Gülzow-Prüzen

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Wappen Deutschlandkarte
Gülzow-Prüzen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Gülzow-Prüzen hervorgehoben

Koordinaten: 53° 47′ N, 12° 3′ O

Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Rostock
Amt: Güstrow-Land
Höhe: 10 m ü. NHN
Fläche: 58,34 km2
Einwohner: 1584 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 27 Einwohner je km2
Postleitzahl: 18276
Vorwahlen: 038450, 03843
Kfz-Kennzeichen: LRO, BÜZ, DBR, GÜ, ROS, TET
Gemeindeschlüssel: 13 0 72 042
Adresse der Amtsverwaltung: Haselstraße 4
18273 Güstrow
Website: Gülzow-Prüzen auf amt-guestrow-land.de
Bürgermeister: Karl-Heinz Kissmann
Lage der Gemeinde Gülzow-Prüzen im Landkreis Rostock
RostockSchwerinLandkreis Mecklenburgische SeenplatteLandkreis Vorpommern-RügenLandkreis NordwestmecklenburgLandkreis NordwestmecklenburgLandkreis Ludwigslust-ParchimAdmannshagen-BargeshagenBartenshagen-ParkentinBörgerende-RethwischHohenfelde (Mecklenburg)Nienhagen (Landkreis Rostock)ReddelichRetschowSteffenshagenWittenbeckBaumgarten (Warnow)BernittBützowDreetz (Mecklenburg)JürgenshagenKlein BelitzPenzinRühnSteinhagen (Mecklenburg)Tarnow (Mecklenburg)Warnow (bei Bützow)ZepelinBroderstorfBlankenhagenPoppendorfRoggentin (bei Rostock)BroderstorfThulendorfAltkalenBehren-LübchinFinkenthalGnoienWalkendorfBehren-LübchinGlasewitzGroß SchwiesowGülzow-PrüzenGutowKlein UpahlKuhsLohmen (Mecklenburg)Lüssow (Mecklenburg)MistorfMühl RosinPlaazReimershagenSarmstorfDolgen am SeeHohen SprenzLaageWardowDobbin-LinstowHoppenradeKrakow am SeeKuchelmißLalendorfLalendorfAlt SührkowDahmenDalkendorfGroß RogeGroß WokernGroß WüstenfeldeHohen DemzinJördenstorfLelkendorfPrebberedeSchorssowSchwasdorfSukow-LevitzowThürkowWarnkenhagenAlt BukowAm SalzhaffBastorfBastorfBiendorf (Mecklenburg)CarinerlandRerikBentwischBlankenhagenGelbensandeMönchhagenRövershagenBenitzBröbberowKassowRukietenSchwaanVorbeckWiendorf (Mecklenburg)Cammin (bei Rostock)GnewitzGrammowNustrowSelpinStubbendorfTessin (bei Rostock)ThelkowZarnewanzElmenhorst/LichtenhagenKritzmowLambrechtshagenPapendorf (Warnow)PölchowStäbelowZiesendorfBad DoberanDummerstorfGraal-MüritzGüstrowKröpelinKühlungsbornNeubukowSanitzSatowTeterowKarte
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Gülzow-Prüzen ist eine Gemeinde im Südwesten des Landkreises Rostock in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Sie wird vom Amt Güstrow-Land mit Sitz in der nicht amtsangehörigen Stadt Güstrow verwaltet.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde, die am 13. Juni 2004 aus den zuvor selbständigen Orten Gülzow und Prüzen gebildet wurde, liegt westlich bzw. südwestlich der Kreisstadt Güstrow. Der großflächige Bereich der Gemeinde reicht vom Ufer der Nebel im Norden bis an die Grenze zum Landkreis Ludwigslust-Parchim im Süden. Während der Norden des Gemeindegebietes weitgehend flach ist, steigt das Gelände im Süden leicht an, es werden hier Höhen von etwa 70 m ü. NN erreicht. Im Gebiet um Gülzow-Prüzen liegen mehrere Seen, von denen der Parumer See, der Groß Upahler See, der Lenzener See, der Karcheezer See und der Prüzener See hervorzuheben sind.

