Gülzow-Prüzen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Gülzow-Prüzen
Gülzow-Prüzen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Gülzow-Prüzen hervorgehoben
Koordinaten: 53° 47′ N, 12° 3′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Rostock
Amt: Güstrow-Land
Höhe: 10 m ü. NHN
Fläche: 58,2 km2
Einwohner: 1592 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 27 Einwohner je km2
Postleitzahl: 18276
Vorwahlen: 038450, 03843
Kfz-Kennzeichen: LRO, BÜZ, DBR, GÜ, ROS, TET
Gemeindeschlüssel: 13 0 72 042
Adresse der Amtsverwaltung: Haselstraße 4
18273 Güstrow
Webpräsenz: www.amt-guestrow-land.de
Bürgermeister: Karl-Heinz Kissmann
Lage der Gemeinde Gülzow-Prüzen im Landkreis Rostock
RostockSchwerinLandkreis Mecklenburgische SeenplatteLandkreis Vorpommern-RügenLandkreis NordwestmecklenburgLandkreis NordwestmecklenburgLandkreis Ludwigslust-ParchimAdmannshagen-BargeshagenBartenshagen-ParkentinBörgerende-RethwischHohenfelde (Mecklenburg)Nienhagen (Landkreis Rostock)ReddelichRetschowSteffenshagenWittenbeckBaumgarten (Warnow)BernittBützowDreetz (Mecklenburg)JürgenshagenKlein BelitzPenzinRühnSteinhagen (Mecklenburg)Tarnow (Mecklenburg)Warnow (bei Bützow)ZepelinBroderstorfBlankenhagenPoppendorf (Mecklenburg)Roggentin (bei Rostock)BroderstorfThulendorfAltkalenBehren-LübchinBoddinFinkenthalGnoienLühburgWalkendorfBehren-LübchinGlasewitzGroß SchwiesowGülzow-PrüzenGutowKlein UpahlKuhsLohmen (Mecklenburg)Lüssow (Mecklenburg)MistorfMühl RosinPlaazReimershagenSarmstorfDiekhofDolgen am SeeHohen SprenzLaageWardowDobbin-LinstowHoppenradeKrakow am SeeKuchelmißLalendorfLalendorfAlt SührkowDahmenDalkendorfGroß RogeGroß WokernGroß WüstenfeldeHohen DemzinJördenstorfLelkendorfPrebberedeSchorssowSchwasdorfSukow-LevitzowThürkowWarnkenhagenAlt BukowAm SalzhaffBastorfBastorfBiendorf (Mecklenburg)CarinerlandKirch MulsowRerikBentwischBlankenhagenGelbensandeMönchhagenRövershagenBenitzBröbberowKassowRukietenSchwaanVorbeckWiendorf (Mecklenburg)Cammin (bei Rostock)GnewitzGrammowNustrowSelpinStubbendorf (bei Tessin)Tessin (bei Rostock)ThelkowZarnewanzElmenhorst/LichtenhagenKritzmowLambrechtshagenPapendorf (Warnow)PölchowStäbelowZiesendorfBad DoberanDummerstorfGraal-MüritzGüstrowKröpelinKühlungsbornNeubukowSanitzSatowTeterowKarte
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Gülzow-Prüzen ist eine Gemeinde im Südwesten des Landkreises Rostock in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Sie wird vom Amt Güstrow-Land mit Sitz in der nicht amtsangehörigen Stadt Güstrow verwaltet.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Groß Upahler See

Die Gemeinde, die am 13. Juni 2004 aus den zuvor selbständigen Orten Gülzow und Prüzen gebildet wurde, liegt westlich bzw. südwestlich der Kreisstadt Güstrow. Der großflächige Bereich der Gemeinde reicht vom Ufer der Nebel im Norden bis an die Grenze zum Landkreis Ludwigslust-Parchim im Süden. Während der Norden des Gemeindegebietes weitgehend flach ist, steigt das Gelände im Süden leicht an, es werden hier Höhen von etwa 70 m ü. NN erreicht. Im Gebiet um Gülzow-Prüzen liegen mehrere Seen, von denen der Parumer See, der Groß Upahler See, der Lenzener See, der Karcheezer See und der Prüzener See hervorzuheben sind.

