Flatexdegiro Bank

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  Flatexdegiro Bank AG
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Staat DeutschlandDeutschland Deutschland
Sitz Frankfurt am Main
Rechtsform Aktiengesellschaft
Bankleitzahl 101 308 00[1]
BIC BIWB DE33 XXX[1]
Gründung 2005
Website www.flatexdegiro.com
Geschäftsdaten 2020
Bilanzsumme 2.316,1 Mio. Euro[2]
Einlagen 2.089,2 Mio. Euro[3]
Kundenkredite 360,0 Mio. Euro
Mitarbeiter 234 (31. Dez. 2020)[4]
Geschäftsstellen Frankfurt, Wien (Österreich)
Leitung
Vorstand Frank Niehage (Vorsitzender),

Muhamad Said Chahrour, Benon Janos, Jörn Engelmann, Steffen Jentsch

Aufsichtsrat Martin Korbmacher (Vorsitzender)

Stefan Müller (stellvertretender Vorsitzender)

Die Flatexdegiro Bank AG (Eigenschreibweise flatexDEGIRO Bank AG) ist ein in Deutschland und in Österreich zugelassenes Kreditinstitut mit Sitz in Frankfurt am Main. Unternehmensgegenstand ist der Betrieb von Bankgeschäften aller Art und von damit zusammenhängenden Geschäften. Die Flatexdegiro Bank AG ist eine hundertprozentige Tochter der Flatexdegiro AG.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flatexdegiro Bank AG nahm als biw Bank für Investments und Wertpapiere AG (kurz biw AG) ihren Geschäftsbetrieb am 1. Dezember 2005 mit Sitz in Willich auf.[5]

Per 1. Januar 2012 übernahm die XCOM Finanz GmbH alle Anteile der biw AG und hat die Bank vollständig in die XCOM AG integriert.[5]

Im März 2015 erwarb die FinTech Group AG, die bis 2014 und von August 2019 bis Oktober 2020 unter Flatex AG firmierte und heute Flatexdegiro AG heißt, die Mehrheitsbeteiligung an der XCOM AG und somit auch die Mehrheit an der biw AG.

Aufgrund Beschlusses der Hauptversammlung von Mai 2016 wurde der Sitz mit Eintragung im Juni 2016 von Willich nach Frankfurt am Main verlegt.[6] Per 15. Juni 2016 wurde die biw AG in FinTech Group Bank AG umfirmiert.

Im Dezember 2018 wurde die factoring.plus.GmbH aus Leipzig erworben und war danach eine hundertprozentige Tochter.[7]

Im März 2019 erfolgte die Umfirmierung in flatex Bank AG.[8]

2020 wurde mit der Übernahme von Degiro die factoring.plus.GmbH in die flatex Bank AG verschmolzen.[2]

Im April 2021 wurde der Namen der Bank zu Flatexdegiro Bank AG (Eigenschreibweise flatexDEGIRO Bank AG) geändert.[9]

Geschäftsmodell[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flatexdegiro Bank ist als Vollbank in der Lage, alle Bankgeschäfte gemäß Kreditwesengesetz zu betreiben. Die geschäftlichen Aktivitäten der Flatexdegiro Bank AG unterteilen sich in mehrere operative Geschäftsfelder, wobei das Flatexdegiro Online Brokerage Geschäft in der Business-to-Consumer (B2C) Sparte mit Abstand den Schwerpunkt der Geschäftsaktivitäten bildet.

Die Flatexdegiro Bank betätigt sich auch als so genannter White-Label-Anbieter am Markt. Kunden der Bank haben die Möglichkeit, auf die Banktechnik, die Sicherstellung aller aufsichtsrechtlichen Belange und die Mitgliedschaften in den für eine deutsche Bank üblichen Organisationen zurückzugreifen, ihr eigenes Geschäftsmodell so auch ohne eigene Banklizenz zu betreiben.

Einlagen sind durch die gesetzliche Einlagensicherung (bis zu 100.000 Euro pro Person) abgesichert. Diese Sicherungsgrenze gilt für alle Einlagen bei der Flatexdegiro Bank zusammen.[10]

Flatex[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Onlinebroker Flatex richtet sich an das beratungsfreie Wertpapiergeschäft im deutschsprachigen Raum und in den Niederlanden. Flatex bezeichnet sich hierbei als „Discount Broker“.[11][12] Der Kunde zahlt dabei völlig volumenunabhängig einen fixen Betrag für ein Wertpapiergeschäft. Mit diesem Preismodell hatte Flatex das volumenabhängige Preismodell erstmals im deutschen Markt abgeschafft. Das Angebot von Flatex, der Handel mit Aktien, Zertifikaten, Optionsscheinen, Anleihen, offenen Investmentfonds, Exchange Traded Funds (ETF), Hebelprodukten/Exchange Traded Products (ETP), Differenzkontrakten (CFD) und Devisen (FX), richtet sich nach eigenen Angaben „an aktive, gut informierte Trader, die eigenverantwortlich handeln“.[13] Im April 2021 schaffte der Onlinebroker sämtliche Kosten für seine ETF- und Fondssparpläne ab. Dies betrifft ca. 3000 Produkte. Außerdem fällt für diese ETFs und Fonds die jährlich zu zahlende Depotgebühr weg.[14]