Groß Upahler See

Umgeben wird Gülzow-Prüzen von den Nachbargemeinden Zepelin und Groß Schwiesow im Norden, Lüssow und Güstrow im Nordosten, Gutow im Osten, Lohmen im Südosten, Klein Upahl im Süden, Mustin und Witzin im Südwesten sowie Tarnow und Dreetz im Westen.

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Boldebuck
  • Groß Upahl
  • Gülzow
  • Hägerfelde
  • Karcheez
  • Langensee
  • Mühlengeez
  • Parum
  • Prüzen
  • Tieplitz
  • Wilhelminenhof
Wappen Gülzow

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Gülzow-Prüzen entstand am 13. Juni 2004 durch den Zusammenschluss der vormals eigenständigen Gemeinden Gülzow und Prüzen.[2] Bis Ende 2004 gehörte die Gemeinde dem zu diesem Termin aufgelösten Amt Steintanz-Warnowtal an.

Gülzow wurde 1333 erstmals urkundlich erwähnt. Es war im Besitz der Familien von Lepel (ab 1671), von Bülow (ab 1706), von Mecklenburg (1732–1786), von Lücken (1786–1795), von Lowtzow (1795–1798), Johann Christoph Kraus (1799–1810), dann das Haus der Fürsten von Schaumburg-Lippe (1810 – nach 1928). Gülzow war Ende der 1920er Jahre ein Lehngut in der Eigengröße von 781 ha. Hauptsitz der Fürstlichen Begüterung in Mecklenburg war Vietgest, mit Zentralverwaltung.[3] Das bereits 1782 errichtete Gutshaus wurde Mitte des 19. Jahrhunderts im klassizistischen Stil umgebaut. Letzter Besitzer, mit Erwerb 1939,[4] bis 1945 war die von-Lochow-Gesellschaft (GmbH), Nachfahren des international bekannten Saatzüchters Ferdinand von Lochow-Petkus. Das Gebäude selbst ist erhalten und saniert. Am 1. Juli 1950 wurden die bis dahin eigenständigen Gemeinden Langensee und Wilhelminendorf eingegliedert.

Karcheez war ebenfalls ein Gut. Das sanierte Gutshaus ist von einem Park umgeben. Die Dorfkirche Kerckgetze war 1234 Patronatskirche des Klosters Dobbertin.[5]

Langensee: Das Gut, etwa 289 ha, mit dazugehörigem klassizistischem Gutshaus von 1798 (heute Ferienwohnungen) wurde in den 1930er Jahren aufgesiedelt.

Prüzen wurde 1351 erstmals urkundlich erwähnt. Das Gut Prüzen war u. a. im Besitz der Familien von Bülow (1366–1812), Satow (1812–1882), von Schlieffen (1882–1916) und Bronsart von Schellendorff. Hans Bronsart von Schellendorf (1874–1938) war Besitzer von Prüzen und Marienhof, ebenso sein Sohn Hans Heinrich Bronsart von Schellendorf (1908–1943), respektive dessen jüngerer Bruder Christoph Bronsart von Schellendorf (1909–1940) ein Mitinhaber.[6] Das Gutshaus Prüzen war ein eingeschossiges Gebäude, wohl aus der Mitte des 19. Jahrhunderts.[7] Die Gemeinde Prüzen entstand am 1. Juli 1950 durch den Zusammenschluss der bisherigen Gemeinden Tieplitz, Hägerfelde und Groß Upahl (das größere Klein Upahl auf der anderen Seeseite ging an die Gemeinde Lohmen).

Groß Upahl kam gemäß seiner Ersterwähnung 1237[8] mit 20 Hufen zum Kloster Dobbertin. In einer Urkunde vom 13. November 1448 vermachen für den Konvent des Klosters Propst Nicolaus Beringer und Priorin Anne Wamecouwe (Wamkow) ihrer Klosterfrau Berte Redecstorpe zwei Strahlmark (Stralsunder Münze) Rente aus Hof und Hufe von Peter Schulte im Klosterdorf Wendisch Upahl als Ausgleich für zwei Mark Rente von Denecke Weltzien aus Grambow (Vogtei Goldberg.[9] 1726 gab es eine Beschwerde des Klosteramtes Dobbertin gegen Adam Langemann zu Groß Upahl wegen Fischerei auf dem Garder See und Anhängung der Netze.[10] Von 1778 bis 1780 wurde der neue Hof zu Upahl errichtet.[11] 1820 wurde auf dem Pachtgut die Leibeigenschaft aufgehoben. Am 29. Oktober 1823 brannten das Holländer- und Schäferhaus, das Schulmeisterhaus, acht Einlieger-Wohnungen und zwei kleine Ställe ab. Zwei Menschen kamen in den Flammen um und elf Familien hatten keine Unterkunft mehr.[12] 1929 war Groß Upahl Domäne des Freistaates Mecklenburg-Schwerin, mit einem Umfang von 510 ha. Seit 1945 wurden Neubauernstellen geschaffen und am 12. November 1957 die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) „7. November“ gegründet. 1976 erfolgte der Zusammenschluss der LPG „7. November“ mit der LPG „Einigkeit“ Karcheez.[13]

