Feuerschutzpolizei

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Feuerlöschpolizei)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Uniformen der Feuerschutzpolizei
Ab 1940 gebaute Feuerwehrfahrzeuge waren im Tannengrün (RAL 6009) der Polizei lackiert. Diese Magirus-Kraftfahrleiter 26 (Meter) mit Dieselmotor (125 PS) wurde 1941 an die Feuerschutzpolizei Neumünster geliefert.
Schweres Löschgruppenfahrzeug der Luftschutzpolizei.

Feuerschutzpolizei (auch Feuerlöschpolizei) war von 1938 bis 1945 die offizielle Bezeichnung für die Feuerwehr, als ein der Polizei untergeordnetes staatliches Organ im Deutschen Reich.

Die Bezeichnung Feuerschutzpolizei ist nicht zu verwechseln mit dem Begriff Feuerlöschpolizei, obwohl beide zur Geschichte der Feuerwehr in der Zeit des Nationalsozialismus gehören. Die Bezeichnung Feuerlöschpolizei wurde am 15. Dezember 1933 mit dem preußischen Gesetz über das Feuerlöschwesen im Land Preußen als Bezeichnung für Berufsfeuerwehren eingeführt und schon 1938 mit dem Reichsfeuerlöschgesetz durch die Bezeichnung „Feuerschutzpolizei“ wieder abgelöst.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem am 23. November 1938 erlassenen „Gesetz über das Feuerlöschwesen“ (Reichsfeuerlöschgesetz und der Durchführungsverordnung des Reichsministers des Innern vom 24. Oktober 1939) wurde den Ländern die Kompetenz für das Feuerwehrwesen entzogen. Zwar mussten die Kommunen (Städte und Gemeinden) weiterhin alle Kosten für Personal, Gerät, Unterkunft usw. tragen, die Dienstaufsicht ging jedoch auf das Reich über. Die Feuerwehren unterstanden als Teil der Ordnungspolizei dem Reichsführer SS und Chef der Deutschen Polizei im Reichsministerium des Inneren. Dies galt nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich auch für die dortigen Feuerwehren.

Das Gesetz bildete einen Baustein der Vorbereitungen des nationalsozialistischen Staates auf einen kommenden Krieg und sollte die Basis für eine reichsweit einheitliche und effektive Schadensabwehr vor allem bei den erwarteten feindlichen Luftangriffen sicherstellen. Die in den großen Städten existierenden Berufsfeuerwehren wurden Teil der Ordnungspolizei und die Offiziere und Mannschaften erhielten Polizeidienstgrade, jeweils mit dem Zusatz „der Feuerschutzpolizei“ versehen (z. B. Wachtmeister der Feuerschutzpolizei).

Ab 1939 erhielten Feuerwehrmänner der Feuerschutzpolizei (Berufsfeuerwehren, Feuerwehrbeamte und Sonderverbände/Regimenter) grüne Polizeiuniformen. Bei den Freiwilligen Feuerwehren wurden weiterhin die blauen Uniformen getragen. Besonderes Merkmal dabei waren lilafarbene Litzen und Biesen. Ab 31. Juli 1940 wurden die Dienstgradabzeichen an die der Feuerschutzpolizei angeglichen, alle Feuerwehrfahrzeuge wurden nur noch in tannengrüner Polizeilackierung ausgeliefert. Die Freiwilligen Feuerwehren verloren ihren Status als Vereine und Verbände, sofern sie nicht ohnehin Einrichtung der Gemeinde waren (z. B. in Baden, Württemberg und Bayern) und wurden Hilfspolizeitruppe.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden die meisten Feuerwehren als Gemeindeeinrichtungen lediglich auf der Basis von Verwaltungsvorschriften weiter geführt.[1] Bald gelangte die Zuständigkeit für das Feuerwehrwesen zurück in die Hände der Länder. Für Österreich wurden im Staatsgesetzblatt Nr. 86/1945 vom 17. Juli 1945 die deutschen Rechtsvorschriften auf dem Gebiete des Feuerlöschwesens aufgehoben und die landesgesetzlichen Regelungen nach dem Stand der Gesetzgebung vom 13. März 1938 wieder in Geltung gesetzt.

Dienstgrade[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während bei der Berufsfeuerwehr die Dienstgrade der Ordnungspolizei eingeführt wurden, bekamen die Freiwilligen Feuerwehren besondere Dienstgrade:

Freiwillige Feuerwehren bis 1940 [2] Freiwillige Feuerwehren
1940–1943 [2]
Freiwillige Feuerwehren
1943–1945 [2]
Feuerwehranwärter Anwärter Anwärter d. Fw.
-- -- Unterwachtmeister d. Fw.
-- -- Rottwachtmeister d. Fw.
Feuerwehrmann Truppmann Wachtmeister d. Fw.
-- -- Oberwachtmeister d. Fw.
Oberfeuerwehrmann Obertruppmann Zugwachtmeister d. Fw.
-- Haupttruppmann Hauptwachtmeister d. Fw.
Löschmeister Truppführer Meister d. Fw.
-- Obertruppführer --
-- Haupttruppführer --
Brandmeister Zugführer Zugführer d. Fw.
Oberbrandmeister Oberzugführer Oberzugführer d. Fw.
Hauptbrandmeister Hauptzugführer Bereitschaftsführer d. Fw.
Wehrführer Kreisführer Abteilungsführer d. Fw.
Kreisfeuerwehrführer Bezirksführer Oberabteilungsführer d. Fw.
Provinzialfeuerwehrführer
Landesfeuerwehrführer
Abschnittsinspekteur Landesführer d. Fw.

Bei den Berufsfeuerwehren wurden dagegen folgende Dienstgrade verwendet:

Berufsfeuerwehren bis 1938 [3] Feuerschutzpolizei 1938 [4] Feuerschutzpolizei 1941 [4]
-- -- Rottwachtmeister
Feuerwehrmann Wachtmeister Wachtmeister
-- Oberwachtmeister Oberwachtmeister
Oberfeuerwehrmann Bezirksoberwachtmeister Bezirksoberwachtmeister
Löschmeister Hauptwachtmeister Hauptwachtmeister
Brandmeister Meister Meister
Oberbrandmeister Obermeister Bezirksleutnant
-- Inspektor Bezirksoberleutnant
-- -- Bezirkshauptmann
Brandingenieur
Brandoberingenieur
Baurat (mit weniger als drei Jahren im Dienstgrad)
Hauptmann Hauptmann
Baurat Major Major
Oberbaurat Oberstleutnant Oberstleutnant
Branddirektor Oberst Oberst
Oberbranddirektor Generalmajor d. FSchP Generalmajor d. Pol.
-- -- Generalleutnant d. Pol.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Feuerschutzpolizei – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Franz-Josef Sehr: Entwicklung des Brandschutzes. In: Freiwillige Feuerwehr Obertiefenbach e. V. (Hrsg.): 125 Jahre Freiwillige Feuerwehr Obertiefenbach. Beselich 2005, ISBN 978-3-926262-03-5, S. 114–119.
  2. a b c Dieter Deuster, Deutsche Polizei-Uniformen 1936-1945 (Stuttgart: Motorbuch Verlag, 2009), S. 235–241.
  3. Neustrukturierung 1935 21. Januar 2012
  4. a b Erwin Rodehau: Dienstkleidung der Berliner Berufsfeuerwehr (1899 bis 1944). In: Feuerwehrchronik 5(2009)6. (Memento vom 19. Juni 2015 im Internet Archive) 21. Januar 2012