Fannie Mae

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Fannie Mae
Fannie Mae-Logo
Rechtsform GSE
ISIN US3135861090
Gründung 1938
Sitz Washington, D.C., Vereinigte Staaten
Leitung Timothy J. Mayopoulos (President & CEO)
Mitarbeiter 7.200 (2012)
Umsatz 22,988 Mrd. US-Dollar (2012)[1]
Bilanzsumme 3,222 Bio. USD (2012)Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Bilanzsumme
Branche Banken
Produkte Immobilienfinanzierung, HypothekenVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website FannieMae

Fannie Mae (eigentlichFederal National Mortgage Association, FNMA) ist ein staatlich gefördertes US-Unternehmen, welches 1938 im Rahmen des New Deal als staatseigene Bank gegründet und 1968 privatisiert wurde. Bei der Privatisierung wurde das ursprünglich aus einer Verballhornung des Kürzels FNMA entstandene Fannie Mae als Name übernommen, unter dem das Unternehmen auftritt. Die Firma lautet aber weiter hin Federal National Mortgage Association.

Sie ist eine reine Hypothekenbank und das weltweit größte Institut in dieser Sparte. Die Hypotheken werden durch den US-amerikanischen Staat weder garantiert noch refinanziert. Als staatsnahes Unternehmen erhält Fannie Mae allerdings erstklassige Bonitätsbewertungen von den Ratingagenturen und kann sich so zu einem günstigeren Zins refinanzieren als andere Banken.

Zusammen mit Freddie Mac, der zweitgrößten, ebenfalls staatlich geförderten Hypothekenbank der USA, hat sie zur Finanzierung der Hypotheken Anleihen im Wert von 2,4 Billionen Dollar ausgegeben, wodurch sie zu den größten Schuldnern weltweit gehört. Aufgrund des Immobilienbooms, der in den USA nun schon seit Mitte der 1990er Jahre anhielt, sahen die Finanzmärkte zunehmend die Gefahr, dass bei einem Rückgang der Immobilienpreise Fannie Mae in ernsthafte Probleme geraten könnte, was angesichts der Höhe der Schulden zu weltweiten Turbulenzen auf den Finanzmärkten führen könnte und mittlerweile auch eingetreten ist.

Im Juli 2008 bezeichnete der Chef der Federal Reserve Bank of St Louis, Wiliam Poole, Fannie Mae erstmals als „faktisch zahlungsunfähig“ und forderte die Politik auf, nach Rettungsmöglichkeiten zu suchen.[2] Am 13. Juli 2008[3] kündigte die US-Regierung an, Fannie Mae und Freddie Mac mit Krediten und Aktienkäufen in Milliardenhöhe zu stützen, um einen Bankrott zu verhindern.[4] Bald darauf, am 7. September 2008, übernahm die zuständige Aufsichtsbehörde Federal Housing Finance Agency (FHFA) die Kontrolle über Fannie Mae und löste den bisherigen CEO Daniel Mudd ab.[5][6] Im Geschäftsjahr 2008 machte Fannie Mae 58,7 Milliarden Dollar Verlust.[7] Im 3.Quartal 2009 machte Fannie Mae einen Verlust von 19 Mrd. Dollar und beantragte weitere 15 Mrd. Dollar Staatsbeihilfen. Bisher hatte die Immobilienbank bereits knapp 61 Mrd. Dollar Staatsbeihilfen erhalten.[8]

Im August 2011 ersuchte das Unternehmen die Regierung um weitere 5,1 Milliarden Dollar. Die Gesamtsumme der staatlichen Finanztransfers an die beiden staatsnahen Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac beläuft sich damit auf 169 Milliarden Dollar.[9] Am 10. Mai 2013 beglich Fannie Mae ihre Schuld in Höhe von ca. 60 Mrd Dollar beim US-Staat.[10]

Im November 2013 wurde bekannt, dass Fannie Mae wegen "Libor-Manipulationen" gegen die Deutsche Bank und acht andere Großbanken klagt. Ein Sprecher teilte mit, dass die Manipulationen des internationalen Referenzzinssatzes dem Unternehmen Verluste von rund 800 Millionen Dollar (580 Millionen Euro) beschert hätten. Zu einer Klage vor einem Bundesgericht in New York sehe sich die Firma aus Verantwortung für ihre Ressourcen gezwungen.[11] In einem Vergleich vor einem Bundesbezirksgericht zu Hypothekengeschäften aus den Jahren 2005 bis 2007 einigt sich die Deutsche Bank mit der US-amerikanischen Regulierungsbehörde Federal Housing Finance Agency (FHFA) auf eine Entschädigungszahlung von insgesamt 1,4 Milliarden Euro an Fannie Mae und Freddie Mac.[12][13]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. S.66
  2. ARD: „Freddie und Fannie vor dem Bankrott?“ (Version vom 11. Juli 2008 im Internet Archive) - 10. Juli 2008
  3. Board grants Federal Reserve Bank of New York the authority to lend to Fannie Mae and Freddie Mac should such lending prove necessary. federalreserve.gov. 13. Juli 2008. Abgerufen am 4. Juni 2013.
  4. „Umfangreiche Housing Bill auf der Zielgeraden. US-Schatzamt wird Fannie und Freddie zu Hilfe eilen dürfen“, NZZ 24. Juli 2008
  5. „US-Regierung übernimmt Freddie Mac und Fannie Mae“, Spiegel online, 7. September 2008.
    „Amerika verstaatlicht Freddie und Fannie“, FAZ, 8. September 2008
  6. „Unter die Fittiche Washingtons“, Süddeutsche Zeitung, 7. September 2008
  7. Tagesschau - US-Hypothekenbank meldet 59 Milliarden Verlust - Ein schwarzes Loch namens Fannie Mae (Zugriff am 27. Februar 2009)
  8. Milliardenverlust: Freddie Mac hängt weiter am Tropf des Staates. In: Handelsblatt, 7. November 2009. Abgerufen am 4. Juni 2013. 
  9. David Lawder, Rachelle Younglai: Fannie needs more funds as U.S. struggles with housing. In: Reuters, 5. August 2011. Abgerufen am 4. Juni 2013. 
  10. Fannie Mae überweist 60 Milliarden Dollar an den Staat. In: Süddeutsche Zeitung, 9. Mai 2013. Abgerufen am 4. Juni 2013. 
  11. tagesschau.de: Fannie Mae verklagt Deutsche Bank, Abruf 1. November 2013
  12. http://www.fhfa.gov/webfiles/25898/FHFADeutscheBankSettlementAgreement122013.pdf
  13. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/deutsche-bank-schliesst-milliardenvergleich-im-us-hypothekenstreit-a-940357.html