Forschungsjournal Soziale Bewegungen

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Das Forschungsjournal Soziale Bewegungen 1988 gegründet, als Forschungsjournal Neue Soziale Bewegungen ist eine wissenschaftliche Vierteljahres-Zeitschrift mit Analysen zu Demokratie und Zivilgesellschaft. Das Forschungsjournal erscheint seit 2000 beim Verlag Lucius & Lucius. Verantwortliche Herausgeber sind aktuell Ansgar Klein, Jan Rohweder, Jupp Legrand und Thomas Leif.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1988 wurde das Forschungsjournal gegründet, damals noch unter dem Namen Forschungsjournal Neue Soziale Bewegungen. Im Editorial des ersten Heftes hieß es:

„Ziel der Zeitschrift ist es, den Austausch zwischen Forschung und Politik, zwischen Bewegungen und Wissenschaft, zwischen Bewegungsaktivisten und traditioneller politischer Praxis sowie Reflexion innerhalb dieser drei Bereiche zu initiieren, zu fördern und zu verstetigen.“

Das Projekt Forschungsjournal Soziale Bewegungen läuft als ehrenamtliches Projekt. Nach anfänglich zweijährigem Selbstverlag und vierjähriger Zusammenarbeit mit einem Marburger Verlag erschien das Journal 1994 bis 1999 im Westdeutschen Verlag. Seit 2000 erscheint das Journal im Verlag Lucius & Lucius.

