Flying Merkel

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Flying Merkel
Replikat der Version von 1911
Flying Merkel front & side.jpg
Flying Merkel rear & side.jpg


Die Flying Merkel (1911–1915) war ein Motorrad des amerikanischen Herstellers Merkel in Milwaukee, später Middletown, Ohio.[1]

Anfänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Firmengründer Joseph F. Merkel (1872–1958) konstruierte schon 1902 Einbaumotoren für Motorräder, seit 1903 stellte er eigenständig Motorräder her, mit einem 316-cm³-Einzylindermotor, der auch in der Indian der damaligen Zeit verwendet wurde. 1908 fusionierte das Unternehmen mit der Light Manufacturing and Foundry Company in Pottstown. Motorradmodelle trugen nun die Bezeichnung „Merkel-Light“ auf dem Tank. 1910 erschien eine erste Zweizylinder-V-Maschine von Merkel, 1911 wurde das Unternehmen von der „Miami Cycle and Manufacturing Company“ von Middletown, Ohio, übernommen. Daraufhin änderte sich die Tankbeschriftung und Ausstattung des Motorrads mit der Beschriftung „Flying Merkel“ und die Lackierung in leuchtendem Orange, später als „Merkel-Orange“ bezeichnet.[1][2]

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flying Merkel Racing Team von 1913

Die Flying Merkel hatte eine selbst für die damalige Zeit konservative Ventilsteuerung: je Zylinder ein automatisches Einlassventil und ein gesteuertes Auslassventil.[2] Der zunächst 884 cm³ große Zweizylinder-V-Motor leistete 6 PS und ermöglichte mit einem Zweiganggetriebe und Riemenantrieb eine Höchstgeschwindigkeit von 97 km/h. Eine bremsenlose Rennversion erschien mit kugelgelagertem 997-cm³-Motor, Bosch-Magnetzündung, Schebler-Vergaser und Kettenantrieb. Eine Straßenversion davon wurde mit Bandbremse am Hinterrad für 325 US-Dollar angeboten.[1]

Innovativ an der Flying Merkel war die Motorradgabel, die von Joe Merkel patentierte „Truss-Gabel“, die als ein Vorläufer der Teleskopgabel gilt. Obwohl der Motor von der Ventilsteuerung her nicht dem Stand der Technik entsprach, hatte die Flying Merkel einen über den Gaszug gesteuerten automatischen Tropföler, der so später von Indian und Harley-Davidson kopiert wurde.[2] 1913 wurde die Flying Merkel überarbeitet: Der Motor erhielt nun ein gesteuertes Einlassventil, sowie einen Kickstarter, der über ein Pedal einen Federmechanismus betätigte.[1] 1915 wurde die Produktion eingestellt. Die Flying Merkel erreichte mit der Form ihres Benzintanks und dem „Merkel-Orange“ in der damaligen Zeit bereits Kultstatus.[2] Im Januar 2012 wurde bei Bonhams ein Replikat der Flying-Merkel-Rennmaschine für knapp 30.000 Euro versteigert.[3]

Bekannte Rennfahrer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Flying Merkel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Jerry Hatfield: Standard Catalog of American Motorcycles. 1898–1981. Krause Publications, 2006, ISBN 978-0-89689-949-0, S. 378–384
  2. a b c d The Art Of The Motorcycle. Guggenheim Museum, Las Vegas, 2001, ISBN 0-89207-207-5, S. 114.
  3. bonhams.com Auktion 19679, Los 303 (abgerufen am 18. Oktober 2013)