Die Art

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Die Art
Die Art 2008
Die Art 2008
Allgemeine Informationen
Genre(s) Punk, Post-Punk, Indie Rock, New Wave
Gründung 1985, 2007
Auflösung 2001
Website http://www.die-art.de
Gründungsmitglieder
Holger „Makarios“ Oley
Christoph Heinemann
André Friedrich (bis Nov.1985)
Thomas Stephan
Aktuelle Besetzung
Gesang
Holger „Makarios“ Oley (seit 1985)
Gitarre
Thomas Gumprecht (ab Nov.1985)
Schlagzeug
Sven Löbert (seit 2007)
Bass
Conrad Hoffmann (seit 2001)
Ehemalige Mitglieder
Christoph Heinemann (1985–1999)
Christian Schierwagen (2000–2001)
Schlagzeug
Thomas Stephan (1985–1989, 1991–2001)
Schlagzeug
Dirk Scholz (1989–1991)

Die Band Die Art gründete sich 1985[1] in Leipzig aus der Vorgängerband Die Zucht und zählt zu den Anderen Bands, die die Wende in der DDR in musikalischer Hinsicht prägten. Charakteristisch für Die Art war die düstere melancholische Lyrik gepaart mit Punk- und Gitarrenrocksound, teils auch Dark Wave. Die Texte sind sowohl englisch (vorwiegend in den ersten Alben) als auch deutsch (in späteren Alben).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Art 2013 in Dresden

Die Art erspielte sich schnell ein größeres Publikum. In dieser Zeit stieß Andreas Seyffert (Keyboard) zu Die Art und wirkte am ersten Tape Would You Mind Us Looking For? mit, verließ die Band dann aber wieder. Ende 1987 nahm der Radiosender DT64 die 2. Parocktikum-Session mit Die Art auf, die später als 2. Tape Just Another Hit veröffentlicht wurde. Mangels der Möglichkeit ein eigenes Album zu produzieren, brachte Die Art bis 1989 vier Tapes (MC) in Eigenproduktion heraus, von welchen Dry das bekannteste und meistverkaufte Underground-Tape der DDR wurde.

1989 schaffte es der Song Sie Sagte auf die erste Parocktikum-LP. Ein weiterer Höhepunkt war der Auftritt beim letzten FDJ-Pfingsttreffen 1989 vor 10.000 Zuschauern.

Im Spätsommer 1989 verließ der Schlagzeuger Thomas Stephan Die Art und die DDR. Als gleichwertigen Ersatz verstärkte Dirk Scholz die Band. Ein erster Plattenvertrag beim Label Amiga scheiterte 1989 wegen des Songs Wide Wide World, der als Aufruf zur Flucht aus der DDR gedeutet wurde.

Nach der Wende und friedlichen Revolution 1990 erschien das Debütalbum Fear beim Amiga-VEB Deutsche Schallplatten-Nachfolgelabel namens „ZONG“ und das mit dem Song Wide Wide World. 1991 folgte das 2. Album Gold ("My Colour Is Black", "Heer Litz" u.v.a.)[2] Im Gegensatz zu den ersten beiden Alben, die sehr punkig klangen, war das 3. Album Gift (1993) ein Pop/Wave-Album. Durch diesen musikalischen Stilbruch verkaufte sich das Album anfangs nur zögerlich.

Das 4. Album But (1994) war wieder deutlich härter und gilt als eines der besten und ausgewogensten Alben. 1995 entschied sich die Band ihre besten deutschsprachigen vor 1990 entstandenen Titel auf ein Album aufzunehmen. Das Schiff entstand. Das Album Still (1996) ist das 2. rein deutschsprachige Album. 1997 folgte das experimentelle Album Adnama inkl. einer ausgekoppelten Maxi-CD Radiokrieg. Das Titelstück ist ein Cover von einem Amanda-Lear-Song, wodurch sich der Albumname erklärt. Bei dem „fast unplugged“-Album Mellow Versions von 1998 und bei der anschließenden Club-Tournee spielte die Cellistin Susanne V. Thiele mit. Bei diesem ruhigen Album tritt die dunkle Stimme vom Sänger Makarios deutlicher als sonst in den Vordergrund. Ein Novum der deutschen Rockkultur war das Bespielen verschiedener noch aktiver Kirchenhäuser bei dieser Tournee.

1999 trennten sich Die Art von Christoph Heinemann und spielte 2000 mit Christian Schierwagen (E-Bass) das letzte Studio-Album Last ein, welches wieder etwas gitarrenlastiger und melodiöser ist. Zusammen mit Conrad Hoffmann (Bass) ging Die Art ein letztes Mal auf Tour und löste sich am 22. Dezember 2001 nach ihrem Konzert in der Moritzbastei in Leipzig auf.

