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Ernst Wurmser

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Ernst Wurmser (* 17. März 1882 in Wien, Österreich-Ungarn; † Jänner 1950 in Buenos Aires, Argentinien) war ein österreichischer Komiker, Theater- und Filmschauspieler sowie Regisseur.

Wurmser hatte keine schauspielerische Ausbildung erhalten und trat im Jahr 1900 erstmals als Darsteller auf. Vom 1903 bis 1905 war er Mitglied des Stadttheaters in Breslau und wohnte in der Alexanderstraße 14.[1] In der Saison 1905/1906 war er als Schauspieler am Stadttheater Hermannstadt[2] und in den Jahren 1906 bis 1908 am Stadttheater in Troppau engagiert.[3] Anschließend reiste er in die Vereinigten Staaten, wo er von 1908 bis 1909 am Deutschen Theater in New York auftrat. Nach seiner Rückkehr spielte er in der Jahren 1909 bis 1911 an der Neuen Wiener Bühne und von 1911 bis 1913 am Kleinen Theater in Berlin. In den Jahren 1913 und 1914 arbeitete er als Schauspieler und Regisseur in Posen, bis 1916 in Chemnitz, 1916/1917 an der Volksbühne Wien, 1917 bis 1920 in Prag, 1920/1921 am Lessingtheater. Er kehrte für einige Zeit nach Wien zurück und war 1921 bis 1925 an der Neuen Wiener Bühne und an den Kammerspielen engagiert. Die Jahre 1927 bis 1930 verbrachte er in Brünn an den Städtischen Bühnen und trat anschließend an unterschiedlichen Theatern in Berlin, beispielsweise am Lustspielhaus oder am Metropoltheater auf. Im September 1930 wirkte er in einem Programm des Kabaretts der Komiker mit und war als Filmschauspieler aktiv. 1933 floh er vor den Nationalsozialisten zunächst in die Tschechoslowakei. Nach seinem Aufenthalt 1934 bis 1935 an der Volksoper Wien begab der sich auf eine Tournee, gab 1936/1937 Gastspiele in Brünn und kam schließlich 1937/1938 als Schauspieler und Regisseur an die deutschsprachige Bühne von Teplitz-Schönau. Dort fungierte er auch als Bühnenvorstand für das Schauspiel II. Kammerspiele und wohnte in der Leitmeritzer Straße 1482.[4] Zugleich war Wurmser als Schauspieler in Bad Pistyan aktiv.[5]

Nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht gelang es ihm mit seinem Vater und seiner Frau, der Schauspielerin und Souffleuse Frau Gerti Hellmer, die Tschechoslowakei über Prag zu verlassen und nach Bolivien auszuwandern.[6] Dort blieb er für zwei Jahre in La Paz und zog dann 1941, nachdem er seine ehemaligen Kollegen aus Teplitz-Schönau, Paul Walter Jacob und Liselott Reger wiedergetroffen hatte,[7] nach Argentinien, um dort bis 1948 an der Freien Deutschen Bühne (Theatro Alemán Independiente) in Buenos Aires zu arbeiten.[8]

Theaterrollen (Auswahl)

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Auf seiner Tournee durch die Vereinigten Staaten 1908 bis 1909 spielte er in folgenden Stücken mit:

  • Die Rabensteinerin (1908)
  • The Wedding at Valeni (1908)
  • Hannele (1908)
  • Die Kralle (La Griffe, 1909)
  • Wilhelm Tell (1909)
  • Mathias Gollinger (1909)
  • The Weavers (1909)

Filmografie (Auswahl)

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Einzelnachweise

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  1. F. A. Gunther: Neuer Theater-Almanach – Theatergeschichtliches Jahr- und Adressen-Buch. 15. Jahrgang, 1904, S. 277 (Textarchiv – Internet Archive).
  2. F. A. Gunther: Neuer Theater-Almanach – Theatergeschichtliches Jahr- und Adressen-Buch. 17. Jahrgang, 1904, S. 421 (Textarchiv – Internet Archive).
  3. F. A. Gunther: Neuer Theater-Almanach – Theatergeschichtliches Jahr- und Adressen-Buch. 18. Jahrgang, 1907, S. 595 (Textarchiv – Internet Archive).
  4. Reichsarbeitskammer (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch. 1938, S. 590 (Textarchiv – Internet Archive).
  5. Wilhelm Kosch: Wurmser, Ernst. In: Deutsches Theater-Lexikon – biographisches und bibliographisches Handbuch. Band 17. F. Kleinmayr, Klagenfurt 1951, ISBN 3-908255-52-X, S. 3652 (Textarchiv – Internet Archive).
  6. Fritz Pohle: Emigrationstheater in Südamerika abseits der „Freien Deutschen Bühne“ Buenos Aires. Hamburger Arbeitsstelle für Deutsche Exilliteratur, 1989, ISBN 3-9802151-0-5 (books.google.de).
  7. Ernst Wurmser (1882–1950) à Teplitz-Schönau en 1937–1938 teplitz-theatre.net (französisch)
  8. Deutsches Bühnen-Jahrbuch: theatergeschichtliches Jahr- und Adressenbuch … Druck und Kommissionverlag F.A. Günther & Sohn, 1952 (books.google.de).