1974 verkaufte die Gemeinde Prüzen den Pfarrhof von Groß Upahl an die Stephanusstiftung. Diese richtete nach der Rekonstruktion ein Freizeitheim für behinderte Kinder und Jugendliche ein. Seit 1988 wurde diese Einrichtung zu einer Nachsorgeeinrichtung für Suchtkranke. Seit 1991 ist die Stadtmission Schwerin Träger der Einrichtung.[14]

Tieplitz: Gutsbesitzer waren u. a. die Familien von Parkentin (ab 1605), von Bredow (1738–1767), von Elderhorst (ab 1773), von Behr-Negendank (ab 1791), von Pritzbuer (ab 1792), Fürst Georg Wilhelm zu Schaumburg-Lippe (1794–1847), von Bassewitz (ab 1871), Eduard Dubbers (ab 1900), Kuno Brinkmann (ab 1909, 375 ha), ab 1936 die Familie des Hans Heinrich von Holstein und der Sophie von Wedemeyer, sie in erster Ehe mit Regierungsrat Herrmann von Laer verheiratet.[15] In Tieplitz lebte auch Verwandtschaft aus der Familie von Laer.[16] Das Gutshaus stammt von 1793 mit späteren An- und Umbauten.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 führte zu folgendem Ergebnis:[17]

Liste Stimmenanteil Sitze
Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) 05,4 % 1
Freiwillige Feuerwehren Gülzow-Prüzen 42,5 % 5
Gemeinde Gemeinsam Gestalten (GGG) 24,1 % 3
Wählergruppe Dörfergemeinschaft (WDG) 10,1 % 1
Einzelbewerber Bludau 05,0 % 1
Einzelbewerber Blümel 07,9 % 1
Sonstige 05,0 % 0
Wahlbeteiligung: 57,3 %
Wappen
Gülzow-Prüzen

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Rot ein goldenes Nesselblatt belegt mit 11 roten Kugeln (3:3:3:2).“

Das Nesselblatt stammt aus dem Wappen des ehemaligen Fürstentums Schaumburg-Lippe, welches hier Ländereien besaß. Die Kugeln auf dem Nesselblatt sind dem Wappen der Familie von Bülow entlehnt, die in der Zeitspanne vom 14. bis zum 19. Jahrhundert Grundbesitzer einiger Dörfer war. Statt der ursprünglich 14 Kugeln auf dem Wappen der Bülows wurden elf verwendet, diese stehen symbolisch für die Anzahl der Dörfer der Gemeinde.

Das Wappen, das durch einen Hobby-Heraldiker in Zusammenarbeit mit einer Heraldikerin des Schweriner Staatsarchivs entstand, wurde am 6. Oktober 2008 durch Lorenz Caffier, Innenminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern, durch Übergabe des Wappenbriefes genehmigt.[18][19]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch Liste der Baudenkmale in Gülzow-Prüzen

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ortsteil Prüzen kreuzt die Landesstraße L 11 von Bützow nach Krakow am See die Bundesstraße 104 von Schwerin nach Güstrow. Nahe dieser Kreuzung haben sich viele Firmen und Geschäfte auf einem 12 Hektar großen Gewerbegebiet niedergelassen. Von den nahen Städten Bützow und Güstrow bestehen Bahnverbindungen in alle Richtungen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Prüzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Cuno von Rodde (1857–1927), Großherzoglich mecklenburg-schwerinscher Forstmeister, Genealoge und Heraldiker

Groß Upahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedruckte Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mecklenburgisches Urkundenbuch (MUB)

Ungedruckte Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Landeshauptarchiv Schwerin (LHAS)
    • LHAS 1.5-4/3 Urkunden Kloster Dobbertin.
    • LHAS 5.11-2 Landtagsversammlung, Landtagsverhandlungen, Landtagsprotokolle, Landtagsausschuß.
    • LHAS 5.12-4/2 Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten.

