Erlinsbach SO

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SO ist das Kürzel für den Kanton Solothurn in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Erlinsbachf zu vermeiden.
Erlinsbach
Wappen von Erlinsbach
Staat: Schweiz
Kanton: Solothurn (SO)
Bezirk: Gösgenw
BFS-Nr.: 2503i1f3f4
Postleitzahl: 5015
Koordinaten: 642896 / 250836Koordinaten: 47° 24′ 25″ N, 8° 0′ 25″ O; CH1903: 642896 / 250836
Höhe: 423 m ü. M.
Fläche: 8,90 km²
Einwohner: 3397 (31. Dezember 2015)[1]
Einwohnerdichte: 382 Einw. pro km²
Website: www.erlinsbach-so.ch
Erlinsbach SO über die Erzbachbrücke von Erlinsbach AG aus gesehen

Erlinsbach SO über die Erzbachbrücke von Erlinsbach AG aus gesehen

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Erlinsbach ist eine politische Gemeinde im Bezirk Gösgen des Kantons Solothurn in der Schweiz.

Sie ist am 1. Januar 2006 durch die Fusion der beiden früheren Gemeinden Niedererlinsbach und Obererlinsbach entstanden.

Mit der Nachbargemeinde Erlinsbach AG besteht auf verschiedenen Gebieten eine enge Zusammenarbeit. So werden Kindergarten und Volksschule gemeinsam nach aargauischem Lehrplan geführt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung

Geteilt von rot und silber (weiß) überdeckt von einem Rechtsschrägbalken in gewechselten Farben und begleitet von zwei fünfstrahligen Sternen ebenfalls in gewechselten Farben.

Das Wappen der bisherigen Gemeinde Niedererlinsbach wurde um die zwei Sterne ergänzt, die die beiden Gemeindeteile versinnbildlichen.[2]

Übername[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der einen Seite gehört Erlinsbach zum Kanton Aargau und auf der anderen Seite zum Kanton Solothurn. In Erlinsbach Aargau ist die Bevölkerung hauptsächlich reformiert und im solothurnischen Kantonsteil katholisch. Man hatte deshalb in der Talschaft zwei Kirchen. Am Sonntag gingen die Erlinsbacher brav zur Messe, jeder blieb aber auf seinem Kantonsteil. Das Chilewäägli lief teilweise genau dem Bach entlang, welcher die Kantonsgrenze kennzeichnet. Da man des andern Konfession nicht akzeptieren konnte, beschimpfte man sich gegenseitig über den Bach. Die alten Erlinsbacher ereiferten sich so sehr, dass sie sich über den Bach anspuckten (auf Schweizerdeutsch speuzen). In den umliegenden Dörfern wussten die Bewohner über diese unschöne Sitte der Erlinsbacher beim Kirchgang Bescheid und sprachen deshalb von den Speuzer, wenn man die Erlinsbacher meinte. In der Region hat sich bis zum heutigen Tag der Übername Speuz erhalten.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obererlinsbach, Laurentiuskapelle
  • Gehr Fenster 9 "Engel der Mittagsstunden"
    Die Pfarrkirche St. Nikolaus wurde 1871 nach den Plänen von Architekt Wilhelm Keller, Luzern, erbaut, weil die alte Kirche zu klein war. Eine Urkunde von 1173 erwähnt auch eine Kirche, die vermutlich dem hl. Nikolaus von Myra geweiht war. 1466 wird ein Neubau erwähnt. Somit ist die heutige Kirche der dritte Bau an diesem Ort. An Weihnachten 1871 konnte in der neuen Kirche der erste Gottesdienst gefeiert werden. Eingeweiht wurde sie aber wegen des Kulturkampfes erst am 5. September 1886. 1910 wurde der Innenraum aufwendig ausgestattet im Stil des Historismus mit drei geschnitzten Altären und dekorativen Mustern an Wänden und Decke, ausgeführt durch die schweizweit bekannte Werkstätte von Carl Glauner, Will SG. Aber schon 1956 war eine neue Zeit angebrochen und die Kirche wurde gründlich umgebaut. Architekt Hans Peter Baur, Basel, veränderte den Innenraum, besonders den Chorraum, so entscheidend, dass man von einem Fast-Neubau sprechen kann. Durch die Verlegung der Sakristei in den Anbau rund um die Apsis angelegt, wurde der Chorraum markant vergrössert. Albert Schilling, Arlesheim, schuf 1956 den grossen, freistehenden Blockaltar, den Tabernakel und das grosse Kreuz beim Ambo. Das Hauptwerk von Ferdinand Gehr, Altstätten SG, ist die Bemalung der Apsis mit dem monumentalen Fresko der Verklärung Christi auf dem Berg, das er 1975 ausführte. Schon 1956 schuf Gehr 2 Farbfenster, 1963 folgte der „Engelszyklus“ in 12 Fenstern. Die Kräfte der Natur werden als Boten Gottes, als Engel, dargestellt. 1970 wurde eine neue Empore in die Kirche eingebaut, mit der neuen Orgel der Firma Kuhn, Männedorf, mit 29 klingenden Registern. - Fabrizio Brentini schreibt im Kunstführer der Kirche: „Das Innere der Kirche St. Nikolaus in Erlinsbach ist eine der gelungensten Umgestaltungen eines historistischen Raumes…. Dank der unaufdringlichen Verschmelzung von Architektur und Kunst durch das herausragende Ensemble von Ferdinand Gehr besitzt Erlinsbach einen harmonischen Kirchenraum, der nicht nur Besucher und Besucherinnen der Liturgie auch in Zukunft faszinieren dürfte.“
  • Die Laurentiuskapelle wurde im Jahr 1697 an Stelle einer mittelalterlichen Kapelle errichtet, die 1375 von den Guglern zerstört worden war. Die Kapelle wurde am Laurentiustag, 10. August 1698, eingeweiht und ist heute im Besitz der Bürgergemeinde Obererlinsbach. Die letzte umfassende Renovation wurde 1979 abgeschlossen. Es drängt sich die Vermutung auf, dass durch die 1665 geregelte Grenze zwischen dem reformierten Berneraargau und dem katholischen Solothurn eine ehemalige Kapelle im Gebiet des Laurenzenbad im Aargau im katholischen Gebiet wie ein konfessioneller Grenzstein neu erbaut wurde. 1729 ist sie durch einen Brand zerstört und mit Hilfe des Kantons Solothurn wieder aufgebaut worden. Das bedeutendste Werk in der Kapelle ist der dem hl. Laurentius gewidmete Altar im Stil des Frühbarocks. Bedeutend sind die Halbfigur "Jesus der Schmerzensmann" und eine Pietagruppe. Sie stehen im Kirchenschiff auf Konsolen und sind älter als die Kapelle. [3].

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Erlinsbach SO – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. stiftungswf.ch: Stiftung Schweizer Wappen und Fahnen, Zusammenschlüsse und Verselbständigungen von Gemeinden - Erlinsbach SO, Zugriff am 18. Januar 2010
  3. Fabrizio Brentini: Die Pfarrkirche St. Nikolaus und die Laurentiuskapelle in Erlinsbach. (Schweizerische Kunstführer, Nr. 886, Serie 89). Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 2011, ISBN 978-3-85782-886-7.