Erwin Weill

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Aufnahme aus dem Jahr 1922

Erwin Louis Weill (geboren 2. November 1885 in Wien; gestorben vermutlich nach dem 9. Jänner 1942 im KZ Riga-Kaiserwald) war ein österreichischer Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erwin Louis Weill studierte an den Universitäten von Zürich und München und war danach als Schriftsteller tätig. Er publizierte Gedichte, Schlagertexte und Dramen für die Sprech- und Musiktheaterbühne. In den 1920er Jahren wurde er vor allem als Autor historischer Romane bekannt.

1923 wurde Weill Co-Direktor von Robert Blum (1881–1952) an dem am 29. Jänner 1924[1] (als 17. Wiener Theater)[2] eröffneten Modernen Theater im Palais des Kaufmännischen Vereins, Johannesgasse 4, Wien-Innere Stadt.[3]

Ab dem 30. November 1941 war Weill im KZ Theresienstadt interniert; von dort wurde er am 9. Jänner 1942 nach Riga deportiert, wo er dann ermordet wurde.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lyrik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Tage der Garben. Gedichte. Verlag Josef Singer, Straßburg-Leipzig 1909.
  • Die Taxushecke. Gedichte aus der galanten Zeit. Mit drei Radierungen von Paul Walter Stix. Ed. Strache, Wien 1921.
  • Der Lustgarten der Marquise. Neue Rokokogedichte. Mit Illustrationen nach Radierungen von Rudolf Hannich. Konegen Verlag, Wien 1926.
  • Rokokogedichte. Privatdruck (Druckerei Kiesel), Salzburg 1936.

Prosa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Miniaturen der Liebe. Novelle. „Wila“ Wiener Literarische Anstalt, Wien 1920.
  • Das Haus der Träumer. Roman. Verlag Ed. Strache, Wien-Prag-Leipzig 1921.
  • Indische Flamme. Roman. Rikola Verlag, Wien-Leipzig-München 1922.
  • Der Chinchillamantel. Roman. Deutsch-Oesterreichischer Verlag, Wien 1923.
  • Der Palast zu den tausend Wonnen. Roman. Schusdek Verlag, Wien-Leipzig 1924.
  • In einem kühlen Grunde. Der Roman des jungen Eichendorff. Ed. Strache, Wien 1925.
  • Venezianische Sonne. Der Roman des Malers Giorgione. Ed. Strache, Wien-Prag-Leipzig 1926.
  • Das Ewig-Weibliche. Novellen und Dialoge. Steyrermühl Verlag, Wien 1926. Band 383/384 aus der Reihe Tagblatt-Bibliothek.
  • Alice Rockebilts Europafahrt. Roman. 1926.
    Alice entdeckt Europa. Neufassung des Romans. Glöckner-Verlag, Berlin 1930, Glöckner-Bücher Nr. 81
  • Spielball. Roman. 1927.
  • Berühmte Räuber. Nach authentischen Quellen zusammengestellt. Mit sechs Portraits nach Vorlagen aus der ehemaligen kaiserlichen Fideikommißbibliothek in Wien. Steyrermühl Verlag, Wien 1927.
  • Der Mann der Nächte. Roman. 1927.
  • Lautlose Götter. Glöckner-Verlag, Berlin 1930.
  • Requiem. Der Roman des Wolfgang Amadeus Mozart. Mit einem Vorwort von Friedrich Schreyvogl. Bergland Verlag, Graz 1932.
  • Casanova. Ein Lebensbild. Bergland Verlag, Graz-Wien-Leipzig 1933 (Bergland-Buch, Sonderband 17).
  • Flamme aus Spanien. Der Roman des Ignatius von Loyola. Bergland Verlag, Graz-Wien-Leipzig 1933 (Bergland-Buch, Sonderband 8).
  • Schönbrunn – Sanssouci. Der Roman des Siebenjährigen Krieges. Bergland Verlag, Graz-Wien-Leipzig 1933 (Bergland-Buch, Sonderband 10).
  • Gottes Bollwerk. Ein Starhemberg Roman aus der Türkenzeit. Amonesta Verlag, Wien 1933.
  • Vier Frauen und ein Kaiser. Bergland Verlag, Graz-Wien-Leipzig 1935 (Bergland-Buch, Sonderband 26).
  • Kronprinz Rudolf. Das Leben eines merkwürdigen Mannes. Verlag Szelinski & Co., Wien 1936.

