F-Bajonett

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ein Objektiv mit Nikon-F-Bajo­nett mit den Auto­matik-Über­tragungs­elemen­ten für die Blende, Brenn­weite und Auto­fokus
Die elek­trisch­en Kon­takte eines moder­nen AF-S-Objek­tivs mit Kunst­stoff­bajo­nett
Abmessungen des F-Bajo­netts

Das F-Bajonett ist ein Objektivbajonettsystem des japanischen Herstellers Nikon. Es dient dem Anschluss von Objektiven an analoge oder digitale Spiegelreflexkameras. Das F-Bajonett wurde im Jahr 1959 mit dem hauseigenen Kameramodell Nikon F eingeführt.

Wortherkunft[Bearbeiten]

Zur Zeit der Einführung des Modells Nikon F und ihres Bajonetts wurden Spiegelreflexkameras oft mit „R“ für Reflex bezeichnet. Da das „R“ aber international nicht phonetisch einheitlich ausgesprochen wird, wählte man zur Bezeichnung des neuen Systems den Buchstaben F aus Re-Flex aus.[1]

Charakteristika[Bearbeiten]

Das F-Bajonett hat einen Durchmesser von 44 mm und es wird – im Gegensatz zu den überwiegenden Systemen anderer Hersteller – linksdrehend angeschlossen. Aufgrund des für Kleinbildkameras vergleichsweise hohen Auflagemaßes von 46,5 mm ist es schwierig und wenig gebräuchlich, Kleinbildobjektive, die nicht für das F-Bajonett konstruiert wurden, an das F-Bajonett zu adaptieren. Es existieren verschiedene Adapterlösungen, die entweder ein zusätzliches optisches Element zum Ausgleich eines kürzeren Auflagemaßes enthalten, oder man verliert die Möglichkeit, das Objektiv auf Unendlich zu fokussieren. Objektive mit einem größeren Auflagemaß, z. B. für das Mittelformat, können ohne Einschränkungen adaptiert werden.

Das Besondere an diesem System ist die weitgehende Kompatibilität der Objektive und Kameras über einen längeren Zeitraum. Das Nikon-F-Bajonett ist eines von nur zwei Objektivsystemen (zusammen mit dem K-Bajonett von Pentax), das nicht mit der Einführung des Autofokus eingestellt wurde. Stattdessen wurde es weiterentwickelt, um den neuen technischen Anforderungen zu genügen. Die Nikon Df und das aktuelle Spitzenmodell Nikon D4 kann fast alle Objektive verwenden, die auch an die erste Nikon F passen. Die große Vielfalt an kompatiblen Objektiven bedeutet, dass das F-Bajonett das bisher größte System an Wechselobjektiven für Spiegelreflexkameras (SLR) darstellt. Über 400 verschiedene Nikkor-Objektive lassen sich, mit unterschiedlicher Funktionalität, damit verwenden.

Kompatible Objektive sind, außer von Nikon selbst, u. a. von den Firmen Sigma, Tamron, Tokina (Autofokus), von Carl Zeiss, Voigtländer und Samyang (manuell) sowie Schneider-Kreuznach (Tilt-Shift) erhältlich. Die Firma Fujifilm stellte kompatible digitale Spiegelreflexkameras mit Nikon-F-Bajonett her (S1 Pro bis S5 Pro), ebenso wie Kodak (DCS Pro 14n und DCS Pro SLR/n).

Datenübertragung[Bearbeiten]

Für die Datenübertragung zwischen Kamera, Objektiv und ggf. Telekonverter benutzt Nikon bis zu 10 elektrische Kontakte. Man kann zwischen drei verschiedenen Generationen der Datenübertragung unterscheiden: Der F3AF benutzt 6 Pins, Ai-P und AF 5 Pins und AF-I/AF-S 7 bis 10 Pins. Die Pins 8 bis 10 existieren nur an manchen AF-I-, AF-S- sowie den E-Objektiven.

Folgende Belegungen kann man sich aus verschiedenen Nikon-Reparaturhandbüchern[2] ableiten:

Datenübertragung am F-Bajonett
Pin F3AF Ai-P/AF AF-I/AF-S
P1 Spannungsversorgung wenn Belichtungsmesser aktiv (VCC) (5V DC)
P2 Read/Write (RW1)
P3 Near to Far Serial Clock von Kamera (CLK)
P4 Far to Near Data, Serial I/O
P5 x x Hotline, Pulse (RW2)
P6 Relative Distance x Spannungsversorgung für AF-S-Motor (VCC)
P7 Masse (GND)
P8 x x nur bei manchen AF-S Objektiven, Hotline, Pulse
P9 x x nur bei manchen AF-S Objektiven
P10 x x nur bei manchen AF-S Objektiven
Mount - - Masse (GND)

x = Pin nicht vorhanden

Geschichtliche Entwicklung[Bearbeiten]

Das Bajonett wurde im Laufe der Jahre vom Hersteller immer wieder verändert und weiterentwickelt, um Kameras und Objektive mit neuen Merkmalen anbieten zu können.

Im Jahr 1959 wurde das Bajonett mit dem Kameramodell Nikon F eingeführt. Es diente im Wesentlichen einem mechanisch soliden Anschluß und war, neben der rein optischen Funktion, nicht zu Übertragung weiterer Parameter ausgelegt. Die Blendeninformation des Objektivs konnte dennoch mittels eines Metallaufsatzes am Blendenring, der so genannten „Nikon-Gabel", auf einen Schieber an der Kamera übertragen werden.

Ab 1977 konnte die Lichtstärke des Objektivs an den Belichtungsmesser der Kamera übermittelt werden. Außerdem wurde die Blendeninformation von nun an über eine Nocke hinten am Blendenring des Objektivs übertragen. Diese kann einen Schieber an der Kamera bewegen. Die Funktion wurde von den neu eingeführten Ai-Objektiven unterstützt.

Ab 1982 konnte die Blende des Objektivs von der Belichtungsautomatik der Kamera gesteuert werden. Dies wurde mit den Modellen Nikon F-301 und Nikon FA eingeführt.

Im April 1983 wurde eine erste Autofokusfunktionalität realisiert. Sie beruhte auf einem in das Objektiv eingebauten Fokussiermotor. Der Autofokus wurde mit dem Kameramodell Nikon F3 AF sowie zwei F3AF-Objektiven angeboten.

Im Jahr 1986 wurde der Autofokusmechanismus verändert. Der Fokussiermechanismus wurde nun durch einen Elektromotor im Gehäuse der Kamera angetrieben, der über eine mechanische Kupplung, ähnlich einem Schlitzschraubendreher, mit dem Objektiv verbunden ist. Der Autofokus wurde mit dem Kameramodell Nikon F-501 sowie verschiedenen Objektiven angeboten.

Ab 1992 war es mit D-Objektiven möglich, die Entfernung zum Fotoobjekt vom Objektiv an den in der Kamera befindlichen Belichtungsmesser zu übertragen. Dies ermöglichte eine bessere Belichtungs- und Blitzbelichtungsmessung. D-Objektive wurden zusammen mit dem Kameramodell Nikon F90 eingeführt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Referenzen[Bearbeiten]

  1. Nikon History: Debut of Nikon F
  2. Nikon-Reparaturhandbücher