Film-Kurier

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Dieser Artikel behandelt die deutsche Zeitschrift. Siehe auch: Illustrierter Film-Kurier, Wien.

Der Film-Kurier war eine der einflussreichsten deutschen Filmzeitschriften und das erste deutsche Filmblatt, das täglich erschien. Die zunächst wöchentlich erscheinende Zeitschrift wurde von Alfred Weiner gegründet und erschien von 1919 bis 1945 in Berlin.

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den Schwerpunkt des zeitungsähnlich aufgemachten Blattes bildeten aktuelle Nachrichten aus dem Filmwesen, die von Berichten über Nachbargebiete wie Theater, Unterhaltung, Mode oder Sport ergänzt wurden. Die ersten beiden Seiten richteten sich mit Filmkritiken, Feuilletonartikeln, dem Spielplan der Berliner Kinos usw. an ein breites Publikum, die dritte Seite war an Fachleute adressiert und die vierte Seite enthielt Werbeanzeigen. Zeitweise gab es wöchentliche Beilagen zu Entwicklungen der Film- und Kinotechnik oder zur Filmmusik.

Zu den wichtigsten Autoren und Redakteuren des Blattes gehörten u.a. Willy Haas, Hans Feld, Ernst Jäger, Felix Henseleit und Lotte Eisner.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Ausgabe des von Alfred Weiner[1] gegründeten Filmblattes erschien am 30. Mai 1919. Aus einer illustrierten Beilage, die im Tiefdruck hergestellt wurde und so bessere Illustrationen zuließ, entstand der Illustrierte Filmkurier, ein Filmprogrammheft zu wichtigen Filmen, das in den Kinos verkauft wurde. Die zum Teil in Millionenauflage erscheinenden, zumeist vier oder acht Seiten umfassenden Hefte des Illustrierten Filmkurier bildeten eine wichtige finanzielle Stütze des Verlags.

1933, nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten in Deutschland, musste der bisherige Verleger Weiner das Blatt aufgrund seiner jüdischen Herkunft verlassen – er emigrierte in die Vereinigten Staaten.

1940 wurde der Film-Kurier mit der „Lichtbild-Bühne“ und 1943 auch mit dem Blatt „Der Film“ vereinigt. Vom Oktober 1944 an erschien er unter dem Titel „Film-Nachrichten - Mitteilungsblatt für den gesamten Bereich des deutschen Filmschaffens“. Am 31. März 1945 wurde das Erscheinen eingestellt.

Die Auflage betrug 1934 8.500 Stück und 1938 8.704 Stück. Die Zeitung liegt in einer (nicht ganz kompletten) Mikrofilm-Ausgabe vor, zu der CineGraph und Deutsche Kinemathek einen datenbank-gestützten Film-Kurier-Index erarbeitet und in 24 Bänden publiziert haben.

Sammlungen einiger Ausgaben des Illustrierten Filmkuriers liegen heute in verschiedenen deutschen Filmbibliotheken vor, u.a. in der Hochschulbibliothek der HFF in Potsdam, im Deutschen Filminstitut – DIF in Frankfurt, in der Deutschen Kinemathek und im Filmmuseum Potsdam.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rudolf Ulrich (Hrsg.): Österreicher in Hollywood. Neuauflage, Verlag Filmarchiv Austria, Wien 2004, ISBN 3901932291, S. 609

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]