Evelyn Holt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Evelyn Holt 1928 auf einer Fotografie von Alexander Binder

Evelyn Holt (* 3. Oktober 1906 in Charlottenburg als Edith Toni Elsbeth Wenckens[1]; † 31. Januar 2001 in Los Angeles, USA[2]) war eine deutsche Schauspielerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tochter des Journalisten Waldemar Sklarz und der Kontoristin Sophie Wenckens trug ab der Heirat ihrer Eltern 1907 den Familiennamen ihres Vaters. So begann sie ihre Filmkarriere unter dem Namen Edith Sklarz. Erst nachdem sie in dem Film "Briefe, die ihn nicht erreichten" aufgefallen war und für die Titelrolle in Die Waise von Lowood engagiert wurde, nahm sie den Künstlernamen Evelyn Holt an. Die attraktive junge Frau avancierte schnell zu Hauptrollen neben Gustav Fröhlich und Hans Albers. Nach Gesangsunterricht wurde sie 1931 als Soubrette an das Große Schauspielhaus in Berlin verpflichtet.

Die Machtübergabe an die Nationalsozialisten beendete jedoch ihre Filmkarriere nach sieben erfolgreichen Jahren, da sie als angebliche „Halbjüdin“ ein Berufsverbot beim Film erhielt. Sie hielt sich noch mit Engagements als Soubrette an der Komischen Oper in Berlin über Wasser. Als sie 1937 den jüdischen Verleger Felix Guggenheim (1904–1976)[3] heiratete, war ihr auch das nicht mehr möglich. Im Jahr 1938 emigrierte das Paar zunächst in die Schweiz, um 1940 nach England überzusiedeln, später in die USA. Dort wurde Felix Guggenheim Exilverleger von Autoren wie Thomas Mann, Franz Werfel, Lion Feuchtwanger und Alfred Döblin.

Evelyn Holt blieb bis an ihr Lebensende in den USA und drehte nie wieder einen Film.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 4: H – L. Botho Höfer – Richard Lester. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 38 f.
  • Kay Weniger: Zwischen Bühne und Baracke. Lexikon der verfolgten Theater-, Film- und Musikkünstler 1933 bis 1945. Mit einem Geleitwort von Paul Spiegel. Metropol, Berlin 2008, ISBN 978-3-938690-10-9, S. 180.
  • Kay Weniger: 'Es wird im Leben dir mehr genommen als gegeben …'. Lexikon der aus Deutschland und Österreich emigrierten Filmschaffenden 1933 bis 1945. Eine Gesamtübersicht. S. 248 f., ACABUS-Verlag, Hamburg 2011, ISBN 978-3-86282-049-8

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesarchiv Berlin, Geburtsregister Standesamt Charlottenburg I, Nr. 722/1906 (kostenpflichtig abrufbar auf Ancestry.com)
  2. US Social Security Administration, Social Security Death Index (kostenpflichtig abrufbar auf Ancestry.com)
  3. Michaela Ullmann: Felix Guggenheim, bei Immigrant Entrepreneurship
  4. s. a. Freiwild