Nur ein einziges Mal machten sie am 17. April 2004 eine Ausnahme und spielten im traditionsreichen Dresdner Ballhaus „Gare de la Lune“ zusammen mit den „Freunden der italienischen Oper“, die seit 12 Jahren nicht mehr aufgetreten waren, anlässlich des 40sten Geburtstages von Sänger R.J.K.K. Hänsch alias Ray van Zeschau.

Als Nachfolgeprojekt wurde Wissmut gegründet, bei dem Makarios, Thomas Gumprecht, Conrad Hoffmann und Shiva Rudra als Schlagzeuger dabei waren.

Die Art im Februar 2012 in Pirna

Im Februar 2007 wurde die Reunion der Band bekanntgegeben. Dem folgte der erste Auftritt am 28. April im Chemnitzer Südbahnhof zusammen mit Substance of Dream als Vorband und Fliehende Stürme als Headliner. Kurz darauf, im März 2007, wurde das Album „Pale“ mit raren Tracks, Demos und unveröffentlichten Versionen veröffentlicht, welches nur direkt auf Anfrage erhältlich ist. Das neue Album „Alles was dein Herz begehrt“ erschien am 5. Oktober. Nach mehreren erfolgreichen Konzerten und einer längeren Sommerpause erschien im Oktober 2008 das Album „Funeral Entertainment“. Dieses beinhaltet sechs neue Songs und eine Neueinspielung des 1991 entstandenen, aber unveröffentlichten, Songs „Pale“. Jener Song gibt auch die musikalische Richtung der nun komplett in englisch gehaltenen Songs vor. Diese kann man ruhig als Wavepop bezeichnen und knüpft an die Bandphase der Jahre 1992 und 1993 an.

Im September 2009 erschien die erste Best of Compilation der Band. Sie trägt den Namen „Für immer und Ewig“ und enthält ausschließlich Songs mit deutschen Texten. Dabei wurden drei Titel neu eingespielt, aber auch zwei neue Songs mit veröffentlicht.

Mit „Twenty Fear“ erschien im Oktober 2010 die zweite Best of Compilation, die ausschließlich englische Songs von 1990 bis 2000 enthält. Als Bonus-CD wird das erste Album der Band namens „Fear“ komplett remastert mit veröffentlicht.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Art 2013

Underground-Tapes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1987: Would You Mind Us Looking For?
  • 1988: Just Another Hit – Live
  • 1989: Dry
  • 1989: Just Another Hit Again
  • 1989: Live In Lugau 1989
  • 1991: The Wellknown & Unknown Songs

Alben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1990: Fear
  • 1991: Gold
  • 1993: Gift
  • 1994: But
  • 1995: Das Schiff
  • 1996: Still
  • 1997: Adnama
  • 1998: Mellow Versions
  • 1999: Dry (Wiederveröffentlichung der Tape-Aufnahmen)
  • 2000: Last
  • 2002: LastLive Sequences
  • 2004: Das Schiff (Wiederveröffentlichung mit Bonustrack auf Major Label)
  • 2007: Pale (Collectors Edition)
  • 2007: Alles was dein Herz begehrt
  • 2008: Funeral Entertainment
  • 2009: Für immer und Ewig – Best of Vol. 1
  • 2010: Twenty Fear – Best of Vol. 2 (inklusive geremastertes Album „Fear“ als Bonus-CD)
  • 2011: Arcane (CD/LP, CD inklusive DVD „An Arcane Story“)
  • 2011: Berlin-Mitte (Relativ Unplugged...)
  • 2014: Success
  • 2017: XXX 30 Jahre Die Art - Live in der Groovestation

Singles und EPs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1990: I Love You Marian (B-Seite: Das Schiff) – 7"
  • 1992: Jane Plays GuitarEP
  • 1993: Black Hearts
  • 1993: Trance – Mini CD
  • 1995: Das Schiff – EP
  • 1996: Nur 1 Traum – EP
  • 1997: Radiokrieg
  • 1997: The Secret Markt 9 Sessions – EP
  • 1998: Age Of Consent And The Secret Markt 9 Sessions
  • 1999: The Early Broadcast Sessions
  • 1999: Mellowash XL – EP
  • 2000: Hour Of Parting – EP
  • 2015: Automat - Seven Inch Club #1

Besonderheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1994: Gold (Re-Release mit vier zusätzlichen Tracks)
  • 1994: But (Erstauflage mit zusätzlicher 5-Track-CD)
  • 2002: Brachialpop 1 (Labelsampler, Die Art „Vereinsamt“)
  • 2002: Ein Abend mit Die Art (VHS mit Konzertmitschnitt und Interview)
  • 2008: Funeral Entertainment-Promo CD (DIN-A5-Pappcover mit Band- und Album-Infos)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Die Art – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Art. In: Parocktikum Wiki. Abgerufen am 21. April 2017.
  2. Die Art – Gold (CD, Album) at Discogs. In: discogs.com. Abgerufen am 30. April 2017.