Erster Polizeihauptkommissar

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Erster Polizeihauptkommissar (EPHK) ist der höchste Dienstgrad bzw. die höchste Amtsbezeichnung der deutschen Polizeivollzugsbeamten des gehobenen Dienstes (für diese Laufbahn sind je nach Bundesland auch andere Bezeichnungen eingeführt worden, zum Beispiel 3. Qualifizierungsebene oder Laufbahnabschnitt 2.1 usw.). Stelleninhaber haben grundsätzlich ein erfolgreiches Studium an einer Fachhochschule absolviert und tragen den akademischen Grad Diplom-Verwaltungswirt (FH) oder einen vergleichbaren Bachelor of Arts. Sie sind in der Regel Vorgesetzte einer Organisationseinheit. Bei der Kriminalpolizei lautet die entsprechende Amtsbezeichnung Erster Kriminalhauptkommissar (EKHK). Bei der Polizei beim Deutschen Bundestag lautet die entsprechende Amtsbezeichnung Erster Polizeihauptkommissar beim Deutschen Bundestag.

EPHK werden nach Besoldungsgruppe (BesGr) A 13 besoldet. Typische Verwendungen sind taktische Führungsfunktionen z. B. als Dienststellenleiter, also als Revier-, Stations- oder Kommissariatsleiter oder als Führungskräfte in den Polizei-Stäben, z. B. als Stabs-, Sachbereichs- oder Sachgebietsleiter. In polizeilichen Bildungseinrichtungen wie Polizeischulen und Akademien leiten „Erste Polizeihauptkommissare“ beispielsweise Fachbereiche, Fachgruppen oder ähnliche fachliche Spezialbereiche, bei Bereitschaftspolizeiabteilungen führen sie in der Regel Einsatzeinheiten.

Die nächstniedrige Amtsbezeichnung ist „Polizeihauptkommissar“ (BesGr A 12), die nächsthöhere Amtsbezeichnung, jedoch in der identischen Besoldungsgruppe, ist „Polizeirat“ als Eingangsamt im höheren Dienst (BesGr A 13).

Das Dienstgradabzeichen besteht aus vier oder fünf silbernen Sternen auf dunkelblauem Grund (bei der Wasserschutzpolizei und beim Bundespolizeiamt See aus zwei Goldtressen à 8 mm zwischen zwei Goldtressen à 12 mm).

Amtsträger mit der Amtsbezeichnung EPHK sind Ermittlungspersonen der Staatsanwaltschaft, sofern sie nicht Leiter einer eigenständigen Dienststelle oder Leiter eines Fachbereichs sind.

In Schleswig-Holstein kann max. 10 Prozent der Ersten Polizeihauptkommissare und nur auf besonders herausgehobenen, von einer (Dienstpostenbewertungs-)Kommission als solche bewerteten, Dienstposten und zugleich besonders guten Leistungen eine Amtszulage gewährt werden. Hierdurch erreichen diese EPHK "A 13 Z" nahezu die Besoldungsgruppe A 14.

In Sachsen-Anhalt kann seit dem 1. Februar 2010 Beamten und ehemalige Beamten, die bisher eine Amtsbezeichnung des gehobenen Dienstes der Besoldungsgruppe A 13 führen, auf Antrag die Amtsbezeichnung Rat mit einem entsprechenden Zusatz verliehen werden (zum Beispiel Polizeirat statt Erster Polizeihauptkommissar). Beamte die nach dem Datum ernannt werden, wird die Amtsbezeichnung gleich verliehen. In Sachsen-Anhalt sind damit die ehemaligen Endämter des gehobenen Dienstes wegen der Änderung der Struktur weggefallen. Der bisherige gehobene und höhere Dienst wurden in der Laufbahngruppe 2 zusammengefasst.

niedrigere Amtsbezeichnung
Polizeihauptkommissar
aktuelle Amtsbezeichnung
Erster Polizeihauptkommissar
höhere Amtsbezeichnung
Polizeirat
Laufbahn: Mittlerer Dienst – Gehobener Dienst – Höherer Dienst
Alle Amtsbezeichnungen auf einen Blick: siehe Amtsbezeichnungen der deutschen Polizei.