Februar (Album)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Februar
Studioalbum von Silly
Veröffentlichung 1989
Label Amiga/Ariola
Format LP/CD
Genre Rock
Anzahl der Titel 10
Produktion Uwe Hoffmann
Chronologie
Bataillon d’Amour
(1986)
Februar Hurensöhne
(1993)

Februar ist ein 1989 erschienenes Album der Band Silly. Es wurde vom DDR-Plattenlabel Amiga und von BMG Ariola in der Bundesrepublik Deutschland veröffentlicht. In der DDR wurde es 1989 zur „LP des Jahres“ gewählt.

Besetzung und Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Album wurde mit Tamara Danz (Gesang), Uwe Hassbecker (Gitarre), Thomas Fritzsching (Gitarre), Jäcki Reznicek (Bassgitarre), Ritchie Barton (Keyboards) und Herbert Junck (Schlagzeug) eingespielt. Stilistisch gehört das Album zur Rockmusik. Im Vordergrund steht der kraftvolle Gesang Tamara Danz’.

Das Album enthält zehn Lieder, die in den beiden Ausgaben in unterschiedlicher Reihenfolge enthalten sind. Die meisten Texte schrieben Tamara Danz und der Liedermacher Gerhard Gundermann gemeinsam. Vom vormaligen Texter von Silly, Werner Karma, stammen nur die Texte zu Über ihr taute das Eis und Alles wird besser. Die Kompositionen stammen je zur Hälfte von Barton und Hassbecker, jeweils zusammen mit Tamara Danz.

In dem Lied Verlorne Kinder geht es um Jugendliche in einer Hochhaussiedlung in Ost-Berlin, die keine Perspektive haben, gern in warme Länder zögen, aber dennoch bleiben.[1] Auch in SOS, Alle gegen einen und Alles wird besser wird Kritik an den Lebensbedingungen in der DDR geübt. Über ihr taute das Eis handelt von dem Selbstmord einer jungen Frau.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Album wurde als erstes Album der DDR-Rockgeschichte als Koproduktion mit einer westdeutschen Plattenfirma produziert.[2] Die Aufnahmen entstanden im Preußen-Tonstudio in West-Berlin,[3] Produzent war Uwe Hoffmann.[4]

Das Album sollte ursprünglich simultan im Februar 1989 in beiden deutschen Staaten veröffentlicht werden – darauf bezog sich auch der Name des Albums. In der DDR verzögerte sich jedoch die Auslieferung, so dass Februar dort im März erschien; die Reihenfolge der Titel weicht zwischen den beiden Versionen leicht ab.[5] In der DDR wurde Februar zur LP des Jahres gewählt. Wegen seiner teilweise kritischen Texte wird Februar gelegentlich zu den „Soundtracks der Wende“ gezählt.[5] Im September desselben Jahres gehörten alle Silly-Mitglieder zu den Erstunterzeichnern der Resolution von Rockmusikern und Liedermachern, die die DDR-Regierungspolitik kritisierte.

Bei Ariola/BMG erschienen 1989 die Single-Auskopplungen Verlorne Kinder / Alles wird besser und Paradiesvögel / So ’ne kleine Frau, letzteres ein älteres Silly-Lied. 2006 erschien das Album als Teil einer 8-CD-Box der Firma Amiga. Die Titel sind dort, offenbar aufgrund eines Versehens, im Booklet in der Reihenfolge des in der DDR erschienenen Albums aufgelistet, auf der CD selbst aber in der Reihenfolge der BRD-Version gespeichert.

Titellisten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amiga[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ein Gespenst geht um (4:09)
  2. Verlorne Kinder (4:15)
  3. Alle gegen einen (3:48)
  4. SOS (3:38)
  5. Über ihr taute das Eis (5:20)
  6. Traumteufel (3:36)
  7. Landekreuz auf meiner Seele (4:21)
  8. Alles wird besser (4:14)
  9. Männer wollen Frauen (4:06)
  10. Paradiesvögel (3:24)

BMG Ariola[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Verlorne Kinder (4:15)
  2. Ein Gespenst geht um (4:09)
  3. Landekreuz auf meiner Seele (4:21)
  4. SOS (3:38)
  5. Über ihr taute das Eis (5:20)
  6. Alle gegen einen (3:48)
  7. Traumteufel (3:36)
  8. Alles wird besser (4:14)
  9. Männer wollen Frauen (4:06)
  10. Paradiesvögel (3:24)

Videos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von dem Lied SOS wurde ein aufwendiges, animiertes Musikvideo gedreht. In den Video von Verlorne Kinder ziehen die Mitglieder der Band durch die „Straßen Berlins“ (Ost-Berlin). Dabei sieht man alte, baufällige Wohnblocks und Reihenhäuser.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Text bei ostmusik.de (Memento vom 21. Mai 2012 im Internet Archive), abgerufen am 14. April 2014
  2. Christian Hentschel: Du hast den Farbfilm vergessen und andere Ostrockgeschichten. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2000, ISBN 3-89602-317-9, S. 334
  3. „Silly ist damals ein Geniestreich gelungen“. Ritchie Barton über Wendezeit, Wiedervereinigung und Magdeburg. In: Urbanite.net. 3. Oktober 2010, abgerufen am 4. Mai 2017.
  4. Christian Hentschel: Du hast den Farbfilm vergessen und andere Ostrockgeschichten. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2000, ISBN 3-89602-317-9, S. 335
  5. a b Bandgeschichte auf sillyfanclub.de (Memento vom 24. Oktober 2012 im Internet Archive), abgerufen am 14. Mai 2011