European White Knights of the Burning Cross

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Der European White Knights of the Burning Cross (EWKotBC) ist der europäische Ableger des Ku-Klux-Klan. Nach eigenen Angaben hat der Klan Landesgruppen in Deutschland, England, Schweden, Frankreich, Österreich, Schweiz und Italien, die Gruppen haben amerikanische Bruderklans.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Versprengte Gründungen von Gruppen im Umfeld des US-amerikanischen KKK gab es bereits mehrere. Laut eigener Aussage wurde der EWKotBC im Jahr 2007 „durch den ehrenwerten ‚Reverend Imperial Wizard‘“ gegründet. Der Reverend ist bürgerlich der Berliner Peter B. (Jahrgang 1954). Ebenfalls nach eigener Aussage war Peter B. jahrelang im US-amerikanischen KKK aktiv. Dort gehörte er der Organisation Imperial Klans of America an und war in Europa für diesen Klan als Vertreter aktiv (im KKK-Jargon wird dies als „Ghoul“ bezeichnet), Mit den Jahren sei er dort im Rang aufgestiegen. Die EWKotBC gründete er durch Anmeldung der Website im Jahr 2007 mit der offiziellen Erlaubnis der Klan-Organisation White Legion Knights. Im deutschen Ku-Klux-Klan trägt Peter B. den Titel „Imperial Wizard“ und nimmt damit die höchste Position ein. Außerdem bezeichnet er sich selbst als „Reverend Bishop“, als „hochwürdiger Bischof“.[1]

2009 fand eine Hausdurchsuchung bei Peter B. statt. Dabei wurden Klan-Devotionalien und eine Hitlerbüste gefunden. Auf einer Urkunde eines Klan-Mitglieds aus Mecklenburg-Vorpommern taucht der Geheimbund-Chef als „president and creator of the greatest and oldest Ku-Klux-Klan in Germany“ (deutsch: als Präsident und Gründer des größten und ältesten Ku-Klux-Klan in Deutschland) auf.[2]

Mitte April 2011 stand Peter B. wegen Volksverhetzung und Verbreitung von Propagandamitteln verfassungswidriger Organisationen vor Gericht. Nach dem ersten Verhandlungstag hatte Peter B. den Richter in einer E-Mail als „Judensau“ bezeichnet.[3] Er wurde zu einer Geldstrafe von 3600 Euro verurteilt. Am 14. September 2011 wurde er vom ältesten Klan Amerikas mit dem K-Quad ausgezeichnet, der höchstmöglichen Auszeichnung innerhalb des Ku Klux Klans. Diese Auszeichnung ist ein „Ehrengrad“ und wird in der Regel erst nach dem Tode verliehen.

Markus Ragusch vom Antifaschistischen Infoblatt bezweifelt, dass der Klan über nennenswerten Einfluss verfüge. Schätzungen nach belaufe es sich auf eine kleine Splitterorganisation mit weniger als zehn Mitgliedern, die sich durch die Berichterstattung im Berliner Kurier und im Express gekonnt selbst inszenieren konnte.[4]

Ideologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der europäische Ableger reiht sich in das rassistische und ultrarechte Weltbild des Ku-Klux-Klan aus den USA ein. In den Zeremonien wird eine Mischung aus christlicher Mystik und vorgeblicher Verteidigung der „Weißen Rasse“ gegen Sozialisten und andere Linke zelebriert.

Der vom Verfassungsschutz teilweise mitgelesene E-Mail-Verkehr unter den Klan-Mitgliedern ist voller rassischer Verunglimpfungen. Es fielen Sätze wie „Wir werden hier Fremde im eigenen Land. Aber nicht mit uns! Jeder von uns Kluxern ist ein patriotischer Botschafter unserer Rasse, unserer germanischen Kultur und unseres christlichen Glaubens.“[5]

Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gründer, die „Europa- und Landes-Führungsoffiziere“ sowie alle Mitglieder müssen Europäer sein. Die Mitglieder müssen weißer Hautfarbe sein. Die deutsche Gruppe hat wahrscheinlich um die 100 Mitglieder und konzentriert sich auf den Großraum Berlin sowie die östlichen Bundesländer. Die Gruppe ist offiziell anerkannt durch die KKK-Dachgesellschaft in den USA und deren Vertreter Reverend A.L. Holtzclaw.

Der Klan rekrutiert über mündliche Ansprache und über das Internet vor allem junge Mitglieder. Die Gruppe druckte den geheimen „Kloran“, die sogenannte Bibel des Ku-Klux-Klans, in eine Leder-Ausgabe nach. Mitglieder können das Buch über die Internetseite erwerben. Im Internet findet sich zudem ein Aufnahmeformular. Darin werden 13- bis 17-Jährige angesprochen, sich „mit Gleichaltrigen auszutauschen und in ein gut strukturiertes Leben zu starten“.[1][6]

Zeremonien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2011 wurde eine „Crosslighting“-Zeremonie der deutschen Klan Mitglieder bekannt. Auf einer Wiese bei Grabow im Süden Mecklenburg-Vorpommerns trafen sich 14 Männern und Frauen in den Gewändern des Ku-Klux-Klan (KKK). Die Mitglieder des European White Knights of the Burning Cross waren aus mehreren Regionen Deutschlands angereist. Ein Video auf der Seite des Klans dokumentiert Teile der Zemonie. Dabei wurde vom Zeremonienmeister „White Power!“ gerufen, und die Gruppe antwortete im Chor.[7]

European White Knights of the Ku Klux Klan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die European White Knights of the Ku Klux Klan (EWK KKK) werden oft mit den European White Knights of the Burning Cross verwechselt. Tatsächlich handelt es sich aber um zwei getrennt operierende Gruppierungen. Die EWK KKK wurden am 1. Oktober 2000 gegründet und vermutlich gegen Ende 2002 aufgelöst. Zu dieser Zeit existierte der EWKotBC noch nicht.[8] Auch auf der Website des EWKotBC wird jegliche Verbindung geleugnet und mit Rechtsmitteln gedroht, wenn jemand einen Zusammenhang herstellt.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b http://www.express.de/panorama/ku-klux-klan-geheimtreffen-mitten-in-deutschland,2192,9543210.html
  2. http://www.express.de/panorama/ku-klux-klan-geheimtreffen-mitten-in-deutschland,2192,9543210.html
  3. http://www.express.de/panorama/ku-klux-klan-geheimtreffen-mitten-in-deutschland,2192,9543210.html
  4. Markus Ragusch: Christlich-Arische Parallelwelten vor dem Kadi. Berlin rechtsaußen, abgerufen am 10. August 2013.
  5. http://www.express.de/panorama/ku-klux-klan-geheimtreffen-mitten-in-deutschland,2192,9543210.html
  6. Maik Baumgärtner und Marcus Böttcher: Rassenwahn: Die Hass-Bibel des Berliner Ku-Klux-Klan. Berliner Kurier, 11. August 2011, abgerufen am 10. August 2013.
  7. http://www.express.de/panorama/ku-klux-klan-geheimtreffen-mitten-in-deutschland,2192,9543210.html
  8. Bundesregierung: Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Ulla Jelpke, Heidrun Dittrich, Jens Petermann, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE. In: Deutscher Bundestag. 17. Wahlperiode (Hrsg.): Drucksache 17/10688. 13. September 2013, S. 2 (bundestag.de [PDF]).