Kleine Texte

  • Greta Garbo. 28 Bilder mit einer biographischen Skizze von Erwin Weill. Verlag Schwidernoch, Wiener Graphische Kunstanstalt, Wien 1930 (Der Film. Monographien, 1. Heft).

Sonstiges

  • Sylvester. Eine Sommergeschichte. (Dieses nachgelassene letzte Werk von Paul Busson hat Erwin Weill abgeschlossen.) Speidel, Wien 1927.
  • Vorwort zu Gerhard Fischer: Halbmond um Wien anno 1683. Historischer Roman. Bergland-Buch, Graz 1933.

Bühnenwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Libretti[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Großstadtmärchen. Operette in 3 Akten von Erwin Weill und Bruno Hardt-Warden. Musik: Richard Fall. Brüder Mändl, Wien/Leipzig 1919, UA 10. Jänner 1920 Wien (Carltheater)
  • Adjeu, du schöne Welt! Ein heiteres Spiel in 1 Akt. Musik: Ferdinand Scherber, o. J.

Lied- und Schlagertexte und sonstige Vertonungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abschiedsbrief
  • Abschiedsbrief. Lied. Musik: Camilla Frydan. Mändl, Wien 1920.
  • Am Wegesrand. Lied. Musik: Arthur Perles. Autograph, o. J.
  • Da draußen in der Wachau. Valse Boston. Musik: Ernst Arnold, op. 37. Brüll, Berlin 1921.
  • Das Boudoir der Comtesse de P. Lied. Musik: Julius A. Heller. Josef Eberle, Wien 1910.
  • Das ist die Stunde, die mich traurig macht Boston triste. Musik: Béla Laszky. Edition Scala, Wien 1928.
  • Die Beichte der Königin Marie Antoinette. Melodram. Musik: Max Ast.
  • Die Vicomtesse de Folignar an den Marquis Saint Saaveur. Melodram. (Sprechstimme mit Klavier). Musik: Max Ast.
  • Der Herzog von Richelieu an die Actrice Zephire. Chanson. Musik: Karl Bittner, o. J.
  • Fieber. Tondichtung für Singstimme und Orchester. Musik: Franz Lehár, 1915.
  • Es hat der Wind mein Lied verweht. Lied. Musik: Karl Bittner, o. J.
  • Gwendolyn...! Lied. Musik: Camilla Frydan. Orpheus-Verlag Wien 1925.
  • Komödie des Herzens. Lied. Musik: Louis Roth, Autograph, o. J.
  • Matrosenabschied. Lied. Musik: Richard Maux, op. 112, 1920.
  • Mondschein Sonate. Lied. Musik: Louis Roth, Autograph, o. J.
  • Sehnsucht. Valse Boston. Musik: Ernst Arnold, op. 207, Josef Blaha, Wien 1926. (Radioschlager. Ernst Arnolds Werke Nr. 33)
  • Zuspruch. Lied. Musik: Georg Jokl, 1919.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Salomon Wininger: Große jüdische National-Biographie. Mit mehr als 8000 Lebensbeschreibungen namhafter jüdischer Männer und Frauen aller Zeiten und Länder. Ein Nachschlagewerk für das jüdische Volk und dessen Freunde. Band 6. Czernowitz. o. J. (1931)
  • Susanne Blumesberger, Michael Doppelhofer, Gabriele Mauthe: Handbuch österreichischer Autorinnen und Autoren jüdischer Herkunft 18. bis 20. Jahrhundert. Band 3: S–Z, Register. Hrsg. von der Österreichischen Nationalbibliothek. Saur, München 2002, ISBN 3-598-11545-8, S. 1436.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Modernes Theater. In: Neues Wiener Tagblatt. Demokratisches Organ, Nr. 27/1924 (LVIII. Jahrgang), 27. Jänner 1924, S. 21 (Annonce). (Online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/nwg
  2. Eröffnung des „Modernen Theaters“. Eindrücke von der Generalprobe. In: Neue Freie Presse, Morgenblatt, Nr. 21331/1924, 29. Jänner 1924, S. 8, Spalte 1 f. (Online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/nfp
  3. Theater, Kunst und Literatur. Ein neues Theater. In: Neues Wiener Tagblatt. Demokratisches Organ, Nr. 217/1923 (LVII. Jahrgang), 9. August 1923, S. 6, Spalte 2. (Online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/nwg