Erster Karnatischer Krieg

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Der Erste Karnatische Krieg (auch: Erster Karnataka-Krieg) war ein 1744-1748 ausgetragener britisch-französischer Kolonialkrieg in Indien im Zuge der Auseinandersetzungen des Österreichischen Erbfolgekrieges. Die meisten Kampfhandlungen fanden in der Region Karnatik statt, worunter man während der Kolonialzeit das Gebiet zwischen den Ostghats und der Koromandelküste im Norden des heutigen Bundesstaats Tamil Nadu verstand.

In der Mitte des 18. Jahrhunderts waren Frankreich und das Königreich Großbritannien die Hauptrivalen auf dem indischen Subkontinent geworden. Im Zuge des Österreichischen Erbfolgekrieges versuchte Joseph François Dupleix, der französische Generalgouverneur, Stützpunkte der britischen Ostindischen Kompanie zu erobern, um mehr Einfluss zu erlangen.

Die Briten versuchten erfolglos, Pondichéry, die Hauptniederlassung der Franzosen, zu erobern. Stattdessen gelang es den Franzosen unter Admiral Bertrand François Mahé de La Bourdonnais am 21. September 1746[1] Madras zu erobern. Madras war zu dieser Zeit die Hauptstadt der britischen Madras Presidency - die den größten Teil Südindiens umfasste. Robert Clive, der später wesentlichen Anteil an der Begründung der britischen Macht in Indien hatte, geriet dabei in Gefangenschaft. La Bourdonnais verließ Madras wieder gegen eine Kontribution von 9 Millionen Livres. Dagegen widersetzte sich Dupleix und ließ La Bourdonnais verhaften.

Der Zweite Aachener Friede, der am 18. Oktober 1748 unterzeichnet wurde, beendete die Kampfhandlungen. Er regelte die wechselseitige Rückgabe der Eroberungen zwischen Großbritannien und Frankreich. Der Konflikt sollte jedoch kurze Zeit darauf im Zweiten Karnatischen Krieg wieder aufflammen.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. vintage-maps.com: A Plan of Madras and Fort St. George (englisch), abgefragt am 19. September 2010