Fliehende Stürme

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Fliehende Stürme
Fliehende Stürme live auf dem Tanzritual-Festival 2014 in Bexbach
Fliehende Stürme live auf dem Tanzritual-Festival 2014 in Bexbach
Allgemeine Informationen
Genre(s) Dark Wave, Depro-Punk
Gründung 1983 (hervorgegangen aus Chaos Z)
Website https://www.facebook.com/fliehendestuerme
Gründungsmitglieder
Andreas Löhr
Thomas Löhr († 1995)
Michael Ortner
Aktuelle Besetzung
Gesang, Gitarre
Andreas Löhr
Bass
Uwe Hubatschek
Schlagzeug
Jens Halbauer
Ehemalige Mitglieder
Schlagzeug und Atari (Human-Keyboard)
Andreas Münch
Bass
Stefan Kniehl († 2011[1])

Fliehende Stürme sind eine deutsche Depro-Punk/Dark-Wave-Band, die Mitte der 1980er Jahre aus der Stuttgarter Punk-Band Chaos Z hervorging. Diese Namensänderung erfolgte, da die Band neue Stücke in einem anderen Stil schrieb, zu Chaos Z aber „mittlerweile eine eindeutige Erwartungshaltung von Labels und Publikum aus bestand. Wir fanden es persönlich manchmal ziemlich enttäuschend, wenn sich Gruppen, deren erstes Album wir geliebt hatten, auf den Folgeplatten in einem völlig neuen Sound präsentierten.“.[2]

Fliehende Stürme führte einerseits die Tradition des harten, von Discharge und Joy Division beeinflussten, kompromisslosen Punk-Stils von Chaos Z fort, verwendete andererseits jedoch auch elektronische Elemente wie Drumcomputer (nach dem Ausstieg Michael Ortners) und Synthesizer und galt als Crossover aus deutschem Hardcore Punk (nach damaliger Definition) und klassischem Dark Wave. Der Einfluss von Gruppen wie Killing Joke, Xmal Deutschland, Bauhaus und Abwärts wurde seitens der Gruppe immer wieder erwähnt.

Bis 1995 bestand die Band aus dem Brüderpaar Andreas und Thomas Löhr, die beide noch aus Chaos-Z-Tagen dabei waren, und je nach Bedarf einigen Gastmusikern von anderen Punk- und Wave-Bands. Nach dem Tod Thomas Löhrs wenige Tage nach den Aufnahmen zu dem Album Fallen 1995 führte sein Bruder Andreas Fliehende Stürme nunmehr als Soloprojekt fort und veröffentlichte im selben Jahr das Album 45 Jahre ohne Bewährung unter dem alten Namen Chaos Z.[2]

1998 stieg Andreas Münch von Substance of Dream als Live-Schlagzeuger bei Fliehende Stürme ein und war bis Dezember 2008 fester Bestandteil der Band. Er war ebenso für die Live-Umsetzung der Keyboards zuständig. Trotz gemeinsamer Touren und der Split-CD Körper ohne Namen (2006) handelt es sich weiterhin um zwei getrennt operierende Bands. Im Frühjahr 2009 übernimmt Jens Halbauer für ihn das Schlagzeug.

Zwischen 2000 und 2010 bekleidete Stefan Kniehl die Position des Bassisten. Im September 2010 wurde bekannt gegeben, dass Kniehl die Band verlässt und seine Position durch Uwe Hubatschek besetzt wird. Ein Jahr später, im November 2011, verstarb Stefan Kniehl.[1]

Nach dem Album Himmel steht still verließ Andreas Löhr Deutschland und lebt seitdem hauptsächlich in Portugal, wo 2005 auch das Album Licht vergeht aufgenommen wurde. Die Alben Körper ohne Namen und Lunaire spielt mit dem Licht wurden von Andreas Münch in seinem de-profundis-Studio aufgenommen und vorgemischt.

Seit 2008 existiert das Eigenlabel Shivering Jemmy, auf welchem bisher die Live-CD Zimmer 12, die CD/LP Die Tiere schweigen (2009) und Warten auf Raketen (2011) erschienen.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • An den Ufern (1988, LP)
  • Zerstörung (1989, EP)
  • Priesthill (1991, LP/CD mit 7 Songs von der LP An den Ufern)
  • Kaleidoskop (1992, 7")
  • Straßen und Quichotte auf Neues Deutschland (1993)
  • Fallen (1995, Digipak, LP-Veröffentlichung 2001)
  • An den Ufern (1997, Neuauflage des ersten Albums mit drei exklusiven Titeln als CD)
  • Hinter Masken (1999, CD/LP)
  • Priesthill (2000, remasterte CD-Neuauflage des zweiten Albums inklusive Kaleidoskop-7")
  • Ziellose Wege und Ausgehöhlt auf Maschinentrauma (2000)
  • Himmel steht still (2001, CD/LP)
  • Licht vergeht (2005, CD, LP-Veröffentlichung 2006)
  • Körper ohne Namen (2006, Split-CD/LP mit Substance of Dream)
  • Lunaire spielt mit dem Licht (2008, CD/LP)
  • Zimmer 12 - LIVE (2008, CD-Digipak inkl. Faltposter)
  • Die Tiere schweigen (2009, CD-Digipak/LP)
  • Warten auf Raketen (2011, CD-Digipak/LP)
  • Ziellose Wege (2014, LP mit gesammelten Samplerbeiträgen)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Stefan Kniehl (8.6.1966 -22.11.2011). 24. November 2011, abgerufen am 13. Dezember 2011.
  2. a b Chaos Z: Dunkle Strassen (1981 - 1995 komplett). Weird System, 2002.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]