Flaschenorgel

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Eine Flaschenorgel ist ein orgelähnliches Musikinstrument, deren Töne mit Hilfe von unterschiedlich gefüllten Flaschen erzeugt werden.

In Illinois, USA, kam 1998 bei der Firma Peterson Electro-Musical Products, Inc. anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Firma der Orgelbauer Gary Rickert auf die Idee, eine Orgel aus Bierflaschen zu bauen. Zusammen mit Joe Farmer und Bill Bernahl wurde das Gerät entworfen und konstruiert.

Dazu wurde folgende Legende in die Welt gesetzt:

Auf der Insel Helgoland verstimmte sich die Orgel der Inselkirche aufgrund der Witterung ständig. Ein Orgelstimmer musste deswegen vom Festland auf die Insel fahren, was für die Kirchengemeinde hohe Kosten verursachte. Der Instrumentenbauer Johann Samuel Kühlewein aus Eisleben wurde 1798 damit beauftragt, ein Instrument zu entwerfen, welches nicht so leicht verstimmt. Er verwendete fast 100 Glasflaschen anstelle von Pfeifen aus Holz oder Metall. Gestimmt wurde die Orgel mit Siegelwachs.

Aber noch 1838 wurde das Fehlen einer Orgel in der Helgoländer Kirche als Zeichen der Freiheit gedeutet.[1] Die erste Orgel wurde 1844 in der Inselkirche gebaut.[2] Die schöne Geschichte ist eine neue Erfindung, in der Literatur findet sich aber tatsächlich der Instrumentenbauer und eine Flaschenorgel aus dem Jahre 1798 von ihm, aber in Leipzig.[3] Es müsste das gleiche Instrument sein, das heute in Liverpool im City Museum gezeigt werden soll. Auf den Abbildungen der Flaschenorgel erscheint sie nicht als Kircheninstrument, sondern eher wie ein zeitgenössisches Klavier.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. [1] | Wilhelm Hocker, Poetische Schriften, Kiel 1844,3. Auflage, Seite 153 f
  2. [2] | Siebs und Wohlenberg, Helgoland und die Helgoländer, Kiel 1953, Seite 209
  3. [3]| Zeitschrift für Instrumentenbau, Bd. 35, Leipzig, 1914-15, Seite 584 f (mit Abbildungen) [4]|Zeitschrift des Harz-Vereins für Geschichte und Altertumskunde,1914, Band 47, Seite 236

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Beitrag auf den Seiten des Deutschen Musikrats