Erlebniswelt steinzeichen

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"Der Jahrtausendblick", die Aussichtsplattform der Erlebniswelt steinzeichen: eine Stahlkonstruktion mit Glas, errichtet auf einer Feldsteinmauer
Blick von der Aussichtsplattform
Der aktive Steinbruch, vom "Jahrtausendblick" aus betrachtet

Die Erlebniswelt steinzeichen ist ein naturorientierter Erlebnis- und Freizeitpark im Ortsteil Steinbergen von Rinteln im Weserbergland in Niedersachsen. Er liegt auf dem Messingberg, in einem bereits renaturierten Gebiet eines Steinbruches. Die Themenbereiche Faszination Stein und Wunder des Lebens bilden den Schwerpunkt des Parkes. Der Park wurde im Zuge der Weltausstellung EXPO 2000 als dezentrales Projekt aufgebaut. Am 26. April 2016, wenige Tage vor der geplanten Saisoneröffnung, wurde bekannt, das die Erlebniswelt bis auf weiteres geschlossen bleibt und vor dem Aus steht.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Park ist 16 ha groß. Sein Höhenunterschied über die gesamte Länge beträgt 119 m. Es werden ein Rundweg von der Länge von 1250 m und zusätzlich ein Panoramawanderweg von 750 m Länge angeboten. Von letzterem kann man über 156 Stufen eine 250 Meter hohe Aussichtsplattform, den sogenannten Jahrtausendblick, besteigen und von dort in den noch aktiven Teil des Steinbruches blicken, in dem innerhalb der Woche auch Sprengungen stattfinden, und einen Rundblick über das Weserbergland genießen.

Am Eingang des Erlebnisparks befindet sich der Garten der Nationen, der zur Expo von Vertretern verschiedener Länder mit Bäumen und im Wechsel des Jahres blühenden Sträuchern und Stauden bepflanzt wurde.

Es befindet sich das Natursteinkabinett im Park, eine der größten gesteinskundlichen Sammlungen Deutschlands, das Haus der Mineralien, in dem der Besucher die Farben- und Formenvielfalt von Steinen bewundern kann, unter anderem fluoreszierende Mineralien, und die Bauhütte, die ein großes Bildhauer-Atelier darstellt, in dem man bei der Erstellung einer Steinskulptur zusehen oder in einem Workshop selbst mitwirken kann. Anhand einer großen Fossiliensammlung kann die Geschichte der Evolution nachvollzogen werden. Wer mag, kann im Medientunnel in der Nähe des Eingangs zwei 3D-Filme ansehen, und später im Themenkino je nach Wunsch und Alter bis zu zehn Filme auf einer Großbildleinwand anschauen. Begleitet werden die Parkbereiche von einem internationalen Skulpturenpfad, auf dem Steinskulpturen von verschiedenen Künstlern zu sehen sind.

Für Besucher bietet der Freizeitpark eine Reihe abwechslungsreicher Aktionen. Es werden unter anderem Rallyes durch den Park angeboten, es gibt verschieden hohe Kletterwände, einen Streichelzoo, einen Naturerlebnis-Kindergarten, einen ungewöhnlichen Kinderspielplatz sowie eine Uhu-Beobachtungsstation. Auf dem Klopfplatz können Schieferplatten nach Fossilien aufgeklopft werden, in verschiedenen großen Sandkästen können alle Besucher nach Halbedelsteinen, 18.000 Jahre alten Haizähnen und echte Ammoniten graben. Es gibt die Möglichkeit zum Goldwaschen, wobei kein Gold, sondern Pyrit zu finden ist. An anderen Stellen im Park kann ein lebensgroßes künstliches Mammutskelett aus dem Sand ausgegraben oder ein Dinosaurierskelett aus Puzzleteilen zusammengesetzt werden. Man kann in speziellem Sand Bilder malen oder Sandskulptur formen, eine Station aufsuchen, die 12 Mikroskope beherbergt, und dort über 100 Objekte aus den Bereichen Mineralogie, Paläontologie und Schulbiologie stark vergrößert betrachten. Außerdem existiert die Möglichkeit, den Sand eines Zengartens mittels eines hölzernen Rechens mit Kreis- oder Wellenlinien selbst zu gestalten.

Aus einem Sandkasten ausgegrabene Halbedelsteine

Beeindruckend ist das achteckige, aus Felssteinen gemauerte Haus der Religionen. Es stellt eine interreligiöse Begegnungsstätte dar. Aus einem Brunnen in der Form wassertragender Hände in der Mitte des Raumes quillt Wasser hervor. Umringt wird er von Steinskulpturen, die symbolisch für alle Religionen stehen.

Es werden viele Workshops angeboten, wie beispielsweise Spurenlesen oder Wildpflanzen bestimmen, künstlerisches Gestalten mit Speckstein, Ton oder Kalkstein, die Geschichte des Bogens, der Pfeilspitze und des Bogenschießens oder eine Einführung in den Klettersport. Die Workshops sind allerdings kostenpflichtig und teilnehmerbegrenzt. Zur Verpflegung gibt es einen Bistro am Rand des noch aktiven Steinbruchs.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Teile der Bevölkerung der näheren und weiteren Umgebung stehen der Nutzung des Messingberges als Steinbruch und Erlebnispark skeptisch bzw. ablehnend gegenüber. Am 11. Dezember 2004 rutschte ein rd. 300 m langes Kammstück des Messingberges in Richtung des aktiven Steinbruches ab, dabei sollen eine Million Tonnen Gestein den Hang hinabgestürzt sein. Verschiedene Messungen ergaben, dass der Berg teilweise weiter in Bewegung ist, den Erlebnispark aber nicht unmittelbar gefährdet. Das der Abbruchstelle am nächsten gelegene Bauwerk Jahrtausendblick wurde in das Messsystem integriert und ein komplexes Frühwarnsystem sowie ein Pendellot installiert, um auf weitere Veränderungen des Berges sofort reagieren zu können.

Fotos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 52° 12′ 57″ N, 9° 7′ 30″ O