Fallschirmaufklärer Kompanie 17

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Uniform und Ausrüstung eines Soldaten der Fallschirmaufklärer Kompanie 17

Die Fallschirmaufklärer Kompanie 17 ist eine Spezialeinheit und die einzige Fallschirmaufklärer-Einheit der Schweizer Armee. Die Kompanie unterstand zusammen mit der Fallschirmaufklärerschule und -kurse 83 der Schweizer Luftwaffe. Seit dem 1. Januar 2012 ist sie dem Kommando Spezialkräfte unterstellt. Die Einheit wurde als Fallschirmgrenadier Kompanie 17 gegründet, wurde dann in die Fernspäh Kompanie 17 umstrukturiert und später in Fallschirmaufklärer Kompanie 17 umbenannt. Trotz dieser Änderungen blieb die Zahl 17 im Namen der Kompanie erhalten. Deshalb werden die Fallschirmaufklärer oft auch 17-er genannt.

Auftrag[Bearbeiten]

Bei der Gründung der Einheit als Fallschirmgrenadier Kompanie 17 wurden dieser Einheit zwei Aufträge zugeteilt. Der erste Auftrag waren Verdeckte Operation hinter den feindlichen Linien oder im vom Gegner besetzten Territorium. Dieser Auftrag wurde von den sogenannten Jagdkriegern durchgeführt, die für ihre besonders erfolgreichen Kommandoeinsätze während Manövern bekannt wurden. Der zweite äusserst wichtige Auftrag war die Fernspähaufklärung bis zu 200 km hinter den feindlichen Linien oder im vom Gegner besetzten Raum. Das Durchführen von Kommandoeinsätzen hinter den feindlichen Linien wurde als Auftrag später aufgegeben und an die Grenadiere abgegeben. Der Hauptauftrag der Einheit ist seitdem die Fernspähaufklärung hinter den feindlichen Linien.

Einsatz[Bearbeiten]

Die Fallschirmaufklärer werden in 4-6 Mann starken Fallschirmaufklärer Teams eingesetzt. Sie können mit dem Fallschirm zu ihrem Einsatzort gebracht werden. Jeder Fallschirmaufklärer ist in der Lage einen herkömmlichen Automatiksprung, sowie Sprünge mit dem HALO- und dem HAHO-Verfahren durchzuführen. Ebenso können die Teams auch mit dem Hubschrauber zu ihrem Einsatzort gebracht werden. Von ihrem Absatzpunkt aus können sie dann sehr weite Strecken zu Fuss zurücklegen.

Rekrutierung[Bearbeiten]

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Um Fallschirmaufklärer zu werden, muss man körperlich sowie geistig topfit sein. Im Alter von im Optimalfall 17 Jahren kann man an einem sogenannten Screening teilnehmen. Dort werden einerseits die sportlichen Leistungen getestet, andererseits aber auch das Denkvermögen mittels Logiktest. Von den ungefähr 300 Anwärtern jährlich kommen ca. 100 weiter. Man hat nun die Möglichkeit, sich für den Fallschirmkurs 1 einzuschreiben. Dieser findet gewöhnlicherweise 9-12 Monate später in der Nähe von verschiedenen Flugplätzen statt. Im ersten Kurs hat man 25 Sprünge und viel Sport. Wenn man wieder genug gut war, erhält man eine Einladung für den Fallschirmkurs 2. Hier nehmen von den ursprünglich 300 Anwärtern noch 60 teil. Der Kurs ist ähnlich aufgebaut wie der Erste. Dazu kommt, dass man die Chance hat, das private Fallschirmbrevet zu machen. Hat man auch diese Hürde geschafft (ca. 30 Leute), wird man einer Eignungsabklärung im fliegerärztlichen Institut in Dübendorf unterzogen. Hier finden letzte Checks statt, ob man geeignet ist. Die verbliebenen Anwärter dürfen im darauffolgenden Januar die Rekrutenschule als Fallschirmaufklärer starten. Trotz allem darf man nicht aufgeben: Weitere Wochen wird man geprüft. Als 17er werden schlussendlich noch 6-12 brevetiert, was einer Quote von 2-4 % entspricht.

Besonderheiten[Bearbeiten]

Die Fallschirmaufklärer Kompanie 17 hat in Zusammenarbeit mit dem Zentrum elektronische Medien der Schweizer Armee einen Action-Film mit dokumentarischem Charakter gedreht. Im Film mit dem Namen Beyond Enemy Lines geht es um zwei Fallschirmaufklärer-Teams, die während der Operation Eliane einen Einsatz hinter den feindlichen Linien durchführen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Sören Sünkler: Elite- und Spezialeinheiten Europas. Motorbuch, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-613-02853-1.
  • Kaj-Gunnar Sievert: Die 17er: Die Fallschirmaufklärer der Schweizer Armee. Motorbuch, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-613-03292-7.

Weblinks[Bearbeiten]