Der Gründungskontext des Forschungsjournals[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Die neuen sozialen Bewegungen (NSB), so das Resümee von Dieter Rucht und Roland Roth im Handbuch Die Sozialen Bewegungen in Deutschland seit 1945, stellten in den 1970er Jahren schon die Hälfte aller Proteste und in den 1980er Jahren sogar Dreiviertel (Rucht/Roth 2008: 649). Dieser Wirkungshorizont von Bewegungen und der damit verbundene Analysebedarf war das Gründungsfundament der Zeitschrift. Die Gründung des Forschungsjournals Neue Soziale Bewegungen (FJNSB) erfolgte 1988 auf Initiative von Thomas Leif aus einer Ad-hoc-Gruppe zu Fragen der Bewegungsforschung im Rahmen der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft heraus, in der sich seit 1982 etwa 180 vor allem jüngere Wissenschaftler unter dem Eindruck der herausragenden politischen Bedeutung der NSB vernetzt hatten. 1987 konstituierte sich eine Gründungscrew für die Vorbereitung der Zeitschriftengründung, zu der neben Thomas Leif Hans-Josef Legrand, Ulrike Wasmuth und Helmut Zander gehörten. Noch vor Erscheinen erster Ausgaben kamen Thomas Hermann und Ansgar Klein hinzu. Um den Zugang zur Zeitschriftenarbeit offen gestalten zu können, wurde als Herausgeber die Forschungsgruppe Neue Soziale Bewegungen genannt – ein deutliches Signal an die Ad-hoc-Gruppe der DVPW zur Mitwirkung und Inklusion. Die sechs Personen fungierten als ‚Redaktion‘ der Gründungsphase. Bereits mit dem vierten Heft des 1. Jahrgangs zogen sich drei Mitglieder der Gründungscrew zurück. Ansgar Klein, Hans-Josef Legrand und Thomas Leif – die seit 1994 auch offiziell als Herausgeber fungieren – führten die Redaktionsarbeit fort. Im Editorial des ersten Heftes, das im Eigenverlag produziert wurde (bis Ende 1989), wurden als Argumente für die Zeitschriftengründung eine fehlende Plattform für die Analyse der wachsenden Bewegungsforschung und die Publikation entstehender Forschungsarbeiten sowie die Bedeutung der NSB als gesellschaftliche Emanzipationsbewegung angeführt. Schon bei der Gründung sollte das Forschungsjournal daher nicht nur ein Forum der Wissenschaft, sondern auch eine Plattform für politische Reflexionen von politischer Partizipation sein. Im Editorial des ersten Heftes vom Januar 1988 heißt es: „Ziel der Zeitschrift ist es, den Austausch zwischen Forschung und Politik, zwischen Bewegungen und Wissenschaft, zwischen Bewegungsaktivisten und ‚traditioneller politischer Praxis‘ sowie Reflexionen innerhalb dieser drei Bereiche zu initiieren, zu fördern und zu verstetigen. Das bedeutet eine Informationsbasis für alle Interessierten zu schaffen, Sensibilitäten für relevante Themen im politischen Prozess zu wecken sowie vorhandene Berührungsängste abzubauen und Brücken zu schlagen. Gleichzeitig heißt dies für uns als Redaktion, aber auch für unsere Leserschaft, sich nicht ideologisch zu ‚verbunkern‘, sondern Offenheit zu zeigen, abweichende, sperrige Meinungen zu tolerieren und unbequeme Kritik zu ertragen. Die Vielschichtigkeit und Komplexität der neuen sozialen Bewegungen in Theorie und Praxis wird sich deshalb auch in der Auswahl der Autoren und ihren jeweiligen Zugangsweisen widerspiegeln – zugespitzt: von Wertkonservativen bis Graswurzelrevolutionären.“ (FJNSB, Jg.1, Heft 1: 5) Einhergehend mit dem neuen Titel gab es auch eine Auffrischung des Layouts und eine leichte Vergrößerung des ursprünglichen Din-A-5-Formats; der Umfang, zunächst mit etwa 70 Seiten, hatte sich schon früher auf mindestens 124 Seiten gesteigert. In der Umschlaggestaltung gibt es deutliche Veränderungen: Während die ersten Jahrgänge noch von den bunten Angeboten der neuen sozialen Bewegungen geprägt waren, wird die Umschlaggestaltung monochromer und seriöser, um schließlich in den vergangenen Jahren bei einem honorig dunklen Anthrazit, nicht ohne themenspezifische Vignette, aufzutreten. Geblieben sind jedoch von Beginn an die Karikaturen von Gerhard Mester, die jeweils ironisch-hintergründige Kommentare bieten. Auch die von den Herausgebern im ersten Erscheinungsjahr entwickelten verschiedenen Rubriken werden in der Regel bis heute bedient. Neben einem von der Redaktion bzw. Gastredaktionen vorgestellten thematischen Schwerpunkt mit mehreren Beiträgen gibt es die Aktuelle Analyse und den Pulsschlag, in dem aktuelle Forschungsprojekte und Kommentare zu Journalbeiträgen versammelt sind. Treibgut versteht sich als Informationsbörse zu Tagungen und Aktionsterminen, zu Materialien und Kontakten. Es folgt Bewegung in der Literatur mit Rezensionen aktueller Veröffentlichungen zu Bewegungs- und Zivilgesellschaftsthemen. Nicht mehr gepflegt werden die Rubriken Brandung mit aktuellen Dokumenten oder auch eine Serie mit Beiträgen zur Geschichte der Bewegungsforschung. Die Rubrikgliederung unterstreicht den Charakter der Zeitschrift als Arbeitsjournal für die Zivilgesellschafts- und Bewegungsforschung, für Aktive und Interessierte in anderen gesellschaftlichen Milieus. Die Erscheinungsweise als Vierteljahresschrift blieb über mehrere Verlagswechsel hinweg erhalten.

Verlagsetappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Startkosten in der Gründungsphase der Zeitschrift wurden durch einen zinslosen Kredit des ‚Ökofonds‘ der GRÜNEN aus Nordrhein-Westfalen getragen, den die Redaktion später vollständig zurückgezahlt hat. Nach zwei Jahren im Eigenverlag, der zusätzlich erhebliche Verwaltungsarbeiten und technische Arbeiten für die Redaktion bedeutete (von der Adresspflege und dem postalischen Versand bis zum Layout im Vorcomputer-Zeitalter), ging das Forschungsjournal 1991 eine Kooperation mit dem Marburger SP-Verlag (später Schüren-Presseverlag) ein, die drei Jahre lang Bestand hatte. Mit Beginn des Jahrgangs 1994 startete eine Kooperation des Forschungsjournals mit dem in den Sozialwissenschaften renommierten Westdeutschen Verlag. Bis ins Jahr 1999 erschien die Zeitschrift dort. Die Zusammenarbeit stellte das Forschungsjournal in einen publizistischen Kontext mit den großen ‚Flaggschiffen‘ der deutschen sozialwissenschaftlichen Zeitschriftenlandschaft wie etwa der PVS oder KZfSS. Eine geplante erhebliche Erhöhung des Abonnementpreises beim Westdeutschen Verlag bewog Herausgeber und Redaktion schließlich zu einem erneuten Verlagswechsel, da es gemeinsames Ziel war, den Verkaufspreis des Forschungsjournals möglichst leserfreundlich zu gestalten.