Wappen Gülzow

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Boldebuck
  • Groß Upahl
  • Gülzow
  • Hägerfelde
  • Karcheez
  • Langensee
  • Mühlengeez
  • Parum
  • Prüzen
  • Tieplitz
  • Wilhelminendorf
(oa. Willihof)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Gülzow-Prüzen entstand am 13. Juni 2004 durch den Zusammenschluss der vormals eigenständigen Gemeinden Gülzow und Prüzen.[2] Bis Ende 2004 gehörte die Gemeinde dem zu diesem Termin aufgelösten Amt Steintanz-Warnowtal an.

Gülzow wurde 1333 erstmals urkundlich erwähnt. Das 1782 errichtete Gutshaus wurde Mitte des 19. Jahrhunderts im klassizistischen Stil umgebaut. Letzter Besitzer bis 1945 war die Lochow Gesellschaft. Das Gebäude ist erhalten und saniert. Am 1. Juli 1950 wurden die bis dahin eigenständigen Gemeinden Langensee und Wilhelminendorf eingegliedert.

Karcheez war ebenfalls ein Gut. Das sanierte Gutshaus ist von einem Park umgeben. Die Dorfkirche Kerckgetze war 1234 Patronatskirche des Klosters Dobbertin. [3]

Langensee: Das Gut mit klassizistischem Gutshaus von 1798 (heute Ferienwohnungen) wurde in den 1930er Jahren aufgesiedelt.

Prüzen wurde 1351 erstmals urkundlich erwähnt. Das Gut Prüzen war u. a. im Besitz der Familien von Bülow (1366–1812), Satow (1812–1882), Ernst/Graf von Schlieffen (1882–1916) und Bronsart von Schellendorff. Das Gutshaus Prüzen war ein eingeschossiges Gebäude, wohl aus der Mitte des 19. Jahrhunderts.[4] Die Gemeinde Prüzen entstand am 1. Juli 1950 durch den Zusammenschluss der bisherigen Gemeinden Groß Upahl, Hängerfelde und Tieplitz.

Groß Upahl wurde 1237 erstmals urkundlich erwähnt [5], als das Dorf mit 20 Hufen zum Kloster Dobbertin kam. Von 1778 bis 1780 wurde der neue Hof zu Upahl errichtet. [6]

1820 wurde auf dem Pachtgut die Leibeigenschaft aufgehoben. Seit 1945 wurden Neubauernstellen geschaffen und am 12. November 1957 die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) „7. November“ gegründet. 1976 erfolgte der Zusammenschluss der LPG „7. November“ mit der LPG „Einigkeit“ Karcheez.[7]

1974 verkaufte die Gemeinde Prüzen den Pfarrhof von Groß Upahl an die Stephanusstiftung. Diese richtete nach der Rekonstruktion ein Freizeitheim für behinderte Kinder und Jugendliche ein. Seit 1988 wurde diese Einrichtung zu einer Nachsorgeeinrichtung für Suchtkranke. Seit 1991 ist die Stadtmission Schwerin Träger der Einrichtung.[8]

Tieplitz: Gutsbesitzer waren u. a. die Familien von Parkentin (ab 1605), von Bredow (1738–1767), von Elderhorst (ab 1773), von Behr-Negendank (ab 1791), von Pritzbuer (ab 1792), Fürst Georg Wilhelm zu Schaumburg-Lippe (1794–1847), von Bassewitz (ab 1871), Eduard Dubbers (ab 1900), Kuno Brinkmann (ab 1909), von Holstein (ab 1937) und von Laer. Das Gutshaus stammt von 1793 mit späteren An- und Umbauten.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen Gülzow-Prüzen

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Rot ein goldenes Nesselblatt belegt mit 11 roten Kugeln (3:3:3:2).“

Das Nesselblatt stammt aus dem Wappen des ehemaligen Fürstentums Schaumburg-Lippe, welches hier Ländereien besaß. Die Kugeln auf dem Nesselblatt sind dem Wappen der Familie von Bülow entlehnt, die in der Zeitspanne vom 14. bis zum 19. Jahrhundert Grundbesitzer einiger Dörfer war. Statt der ursprünglich 14 Kugeln auf dem Wappen der Bülows wurden elf verwendet, diese stehen symbolisch für die Anzahl der Dörfer der Gemeinde.

