Erik Brynjolfsson

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Erik Brynjolfsson (2013)

Erik Brynjolfsson ist ein US-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler und Inhaber der Schussel-Familie-Stiftungsprofessur für Betriebswissenschaft an der MIT Sloan School of Management, wo er ebenfalls das Zentrum für eBusiness als dessen Direktor leitet. Darüber hinaus ist Brynjolfsson einer der Vorsitzenden des MIT Sloan Management Review und Redakteur des Information Systems Network. Seine Forschung beschäftigt sich mit der erfolgreichen Nutzung von Informationstechnologien (IT), insbesondere des Internets, durch Unternehmen.[1]

Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erik Brynjolfsson studierte von 1980 bis 1984 an der Harvard University, welche ihm 1984 einen B.A. in angewandter Mathematik mit der Auszeichnung „magna cum laude“ sowie einen S.M. in angewandter Mathematik und Entscheidungswissenschaften verlieh. Hiernach wechselte Brynjolfsson an die MIT Sloan School of Management, wo er 1991 mit der Dissertation „Informationstechnologie und die Reorganisierung der Arbeit – Theorie und Beweise“ (Information Technology and the Re-organization of Work: Theory and Evidence) zum Ph.D. in Betriebsökonomie promoviert wurde. Während seiner Studien arbeitete Brynjolfsson als akademische Lehrkraft sowie als Forschungsassistent.[2]

Beruflicher Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während seines Promotionsstudiums gründete und leitete Brynjolfsson Boston Computer Society Expert Systems Group, eine IT-Beratung in Boston. Nach seiner Promotion wurde er durch die MIT Sloan School of Management als Assistenzprofessor eingestellt und 1995 zum Associate Professor befördert, arbeitete jedoch zugleich von 1996 bis 1998 an der Stanford University. Auf seine Ernennung zum Co-Direktor des Zentrums für eBusiness am MIT 1999 folgte 2001 seine Wahl zum Schussel-Familie-Professor für Betriebswissenschaft, eine Stellung die er seither innehat. Zusätzlich arbeitet Brynjolfsson unter anderem als Vorstandsvorsitzender der BWL-Fachzeitschrift MIT Sloan Management Review, Forscher am National Bureau of Economic Research, Berater der Niederlassung der Federal Reserve Bank in Boston sowie als Mitglied des MIT Computer Science and AI Laboratory.[2]

Forschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brynjolfssons Forschung konzentriert sich auf die Schnittstelle zwischen Informationstechnologie und Ökonomie, einschließlich der Beziehung zwischen IT und Arbeitsorganisation, des Zusammenhangs zwischen IT und Produktivität und der Preispolitik sowie Verteilung digitaler Informationen.[2] Zu den wesentlichen Forschungsergebnissen Brnjolfssons gehört der Nachweis, dass das Zusammenspiel von IT-Nutzung in Unternehmen, einer technologiefreundlichen Betriebsorganisation sowie neuer Produkt- und Dienstleistungsentwicklungen zu einem qualifikationsverzerrten technischen Wandel in den USA geführt hat und die Arbeitsnachfrage dieser Unternehmen erheblich beeinflusst.[3] Weitere Forschungsleistungen beinhalten unter anderem:

  • die These, dass sich der Produktivitätsschub der späten 1990er Jahre in weiten Teilen auf die Ansammlung immateriellen Kapitals und insbesondere die verzögerte Messung der Wirkung von IT-Investitionen zurückführen lässt;[4]
  • empirische Hinweise zur Ungültigkeit des Produktivitätsparadoxon der Informationstechnologie in der Zeit nach 1991 auf der Grundlage wesentlicher und statistisch signifikanter Beiträge von Informationssystemen zur Produktivität von Unternehmen;[5]
  • die empirische Analyse der Hypothese des Internets als "reibungsfreier Markt" am Beispiel von Büchern und CDs mit dem Ergebnis, dass Wettbewerb im Internet zwar tatsächlich deutlich reibungsfreier ist als im gewöhnlichen Gewerbe, aber Markenführung, Markenbewusstsein und Kundenvertrauen wesentliche Ursachen für die Heterogenität von Internethändlern darstellen;[6]
  • die Untersuchung der Wirkung von Computisierung auf das Produktivitäts- und Produktionswachstum großer US-Unternehmen zwischen 1987 und 1994 mit dem Ergebnis, dass die Beiträge der Computisierung zu Produktivität ihre Wirkung überproportional in der langen Frist entfalten, was die Autoren wiederum auf die Notwendigkeit einer zeitaufwendigen Reorganisation der Arbeit in computerisierten Unternehmen zurückführen.[7]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • mit Brian Kahin: Understanding the Digital Economy: Data, Tools, and Research. The MIT Press, Cambridge (MA), 2000, ISBN 978-0-262-02474-7.
  • Some Estimates of the Contribution of Information Technology to Consumer Welfare. Nabu Press, Charleston (SC), 2011, ISBN 978-1-179-88663-3.
  • The Great Equalizer? Consumer Choice Behavior at Internet Shopbots. Nabu Press, Charleston (SC), 2011, ISBN 978-1-178-82833-7.
  • mit Andrew McAfee: Race Against the Machine: How the Digital Revolution is Accelerating Innovation, Driving Productivity, and Irreversibly Transforming Employment and the Economy. Digital Frontier Press, Lexington (MA), 2012, ISBN 978-0-984-72511-3.
  • mit Adam Saunders: Wired for Innovation: How Information Technology Is Reshaping the Economy. The MIT Press, Cambridge (MA), 2013, ISBN 978-0-262-51861-1.
  • mit Andrew McAfee: Second Machine Age: Work, Progress, and Prosperity in a Time of Brilliant Technologies. Norton & Company, New York City, 2014, ISBN 978-0-393-23935-5.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Profil von Erik Brynjolfsson. Website des Center for eBusiness am MIT
  2. a b c Lebenslauf von Erik Brynjolfsson. Website der MIT Sloan School of Management
  3. Bresnahan, T., Brynjolfsson, E., Hitt, L.M. (2002): Information Technology, Workplace Organization and the Demand for Skilled Labor: Firm-Level Evidence. (Memento des Originals vom 29. November 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/ideas.repec.org In: Journal of Quarterly Economics, 117(1), S. 339–376 (s. IDEAS-Datenbank)
  4. Brynjolfsson, E., Hitt, L.M. (2000): Beyond Computation: Information Technology, Organizational Transformation and Business Performance. In: Journal of Economic Perspectives, 14(4), S. 23–48 (s. IDEAS-Datenbank)
  5. Brynjolfsson, E., Hitt, L. (1996): Paradox Lost? Firm-Level Evidence on the Returns to Information Systems Spending. In: Management Science, 42(4), S. 541–558. (s. IDEAS-Datenbank)
  6. Brynjolfsson, E., Smith, M.D. (2000): Frictionless Commerce? A Comparison of Internet and Conventional Retailers. In: Management Science, 46(4), S. 563–585. (s. IDEAS-Datenbank)
  7. Brynjolfsson, E., Hitt, L.M. (2003): Computing Productivity: Firm-Level Evidence. In: Review of Economics and Statistics, 85(4), S. 793–808. (s. IDEAS-Datenbank)