Seit 2000 erscheint das Forschungsjournal nun im Stuttgarter Verlag Lucius&Lucius. Der Verlag wurde 1996 in Übernahme des wirtschaftswissenschaftlichen Programms vom Gustav Fischer Verlag begründet. Seine Schwerpunkte lagen zunächst im Bereich der Wirtschaftswissenschaften. Mit der Übernahme des sozialwissenschaftlichen Programms vom F. Enke Verlag 1999 und von fünf sozialwissenschaftlichen Zeitschriften zum Jahresbeginn 2000 – darunter auch dem Forschungsjournal – bekam der Verlag ein zusätzliches sozialwissenschaftliches Profil. Das Forschungsjournal erscheint dort mittlerweile zusammen mit 14 weiteren sozialwissenschaftlichen Zeitschriften, darunter u.a. ‚Analyse & Kritik‘, ‚Feministische Studien‘, ‚Soziale Systeme‘, die ‚Zeitschrift für Sozialreform‘ oder die ‚Zeitschrift für Soziologie‘. Die Redaktion arbeitet mit dem kleinen Verlag flexibel und unkompliziert zusammen. Zwar ist auch das Forschungsjournal vom Abonnementrückgang im Zeitschriftenbereich keineswegs verschont geblieben, doch gelingt es seitdem, durch Kontingentverkäufe einzelner Themenhefte die verlaglichen Einnahmen insgesamt im schwarzen Bereich zu halten.

Zeitschriftenarbeit als Engagement: Entwicklungen der Redaktion im Überblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die gesamte Redaktionsarbeit des Forschungsjournals und auch große Teile der Herstellung basieren auf dem Faktor ‚Engagement‘. Vor dem Hintergrund einer weitgehend bis heute ausgebliebenen Institutionalisierung der Bewegungsforschung im deutschen Wissenschaftsbetrieb und der von Redaktion und Herausgebern gewählten publizistischen Grundaufstellung im Zwischenraum von Wissenschaft und Praxis gab und gibt es für die Zeitschrift keinerlei institutionelle Anbindung und Unterstützung, wenn sich auch in den über 25 Jahren der redaktionellen Arbeit ein dichtes, noch zu beschreibendes Netzwerk von Kooperationspartnern herausgebildet hat. Um gleichwohl die gesetzten Ziele zu erreichen, war das Forschungsjournal daher angewiesen auf eine ausschließlich engagementbasierte, ehrenamtliche Arbeit, auf wechselnde Grundfinanzierung durch Eigenmittel, auf Verlagszuwendungen oder die Kofinanzierung einzelner Hefte und Tagungen. So konnte aber im Gegenzug jegliche institutionelle Abhängigkeit vermieden werden. Was auf der einen Seite eine echte Herausforderung an die Redaktionsarbeit darstellt – die fehlenden Ressourcen für die Redaktionsarbeit, die auch durch einen Förderverein 2 nur teilweise kompensiert werden können –, war und ist auf der anderen Seite zugleich ein Vorteil und gibt dem Forschungsjournal seinen eigentümlichen Charakter: Die Redaktionsarbeit bietet Interessierten die Möglichkeit der weitgehenden Mitwirkung und Partizipation, die Möglichkeit, eigene Ideen bis hin zu Themenheftkonzeptionen einzubringen. Die redaktionellen Spielräume sind nach wie vor das Hauptmotiv des engagierten Mitwirkens in der Redaktion.