Das Wappen, das durch einen Hobby-Heraldiker in Zusammenarbeit mit einer Heraldikerin des Schweriner Staatsarchivs entstand, wurde am 6. Oktober 2008 durch Lorenz Caffier, Innenminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern, durch Übergabe des Wappenbriefes genehmigt.[9][10]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch Liste der Baudenkmale in Gülzow-Prüzen

  • Dorfkirchen in Groß Upahl (erste Erwähnung 1357)[11], Karcheez (erste Erwähnung 1234)[12] und Parum. Letztere ist dem Heiligen Laurentius geweiht und besitzt eine Orgel aus der Werkstatt von Friedrich Ladegast (1891).
  • Gutshaus Gülzow von 1782; eingeschossiges, 11-achsiges Backsteingebäude mit Mansarddach und zweigeschossigem Mittelrisalit im klassizistischen Stil in der Mitte des 19. Jahrhunderts umgebaut, heute Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe.
  • Gutshaus Tieplitz von 1793 mit späteren An- und Umbauten

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ortsteil Prüzen kreuzt die Verbindungsstraße von Bützow nach Goldberg die Bundesstraße 104 von Schwerin nach Güstrow. Nahe dieser Kreuzung haben sich viele Firmen und Geschäfte auf einem 12 Hektar großen Gewerbegebiet niedergelassen. Von den nahen Städten Bützow und Güstrow bestehen Bahnverbindungen in alle Richtungen.

Söhne und Töchter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Prüzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Cuno von Rodde (1857–1927), Großherzoglich mecklenburg-schwerinscher Forstmeister, Genealoge und Heraldiker

Groß Upahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wilhelminendorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Ton, deutscher Rekordhalter in Erzeugung des lautesten Geräusches aus dem Mund[13]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedruckte Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mecklenburgisches Urkundenbuch (MUB)

Ungedruckte Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Landeshauptarchiv Schwerin
    • LHAS 1.5-4/3 Urkunden Kloster Dobbertin.
    • LHAS 5.11-2 Landtagsversammlung, Landtagsverhandlungen, Landtagsprotokolle, Landtagsausschuß.
    • LHAS 5.12-4/2 Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gülzow-Prüzen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Amt M-V – Bevölkerungsstand der Kreise, Ämter und Gemeinden 2016 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gebietsänderungen in Mecklenburg-Vorpommern 2004 (PDF-Datei; 62 kB)
  3. MUB I. (1863) Nr. 425.
  4. Gut Prüzen auf www.gutshaeuser.de
  5. MUB I. (1863) Nr. 469.
  6. LHAS 5.11-2 Landtagsprotokoll 16. November 1778.
  7. Chronik Groß Upahl–775 Jahre, 2012, S. 3, 9, 19 und 21
  8. Chronik Groß Upahl–775 Jahre, 2012, S. 20
  9. Schweriner Volkszeitung, Lokalseite Bützow, 10. Oktober 2008, S. 18
  10. Jede dritte Gemeinde im Nordosten führt eigenes Wappen@1@2Vorlage:Toter Link/www.mecklenburg-vorpommern.eu (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. – Seite der Landesregierung
  11. Chronik Groß Upahl – 775 Jahre, 2012, S. 3
  12. Chronik Groß Upahl – 775 Jahre, 2012, S. 3
  13. Schmock Schmandmantel: Familienchronik Fröhlich. Hrsg.: Schmandmantel GmbH. 1. Auflage. Band 1, Nr. 88, 1988, S. 88.