scheiterte die DDR-Nachwuchsauswahl stets bereits in der Qualifikation. Ihr letztes Spiel bestritt sie am 14. November 1989 beim EM-Qualifikationsspiel gegen Österreich, das sie im österreichischen Stockerau mit 1:0 gewann.

Rekordspieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Udo Schmuck 42[4]
Andreas Roth 40
Reinhard Häfner 36
Joachim Müller 33
Heiko Bonan 28
Rainer Jarohs 28
Peter Kotte 28
Dieter Kühn 28
Gert Brauer 27
Joachim Fritsche 27

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Klaus Querengässer: Fußball in der DDR. 1945-1989. Teil 4: Der FDGB-Pokal, die Olympiamannschaft, der Jugendbereich. Kassel, Agon-Sportverlag 1997. ISBN 3-89609-102-6
  • Hanns Leske: Enzyklopädie des DDR-Fußballs. Göttingen, Die Werkstatt 2007. ISBN 3-89533-556-8
  • Neue Fußballwoche und Deutsches Sportecho. Berlin, Sportverlag. [Saison-Sonderausgaben]
  • Kicker-Almanach 2008. Herausgegeben von Robert Hohensee in Zusammenarbeit mit der Redaktion des Kicker-Sportmagazin, Copress-Verlag, München 2007.

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Deutsches Sportecho/fuwo Sonderausgabe 1989
  2. Querengässer - Fußball in der DDR, Teil 4
  3. Kicker-Fußballalmanach 2008
  4. Die im Abschnitt Quellen genannten Publikationen geben in einzelnen Fällen unterschiedliche Zahlen an. Der Sportecho/fuwo-Sonderausgabe wurde im Zweifelsfall Vorrang gegeben