Trotz einer durch die hohen Arbeitsanforderungen und biografische Entwicklungen gegebenen Fluktuation von Mitarbeitern hat sich im Kern der Redaktion eine oftmals vieljährige Bindung an die Zeitschrift eingestellt, auf die das Forschungsjournal auch angewiesen ist, um ein professionelles Niveau zu halten und fortzuentwickeln. Ergänzt werden diese Kompetenzen durch Initiative und Kompetenzen vieler jüngerer Mitarbeiter. Die Mischung der Kompetenzen und die in einem großen Team mögliche Arbeitsteilung, durch die sich die Belastungen aufteilen, sind die Vorteile einer ehrenamtlichen Redaktionsarbeit, die freilich auch einen höheren Koordinationsaufwand erfordern. Bewährt hat sich darüber hinaus die enge Zusammenarbeit mit Kollegen aus der Wissenschaft, die ihre Kompetenzen als Gastherausgeber (früher: externe Redakteure) in die Heftkonzeption und -realisation einbringen. Die engagementbasierte Unterstützung der Zeitschrift geht jedoch über die Redaktion hinaus. Seit Gründung ist mit Gerhard Mester einer der profiliertesten politischen Karikaturisten der Bundesrepublik der Zeitschrift eng verbunden. Die Redaktion kann auf seine mittlerweile weit über 20.000 Karikaturen umfassendes Werk zurückgreifen. Die Gestaltung von Titeln, Flyern, Anzeigen oder Einladungen zu Veranstaltungen liegt seit vielen Jahren bei Nina Faber aus Wiesbaden – auch ihre hoch professionelle Arbeit stellt sie der Zeitschrift im Modus des Engagements zur Verfügung. Volker Klemm von unserem Satzbüro com.plot in Mainz erbringt seine professionellen Leistungen zu Freundschaftspreisen, die uns niedrige Produktionskosten ermöglichen. An dieser Stelle können nicht alle gewürdigt werden, die seit den 1990er Jahren die Redaktionsarbeit des Forschungsjournals mit getragen haben. Neben den Herausgebern gehören im Moment zur Redaktion Markus Rohde und Ludger Klein (beide seit 1994), Peter Kuleßa (seit 1996), Jochen Roose (seit 2000), Alex Flohé (seit 2001) sowie Rudolf Speth, Stephanie Schmoliner und Karin Urich (seit 2003). Im Jahr 2004 stießen Tobias Quednau, Gabriele Schmidt und Jan Rohwerder zum Forschungsjournal, von denen letzterer seit 2010 zur Riege der Herausgeber zählt. Zuletzt in die Redaktion aufgenommen wurden Albrecht Lüter und Vera Faust (2007 bzw. 2008). Für jeweils mehrere Jahre zählten daneben Kai-Uwe Hellmann, Michael Hasse, Irene Michels, Nele Böhme und Heike Walk zur Kernredaktion.

Der Beirat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Beirat wird auf Einladung der Herausgeber von Repräsentanten aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Politik gebildet, die für die publizistische Arbeit und Wirkung der Zeitschrift von herausragender Bedeutung sind. Bereits im ersten Heft des Forschungsjournals waren dies Andreas Buro (Mitbegründer der Ostermärsche bzw. Friedensbewegung), Volkmar Deile (Christliche Friedensbewegung, später Generalsekretär von Amnesty International), Ute Gerhard (Frauenforschung), Robert Jungk † (Zukunftsforschung, Friedens- und Ökologiebewegung), Peter von Oertzen † (SPD-Parteivorstand), Joachim Raschke (Politikwissenschaftler und Bewegungsforscher) und Antje Vollmer (DIE GRÜNEN). Im Mai 1989 schied Peter von Oertzen aus dem Beirat aus; neu hinzu kamen Heidemarie Wieczorek-Zeul (früher SPD-Vorstand) und Karin Benz-Overhage (früher Vorstand der IG Metall). 1992 wurde der Beirat als Konsequenz aus der deutschen Einheit und der Bedeutung der Bürgerbewegungen um ostdeutsche Repräsentanten erweitert: Neu hinzu kamen Ulrike Poppe (Bürgerbewegungen), Wolfgang Thierse (SPD) und Vera Wollenberger (später: Vera Lengsfeld), die bis Ende 1998 dem Beirat angehörte. Im Jahr 1999 kamen als weitere Beiratsmitglieder Warnfried Dettling (Publizist) und Friedhelm Hengsbach (Christliche Gesellschaftsethik) hinzu. Eine vorerst letzte Erweiterung fand der Beirat 2002 mit der Aufnahme um zwei der bedeutendsten Vertreter der sozialen Bewegungsforschung in Deutschland: Roland Roth und Dieter Rucht. Der Beirat vertritt zum einen auf einer repräsentativen Ebene für die Zeitschrift wichtige wissenschaftliche, zivilgesellschaftliche und politische Bereiche, zu denen er bei Bedarf der Redaktion die Türen öffnet, Kontakte vermittelt oder aus denen er Impulse für die redaktionelle Arbeit gibt. Zum anderen sind Mitglieder des Beirats in der Zeitschrift selber oftmals mit Beiträgen engagiert – wie etwa das Jubiläumsheft zum 20. Jahrestag (Heft 3/2008) deutlich macht.

Kooperationsnetzwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Beginn an war das Forschungsjournal ohne Einbettung in dichte Kooperationsnetze nicht vorstellbar. Schon die Gründungssituation verdeutlicht die Bedeutung der sozialwissenschaftlichen Anbindung. Aus dem Zusammenhang einer ad-hoc-Gruppe der DVPW heraus gegründet, pflegt das Forschungsjournal bis heute sehr enge Kooperationen mit dem längst formal aufgewerteten ‚Arbeitskreis soziale Bewegungen‘ in der DVPW. Diese wissenschaftlichen Netze führten auch zu einer sehr engen Kooperation mit den Verbändeforschern in der DVPW und deren Arbeitskreis. In den halbjährlichen Berichten des DVPW-Rundbriefes wird bereits seit längerem aus beiden Arbeitskreisen gemeinsam berichtet und dabei auch die Arbeit des Forschungsjournals integriert. Eingebettet in die wissenschaftlichen Netze entstand eine enge Kooperation mit Dieter Rucht und dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (siehe auch die im Anhang abgedruckte Liste von Tagungen und Kongressen des Forschungsjournals). In diesem Zusammenhang wurden – zusammen mit weiteren Partnern – mehrere große Wissenschaftskongresse konzipiert und umgesetzt, aus denen Themenhefte des Forschungsjournals, aber auch zahlreiche eigenständige Buchpublikationen gespeist wurden. Von Anfang an veranstaltete das Forschungsjournal, oftmals auch in Kooperation mit dem AK Soziale Bewegungen der DVPW, wissenschaftliche Fachtagungen (siehe auch hier den Überblick zu Tagungen). Die Realisation dieser Tagungen war vor allem durch eine enge Kooperation und Unterstützung durch die Friedrich-Ebert-Stiftung, die Heinrich-Böll-Stiftung, die Hans-Böckler-Stiftung, die Otto-Brenner-Stiftung, die StiftungMITARBEIT und die Bundeszentrale für politische Bildung möglich. Die 2002 gegründete Bewegungsstiftung hat das Forschungsjournal von Anfang an mit großer Sympathie begleitet. Enge Kooperationen bestehen mit der Agentur für politische Strategie (APOS), der Stiftung Bürger für Bürger und dem Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement. In jüngster Zeit wirkt die Redaktion, beteiligt durch Jochen Roose und Ansgar Klein, an der Gründung eines neuen „Instituts für Protest- und Bewegungsforschung“ mit, das seinerseits mit dem Forschungsjournal in Zukunft eng kooperieren wird (http://protestinstitut.eu/). Gemeinsam mit der taz, der Bewegungsstiftung und dem Institut für Protest- und Bewegungsforschung finden ab Februar 2013 bis zu viermal jährlich Diskussionsveranstaltungen im taz-Café zu Themen der sozialen Bewegungen und ihren politischen und zivilgesellschaftlichen Bezügen und Kontexten statt. Das Forschungsjournal beobachtet zudem mit Interesse die Diskussionen im Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement um die künftige Agenda einer inter- und transdisziplinären Zivilge-sellschaftsforschung. Hier bestehen deutliche Bezüge zum Selbstverständnis und zur publizistischen Agenda, die das Forschungsjournal seit vielen Jahren verfolgt. Die publizistische Arbeit des Forschungsjournals profitiert natürlich nicht zuletzt von den gewachsenen Wissenschaftsnetzen mit den Autoren. Aus dem Bereich der Universitäten und Institute erhält die Redaktion wertvolle konzeptionelle Inputs und Kommentare sowie publizistische Beteiligungen und Mitwirkungen (als AutorIn oder GastherausgeberIn). Das auf der Homepage des Forschungsjournals einsehbare Register aller Hauptbeiträge gibt Auskunft über alle Autoren, die für das Forschungsjournal geschrieben haben. Als Vernetzungsplattformen sind die Deutsche Vereinigung für Politische Wissenschaft und v.a. die Sektion Politische Soziologie in der Deutschen Gesellschaft für Soziologie zu nennen. Neben den wissenschaftlichen Netzen sind für die Zeitschrift ihre Kontakte zu Bewegungsakteuren, zivilgesellschaftlichen Organisationen und der Politik von gleichrangiger Bedeutung. Sie sind nicht nur Gegenstand zahlreicher Artikel und Analysen in der Zeitschrift, sondern es entstehen in vertrauensvollen Kontakten auch immer wieder wichtige Themenvorschläge und Beitragsideen. Durch das Konzept des Forschungsjournals, Themenhefte anzubieten, können hier immer wieder neue Kooperationen entlang aktueller Themenkonstellationen entstehen. Seine publizistische Wirkung konnte das Forschungsjournal in den 1990er Jahren nicht zuletzt auch durch ganzseitige Dokumentationen in der Frankfurter Rundschau erweitern. Bei einer deutlich steigerungsfähigen Auflage werden die Themen des Journals durch zahlreiche Sammelbände unter Mitwirkung von Redaktionsmitgliedern zu Themen wie politische Klasse, Masse-Macht-Emotionen, Paradigmen der Bewegungsforschung, Engagementpolitik, Lobbypolitik in verschiedenen Verlagen gestärkt (siehe dazu auch den Überblick über Bücher im Zusammenhang mit dem Forschungsjournal).