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Amt M-V – Bevölkerungsstand der Kreise, Ämter und Gemeinden 2020 (XLS-Datei) (Amtliche Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gebietsänderungen in Mecklenburg-Vorpommern 2004 (PDF-Datei; 62 kB)
  3. Ernst Seyfert, Hans Wehner, W. Baarck: Niekammer’s Landwirtschaftliches Güter-Adreßbücher, Band IV, Landwirtschaftliches Adreßbuch der Rittergüter, Güter und Höfe von Mecklenburg-Schwerin und-Strelitz. 1928. In: Niekammer (Hrsg.): Letzte Ausgabe. 4. Auflage. Band IV. Niekammer’s Güter-Adreßbuch G.m.b.H., Leipzig 1928, S. 28–47 (g-h-h.de [abgerufen am 10. Oktober 2021]).
  4. Jost von Lochow: Geschichte des Geschlechts von Lochow. In: Familienchronik 2. erweiterte Auflage. Eigenverlag, Wörrstadt 1997, S. 170 (d-nb.info [abgerufen am 10. Oktober 2021]).
  5. MUB I. (1863) Nr. 425.
  6. Hans Friedrich v. Ehrenkrook, Otto Reichert, Friedrich Wilhelm Freiherr v. Lyncker u. Ehrenkrook, Erik Hamburger: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser / A (Uradel) 1960. In: Deutsches Adelsarchiv (Hrsg.): GHdA Genealogisches Handbuch des Adels; Nachfolge des Gotha. Band VII, Nr. 24. C. A. Starke, 1960, ISSN 0435-2408, S. 91–97 (d-nb.info [abgerufen am 10. Oktober 2021]).
  7. Gut Prüzen auf www.gutshaeuser.de
  8. MUB I. (1863) Nr. 469.
  9. LHAS 1.5-4/3) Urkunden Kloster Dobbertin. Regesten Nr. 143.
  10. LHAS 2.12-3/2 Klöster und Ritterorden, Landeskloster Dobbertin. Nr. 402.
  11. LHAS 5.11-2 Landtagsprotokoll. 16. November 1778.
  12. LHAS 5.11-2 Landtagsprotokoll. 12. November 1823, Nr. 14, 15.
  13. Chronik Groß Upahl–775 Jahre, 2012, S. 3, 9, 19 und 21
  14. Chronik Groß Upahl–775 Jahre, 2012, S. 20
  15. Hans Friedrich von Ehrenkrook, Otto Reichert, Friedrich Wilhelm Freiherr v. Lyncker u. Ehrenkrook, Erik Hamburger: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser / A (Uradel) 1965. In: Deutsches Adelsarchiv (Hrsg.): GHdA Genealogisches Handbuch des Adels; Nachfolge des Gotha. Band VII, Nr. 34. C. A. Starke, 1965, ISSN 0435-2408, S. 141–142 (d-nb.info [abgerufen am 10. Oktober 2021]).
  16. Wochenschrift Land und Frau. In: Land und Frau. Wochenschrift für Geflügelhaltung, Gartenbau und Hauswirtschaft. P. Parey, Berlin 1941, S. 122 (google.de [abgerufen am 10. Oktober 2021]).
  17. Amt Güstrow Land: Bekanntmachung des endgültigen Wahlergebnisses der Wahl der Gemeindevertretung Gülzow.Prüzen 2019
  18. Schweriner Volkszeitung, Lokalseite Bützow, 10. Oktober 2008, S. 18
  19. Jede dritte Gemeinde im Nordosten führt eigenes Wappen@1@2Vorlage:Toter Link/www.mecklenburg-vorpommern.eu (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. – Seite der Landesregierung
  20. Chronik Groß Upahl – 775 Jahre, 2012, S. 3
  21. Chronik Groß Upahl – 775 Jahre, 2012, S. 3

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Gülzow-Prüzen – Sammlung von Bildern