Erythräisches Meer

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Unter dem Erythräischen Meer verstand man in der Antike das Rote Meer, den Golf von Aden und den Indischen Ozean. Als Namensgeber dachten sich die Griechen den mythischen König Erythras, dessen Namen sich von ἐρυθρός (erythros, „rot“) herleitet.

Wichtige Quellen zum Handel in diesem Gebiet sind der Periplus Maris Erythraei (40–70 n. Chr.) eines unbekannten Autors (vermutlich ein griechischer oder ägyptischer Kaufmann) und ein Zollerlass des Kaisers Mark Aurel, der zwischen 176 und 180 entstand und die Waren aus dem Erythräischen Meer aufführt, die in Alexandria verzollt werden mussten. In Berenike (Baranis) wurden ferner Ostraka ausgegraben, die vermutlich Zoll-Listen darstellen. Auch Pflanzenreste aus dieser Siedlung geben wichtige Auskunft über den römischen Handel mit Indien und Ostafrika. Die wichtigsten Häfen waren Myos Hormos, Philoteras, Leukos Limen und Berenike. Das Erythräische Meer war berüchtigt für seine Piraten.

In Indien haben vor allem die Ausgrabungen in Arikamedu römische Münzen und Keramik erbracht. Nach den Schriftquellen waren auch Barbarikon und Barygaza im Westen des Subkontinents von Bedeutung.

Der griechische Indienhandel setzte um 120 v. Chr. ein[1] und wurde in römischer Zeit deutlich intensiviert.

Die Schiffe waren 40–50 m lang und aus Teakholz gebaut. Theophrast (5,4,7.1) beschreibt dieses Holz, das bis zu 200 Jahre halten konnte, wenn es unter Wasser verblieb. Die Schiffe hatten zwei bis drei Masten und konnten bis zu 700 Menschen befördern. Die Segel bestanden aus Baumwolle.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lionel Casson: The Periplus Maris Erythraei: text, translation, and commentary. Princeton University Press, Princeton 1989.
  • G. F. Hourani: Arab seafaring in the Indian Ocean. New Jersey 1951.
  • G. W. B. Huntingford (Hrsg.): Periplus Maris Erythraei/The Periplus of the Erythraean Sea by an unknown author with some extracts from Agatharkhidēs ‘On the Erythraean sea’. Hakluyt Society, London 1980.
  • M. Rice: The archaeology of the Arabian Gulf c. 5000–323 BC. Routledge, London 1993.
  • D. Schlingloff: Indische Seefahrer in römischer Zeit. In: Hermann Müller-Karpe (Hrsg.) Zur geschichtlichen Bedeutung der frühen Seefahrt. Beck, München 1982, S. 51–82.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. G. F. Hourani: Arab seafaring in the Indian Ocean. New Jersey 1951.