In den vergangenen Jahren war die Redaktion zunehmend bemüht, ihre Homepage auszubauen und die Social-Media-Kommunikation aufzunehmen. Hier profitiert sie von zugewachsenen Kompetenzen. Immerhin ist es der Redaktion in einem Kraftakt gelungen, alle früheren Hefte des Forschungsjournals (mit Ausnahme der jeweils aktuellen vier Jahrgänge) online zu stellen – so wird nicht zuletzt eine wachsende Nachfrage aus den Universitäten, Bildungsstätten und Redaktionen mit Zustimmung unseres Verlages leicht bedient. Erkennbar wird jedoch auch ein Bedarf der konzeptionellen Ausdifferenzierung der eigenen publizistischen Strategie entlang der Möglichkeiten der Social Media, der Internetplattform, einer erweiterten Online-Redaktion und einer nach wie vor auch im Print arbeitenden Publikation.

Der politische Anspruch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Augenmerk des Forschungsjournals gilt der ganzen Breite der zivilgesellschaftlichen Akteurskonstellationen sowie den Konfliktfeldern von Bewegungsakteuren, Verbänden und Parteien. Im interdisziplinären Austausch wird so die Gesellschaft von der weichen Seite des institutionellen Wandels beleuchtet. Bezüge zum weiteren Feld sozialer Bewegungen werden bewusst gesucht. Im Zentrum des Programms stehen empirische wie theoretische Arbeiten vor allem aus der Bewegungsforschung, der politischen Soziologie und der Demokratietheorie. Als großes Dach dieser Orientierungen bietet sich die „Zivilgesellschaftsforschung“ an, deren Konturen derzeit intensiv etwa an der Berliner Humboldt-Universität, aber auch im Stifterverband der deutschen Wissenschaft und im Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement diskutiert werden.

