Erwin Kreetz

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Erwin Kreetz (* 9. Dezember 1919 in Swinemünde (Polen); † 17. April 1945 in Steinheim an der Murr) war ein Soldat der deutschen Wehrmacht, der wenige Tage vor Ende des Zweiten Weltkriegs als Deserteur hingerichtet wurde.

Gedenktafel für Erwin Kreetz am Ort seiner Exekution.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erwin Kreetz war verheiratet und hatte vier Kinder, die während des Zweiten Weltkriegs zusammen mit seiner Ehefrau in Berlin lebten.

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Strafgefangenenkompanie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Mai 1944 wurde Erwin Kreetz strafweise in eine Feldstrafgefangenenkompanie abkommandiert. Anschließend gehörte er der 3. Flak-Ersatzabteilung 7 der 559. Volksgrenadierdivision unter dem Kommando von Kurt Adolf Eduard von Mühlen an und war Maschinengewehrschütze. Im April 1945 lag Erwin Kreetz am Frontabschnitt bei Flein.[1]

Desertion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wenige Tage bevor er sich von der Truppe entfernte, erhielt er über das Deutsche Rote Kreuz die Nachricht, dass seine Ehefrau bei einem Bombenangriff auf Berlin ums Leben gekommen war. Dieses Ereignis gilt als auslösendes Element für seine Desertion.

Beim Rückzug der Division wurde Erwin Kreetz entweder am 14. oder 15. April 1945 wenige Hundert Meter hinter der Front durch Generalmajor Kurt Adolf Eduard von Mühlen verhaftet und anschließend von Feldjägern nach Kleinbottwar gebracht. (In [1] wird durchgängig der Name Kurt-Hermann von Mühlen statt Kurt Adolf Eduard von Mühlen verwendet.) Im dortigen Rathaus wurde Erwin Kreetz durch den Feldgendarmen Karl Mu. bis zur Aburteilung bewacht.[1]

Gerichtsverfahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 16. April 1945 fand die Verhandlung als Standgericht oder Kriegsgericht im Kleinbottwarer Gasthaus Sommer statt. Das Verfahren endet mit einem Todesurteil. Ein von Erwin Kreetz gestelltes Gnadengesuch wurde von Kurt Adolf Eduard von Mühlen abgelehnt.[1]

Exekution[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grab des desertierten Soldaten Erwin Kreetz, der am 17. April 1945 kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges in einem Steinbruch zwischen Steinheim an der Murr und Kleinbottwar exekutiert wurde.

Am 17. April 1945 wurde Erwin Kreetz zur Exekution in den Steinbruch unterhalb der Burg Schaubeck, zwischen Kleinbottwar und Steinheim an der Murr gebracht.

Dem Ortspfarrer Lamparter wurde seitens des Generals von Mühlen nicht erlaubt, der Exekution beizuwohnen. Im Kleinbottwarer Sterbebuch wurde vermerkt, dass Erwin Kreetz der geistliche Beistand verweigert wurde.[2]

Das Erschießungskommando bestand aus 6 bis 8 Divisionsangehörigen. Nach dem nochmaligen Verlesens des Todesurteil wurde Erwin Kreetz letzter Wunsch nach einer Zigarette abgelehnt. Unmittelbar danach wurde der an einem Pfahl gebundene Erwin Kreetz erschossen. Anschließend mussten zwei italienischen Fremdarbeiter den Erschossenen im Steinbruch verscharren. Ein christliches Begräbnis auf dem Friedhof wurde verboten.[1]

Nach dem Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Umbettung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 9. Mai 1945 wurde Erwin Kreetz Leichnam von zwei Kleinbottwarer Männern ausgegraben und anschließend auf dem Friedhof Kleinbottwar unter Anteilnahme von 20 bis 30 Ortsansässigen beigesetzt.[1]

Gedenken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit vielen Jahren wird an die Exekution des Erwin Kreetz am Volkstrauertag am Grab Erwin Kreetz auf dem Friedhof Kleinbottwar gedacht.[3]

Seit 1989 steht auf Initiative des damaligen Steinheimer Bürgermeisters Alfred Ulrich oberhalb des Ortes an dem Erwin Kreetz exekutiert wurde ein Gedenkstein.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f Schönberger, Klaus und Beck, Stefan: Für mich ist der Krieg aus. Fahnenflucht, Verurteilung u. Exekution d. Erwin Kreetz in Kleinbottwar im April 1945. Alexander-Seitz-Geschichts-Werkstatt Marbach und Umgebung, Marbach am Neckar 1987.
  2. Pfarrarchiv Kleinbottwar, Sterbebuch, Eintragung Nr. 4 vom 17. April 1945
  3. "Zum Gedenken an den Deserteur Erwin Kreetz". SPD Ortsverein Steinheim, 14. November 2017, abgerufen am 19. November 2017.