Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe

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Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.
(FNR)
Logo der FNR.png
Zweck: Forschungsförderung im Bereich nachwachsender Rohstoffe
Vorsitz: Dr. Robert Kloos
Geschäftsführer: Dr. Andreas Schütte
Gründungsdatum: 1993
Mitarbeiterzahl: 80
Sitz: Gülzow (Landkreis Rostock)
Website: www.fnr.de
Sitz der FNR in Gülzow

Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) wurde 1993 auf Initiative der Bundesregierung mit der Maßgabe ins Leben gerufen, Forschungs-, Entwicklungs- und Demonstrationsprojekte im Bereich nachwachsender Rohstoffe (abgekürzt Nawaro oder NR) zu fördern. Als Projektträger untersteht sie dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Grundlage für die Förderung ist das im Mai 2015 veröffentlichte, neu ausgerichtete Förderprogramm „Nachwachsende Rohstoffe“ des Ministeriums. Derzeit unterstützt die FNR rund 600 Vorhaben mit einer Gesamt-Fördersumme von knapp 193 Millionen Euro.

2015 verwaltete die FNR 59 Millionen Euro, die aus dem Bundeshaushalt für die Umsetzung des Förderprogramms zur Verfügung gestellt wurden. Zusätzlich standen 2015 noch 24 Millionen Euro für Forschung und Entwicklung im Bioenergie-Bereich aus dem Sondervermögen „Energie- und Klimafonds“ zur Verfügung.[1]

Organisation[Bearbeiten]

Die FNR ist ein eingetragener Verein mit dem laut Satzung vorgesehenen Zweck, einen wirksamen und kontinuierlichen Beitrag für die Entwicklung und den Einsatz nachwachsender Rohstoffe insbesondere unter Berücksichtigung von Nutzungskonkurrenzen, direkten und indirekten Flächeneffekten, Biomassekonversionen sowie von partiellen und übergreifenden Nachhaltigkeitskonzepten zu leisten.

Die Organe der FNR sind

  • die Mitgliederversammlung, bestehend aus bis zu 7 stimmberechtigten Mitgliedern, die dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) oder dessen Geschäftsbereich angehören sowie Fördermitglieder, die die Arbeit der FNR beratend unterstützen,
  • der Vorstand,
  • der fachliche Beirat und der Vorstand des fachlichen Beirats, welche ebenfalls beratend tätig sind, sowie
  • die zur Geschäftsführung bestellte Person.

Organigramm der FNR

Aufgaben[Bearbeiten]

Förderung von Forschung und Entwicklung[Bearbeiten]

Hauptaufgabe der FNR ist die Unterstützung der angewandten Forschung und Entwicklung im Bereich der nachhaltigen Erzeugung und Nutzung nachwachsender Ressourcen. Ziel ist es, vielversprechende Verfahren und Produkte zur Marktreife weiterzuentwickeln. Pro Jahr betreut die FNR mehrere hundert laufende Vorhaben.

Information und Öffentlichkeitsarbeit[Bearbeiten]

Die FNR ist erste Anlaufstelle für das Thema nachwachsende Rohstoffe. Neben der Fachinformation spielt die Aufklärung und Beratung der Öffentlichkeit eine wichtige Rolle. Dazu betreut die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe eine Reihe von Themenportalen, die über die Nutzung nachwachsender Rohstoffe informieren. Zusätzlich steht in der Mediathek der FNR eine Vielzahl an Informationsmaterial zu nachwachsenden Rohstoffen bereit. Regelmäßige Veranstaltungen sowie die Beteiligung an Fach- und Verbrauchermessen runden das Tätigkeitsspektrum ab.

EU und Internationales[Bearbeiten]

Zusätzlich zur Beteiligung an EU geförderten Projekten engagiert sich die FNR in europäischen und internationalen Gremien und Arbeitsgruppen, um gemeinsame Strategien für eine nachhaltige Nutzung von Biomasse unter Einsatz innovativer und effizienter Technologien zu erarbeiten.

Bedeutung nachwachsender Rohstoffe[Bearbeiten]

Die fossilen Ressourcen wie Kohle, Erdöl und Erdgas werden weltweit immer knapper. In dieser Situation ist Deutschland wie viele andere Industrieländer zunehmend auf alternative Rohstoffquellen angewiesen. Nachwachsende Rohstoffe, das heißt land- und forstwirtschaftliche Rohstoffe pflanzlichen und tierischen Ursprungs, die stofflich oder energetisch genutzt werden, leisten hier einen wichtigen Beitrag. Sie können nicht nur zur Versorgungssicherheit, sondern auch zum Klima¬schutz beitragen.

Wirtschaftsfaktor nachwachsende Rohstoffe

Der Anbau und die lokale und regionale Nutzung nachwachsender Rohstoffe fördern Wachstum, Wertschöpfung und neue Arbeitsplätze, vor allem im ländlichen Raum. Sie ermöglichen wirtschaftliche und gesellschaftliche Teilhabe und führen so zu einer Steigerung der Lebensqualität für die Menschen vor Ort. Auch im industriellen Bereich, etwa in der chemischen Industrie, werden nachwachsende Rohstoffe zunehmend eingesetzt und tragen auch hier zur Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen bei.

Sonstiges[Bearbeiten]

Mit einem einzigartigen Pilotprojekt konnte die FNR gemeinsam mit dem Wikimedia Deutschland und dem nova-Institut von 2007 bis 2010 das erste staatlich geförderte Projekt innerhalb der Wikipedia zum Aufbau des Themenbereich Nachwachsende Rohstoffe durchführen.[2]

Literatur[Bearbeiten]

  • Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (Hrsg.): Informationen zur Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe Flyer, 10. Aufl. 2016 [1]
  • Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (Hrsg.): 20 Jahre Nachwachsende Rohstoffe [2] zum 20-jährigen Bestehen, 2013.
  • Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (Hrsg.): Nachwachsende Rohstoffe - Spitzentechnologie ohne Ende Broschüre, 5. Aufl. 2011 [3]
  • Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (Hrsg.): Tolle Ideen – Nachwachsende Rohstoffe auf dem Weg zum Markt Broschüre, 1. Aufl. 2011 [4]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. FNR: FNR Jahresbericht 2014/15
  2. FNR: Abschlussbericht (PDF; 830 kB) für das Projekt „Nachwachsende Rohstoffe im Wikipedia-Online-Lexikon“