Eva Schörkhuber

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Eva Schörkhuber (* 1982 in St. Pölten) ist eine österreichische Autorin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eva Schörkhuber hat Germanistik und Komparatistik in Wien und Marseille studiert. Neben Unterrichtstätigkeiten in Oran und Algier ist sie Herausgeberin, Lektorin, Dramaturgin, Autorin und Lehrbeauftragte. Sie ist außerdem bei textfeld südost tätig[1] – die literarische Plattform organisiert u. a. die Wiener Soundspaziergänge sowie das Literaturfestival "Sommerloch". Sie arbeitet an einer Dissertation über den Archivbegriff in der mitteleuropäischen Literatur.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Schörkhubers Roman Quecksilbertage (2014), der in Wien spielt, geht es um Verwicklungen aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Die Erzählinstanz, in den frühen Dreißigern, die nicht mehr zur Generation Praktikum gehören will, überlegt, wie das Leben als Scherenschnitt aussehen würde, mit den ganzen Schnitten darin und mit den Kerben kalter Zeit; sie hätte nach einem bestimmten Muster ihr Werk verrichtet. Mit ihrer Vergangenheit kann die erzählene Instanz nichts anfangen, hat zu ihr keinen Zugang finden können. Auf der Suche nach Gegenwart und Vergangenheit, der eigenen wie des Landes, will sie ihre Sicht ändern und nichts mehr einfach hinnehmen. Was würde noch auf sie zukommen?[2][3]

Der Literaturkritiker Christian Schacherreiter meint in einer Besprechung, die in den Salzburger Nachrichten erschienen ist, Eva Schörkhuber habe mit Quecksilbertage einen Roman vorgelegt, der allein aufgrund seiner herausragenden sprachlichen Qualität beeindrucke. Aber auch das Thema des Buchs habe einige Brisanz.[4]

Ihre Erzählung Die Blickfängerin (2013) verleiht dem Wort „Augenblick“ seine doppelte Bedeutung, indem aus der Perspektive einer Frau erzählt wird, die Blicke von Menschen, die an den Rändern der Gesellschaft leben, dauerhafter macht. Sie fängt Blicke auf Video ein und ordnet sie anschließend bestimmten Kategorien zu. Dabei wird ihr klar, dass ein Dokumentieren dieser Art keine Privatsache ist, denn es wird Distanz gebrochen, wenn sich Menschen begegnen, von denen einige durch eine Kameralinse schauen und andere sich politisch äußern, etwa weil sie sich äußern müssen, um nicht aus der Gemeinschaft des Mittelstands ausgestoßen zu sein, Geflüchtete zum Beispiel.[5] Die selbst erlebte Fluchtgeschichte nimmt langsam Gestalt an, nachdem die Erzählerin begonnen hat, einem der Blicke nach draußen zu folgen.[6]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nachricht an den Großen Bären. Roman. Edition Atelier, Wien 2017, ISBN 978-3-903005-27-3
  • Quecksilbertage. Roman. Edition Atelier, Wien 2014, ISBN 9783902498960
  • Die Blickfängerin. Erzählung. Edition Atelier, Wien 2013, ISBN 9783902498816
  • Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien, z. B. Der Stoff, aus dem (in: literatur exil preise 2012)
  • Textadaptionen für die Bühne, zuletzt: Die Schmerzmacherin (Regie: Alex.Riener, Uraufführung 2012 im Theater Drachengasse)

Herausgeberschaften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.textfeldsuedost.com/ textfeld südost
  2. Buchtrailer
  3. Verlagsangaben bei der DNB
  4. Rezension „Die tollen Möglichkeiten der Generation Praktikum“, Salzburger Nachrichten, Februar 2015
  5. Buchtipp: Die Blickfängerin, stadtbekannt.at, 14. Februar 2014
  6. Eva Schörkhuber erzählt Die Blickfängerin zusammenfassend nach, youtube.com