Negativzins[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum 15. März 2017 führte Flatex einen Negativzins von 0,4 Prozent für alle Kunden ein und wurde somit das erste Finanzdienstleistungsinstitut in Deutschland, das Negativzinsen bereits ab dem ersten Euro verlangt. Begründet wurde dieser Schritt mit der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB).[15][16][17] Gleichzeitig wurde der offene Umgang mit dem Negativzins positiv gesehen und Frank Niehage, Vorstandsvorsitzender der Flatex AG, von der Boulevardzeitung Bild als „Deutschlands ehrlichster Bankenchef“ bezeichnet.[18] Im Oktober 2019 erhöhte Flatex diesen Zins entsprechend dem Zinssatz der EZB auf 0,5 Prozent.[19]

Degiro[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Degiro ist ebenfalls ein Onlinebroker und ist gegenüber Flatex in 18 europäischen Ländern vertreten. Er ermöglicht es, neben den europäischen und US-Börsen, auch an Börsen in Australien, Japan, Hong Kong und weiteren Ländern zu handeln.[20] Für die meisten Transaktionen wird pro Trade ein fixer Betrag zusammen mit einem prozentualen Provisionssatz verlangt.[21]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Stammdaten des Kreditinstitutes bei der Deutschen Bundesbank
  2. a b Offenlegungsbericht der flatexDEGIRO Bank AG i.S.d. Instituts-Vergütungsverordnung für das Geschäftsjahr 2020. Flatexdegiro Bank AG, 31. Dezember 2020, abgerufen am 27. Mai 2021.
  3. Geschäftsbericht 2020. Flatexdegiro AG, 31. Dezember 2020, abgerufen am 27. Mai 2021.
  4. Anlage nach § 26a i.V.m. § 29 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 Buchstabe a) KWG. Flatexdegiro Bank AG, 31. Dezember 2020, abgerufen am 27. Mai 2021.
  5. a b Wir schreiben Erfolgsgeschichte. (Memento vom 24. Januar 2017 im Internet Archive) Website der biw AG, abgerufen am 15. Februar 2019.
  6. Amtsgericht Frankfurt am Main, Aktenzeichen HRB 105687, Neueintragung vom 27. Juni 2016, abgerufen im Unternehmensregister am 24. Januar 2017.
  7. Geschäftsbericht der flatex AG 2019. flatex AG, 31. Dezember 2019, abgerufen am 18. Dezember 2020.
  8. Amtsgericht Frankfurt am Main, Aktenzeichen: HRB 105687, Veränderungsmitteilung vom 20. März 2019: „Die Hauptversammlung vom 15.03.2019 hat eine Änderung der Satzung in § 1.2 (Firma) beschlossen. Neue Firma: flatex Bank AG.“
  9. flatexDEGIRO : Impressum flatexDEGIRO Bank AG. Abgerufen am 10. April 2021.
  10. Einlagensicherung. flatex Bank AG, abgerufen am 27. Dezember 2020.
  11. Der Discount Broker, der seinen Namen wirklich verdient. In: flatex.de. Flatexdegiro AG, abgerufen am 29. Dezember 2020.
  12. Kristina Wasser: Online-Broker-Vergleich: Welcher beliebte Anbieter bietet Vorteile? In: Computerbild, 2. Oktober 2020, abgerufen am 2. Januar 2021.
  13. Portrait. In: flatex.de. Flatexdegiro AG, abgerufen am 29. Dezember 2020.
  14. S. Schier: Broker werben um neue Kunden. Flatex und ING schaffen die Ausführungsgebühren ab. Das bedeutet nicht, dass für Anleger alles kostenlos ist. In: Handelsblatt. Nr. 64, 1. April 2021, ISSN 0017-7296, S. 35.
  15. Karsten Seibel: Die erste Bank verlangt Strafzinsen von jedermann. In: welt.de. Welt, 2. März 2017, abgerufen am 29. Dezember 2020.
  16. dpa: Broker Flatex führt Strafzinsen für Privatkunden ein. In: faz.net. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, 2. März 2017, abgerufen am 29. Dezember 2020.
  17. Flatex bittet zur Kasse. In: boerse.ard.de. ARD, 2. März 2017, archiviert vom Original; abgerufen am 29. Dezember 2020.
  18. Willi Haentjes: Strafzinsen auf geparktes Geld: Deutschlands ehrlichster Banken-Chef packt aus. In: bild.de. BILD, 4. April 2017, abgerufen am 29. Dezember 2020.
  19. Flatex führt neue Depotgebühr auf Wertpapiere ein. In: finanzen.net. finanzen.net GmbH, 14. Januar 2020, abgerufen am 29. Dezember 2020.
  20. Über DEGIRO. In: degiro.de. Flatexdegiro AG, abgerufen am 2. Januar 2021.
  21. Preis- und Leistungsverzeichnis DEGIRO Basic/Active/Traider. In: degiro.de. Flatexdegiro AG, abgerufen am 2. Januar 2021.