Neben dem beabsichtigten Beitrag zur sozialwissenschaftlichen Forschung ist es Ziel der Zeitschrift, den Austausch zwischen Forschung und Politik, zwischen Bewegungen und Wissenschaft sowie zwischen Bewegungsaktivisten und politischer Praxis zu fördern und zu festigen. Konzipiert ist die Zeitschrift als offenes Diskussionsforum; hinzukommen ein ausführlicher Literaturteil, Forschungsberichte, Material- und Veranstaltungshinweise. Das Forschungsjournal hat den Platz zwischen Praxis und Theorie gewählt und sich als Beobachter und Kommentator gleichsam zwischen den Stühlen eingerichtet (zum Folgenden Klein 2003). Die Zeitschrift hat sich schon sehr bald nach seiner Gründung von den Vorgaben der ausdifferenzierten Teil- und Bindestrichdisziplinen der Sozialwissenschaften gelöst. Mit Blick auf praxisrelevante Diskurse hat sie negativen Effekten der wissenschaftlichen Spezialisierung, die erst allmählich auch im eingefahrenen Wissenschaftsbetrieb als problematisch erkannt werden, gegenzusteuern versucht. Immer wieder spricht die Redaktion für einen Themenschwerpunkt nicht nur die Bewegungsforschung, sondern auch die Forschungen zu NGOs, Verbänden und Parteien an. Sie greift dabei auf die politische Theorie, die Ökonomie, die Sozialpsychologie, die Philosophie oder die Medienwissenschaften zurück. Diese interdisziplinäre Arbeit ist ein Markenzeichen des Forschungsjournals.

Die Separierung der Analyse zerschneidet die gegebenen Zusammenhänge und wirkt so auch kontraproduktiv. Dies gilt auch für das bisherige Nebeneinander von wissenschaftlichen Diskursen zu Zivilgesellschaft und Drittem Sektor, das die Zusammenhänge zwischen politischen und ökonomischen Dimensionen sozialer Bewegungen, zwischen bürgerschaftlichem Engagement und Non-profit-Bereich ausblendet. Das beschriebene Themenfeld lässt sich im Rahmen künftiger „Zivilgesellschaftsforschung“ im Zusammenhang näher in den Blick nehmen. Den interdisziplinären Zugriff auf die Theorie verbindet das Forschungsjournal mit dem publizistischen Anspruch der Intervention in die politische Praxis. Das Forschungsjournal will – mit den beschränkten Mitteln ihrer Zeitschrift – diskurspolitisch intervenieren. Über das Kernfeld der Bewegungsforschung hinaus ist ein Einfluss des Forschungsjournals – das zeigt der Blick in die Zitationsapparate fachöffentlicher Publikationen, aber auch eine mediale Themenkonjunktur – bspw. bei Themen wir ‚politische Klasse‘, ‚politische Strategie‘, ‚Lobbyismus‘, ‚Zivilgesellschaft‘ oder ‚bürgerschaftliches Engagement‘ durchaus erkennbar.

Diskurspolitik ist ein sperriges Wort. Es verbindet die Diskurse in Wissenschaft und Öffentlichkeit – immer auch normativ aufgeladen, aber ebenso empirisch unterfüttert – mit dem Anspruch der Einflussnahme auf die Meinungsbildung. Diskurspolitik zielt auf den Zusammenhang von Meinungs- und Willensbildung mit demokratischer Entscheidungsfindung und adressiert Öffentlichkeit und den zivilgesellschaftlichen Raum. Das Forschungsjournal versteht sich als Akteur eines ‚Diskurses der Zivilgesellschaft‘ und einer gesellschaftspolitischen Reformpolitik, die sich aus den Diskursen der Zivilgesellschaft speist. Der Raum des Politischen erschöpft sich aus dieser Perspektive gerade nicht in staatlichem Handeln, sondern bezieht auch die nichtstaatlichen Akteure, ihre öffentlichen Artikulationen und den intermediären Raum zwischen Zivilgesellschaft, Staat und Markt ein. Entsprechend interessiert sich die Zeitschrift für das – oftmals konflikthafte – Zusammenspiel der staatlichen und staatsnahen Akteure mit sozialen Bewegungen und anderen zivilgesellschaftlichen Protagonisten, bezieht normative Bezüge der gesellschaftspolitischen Akteure ein und richtet vor diesem Hintergrund auch den Blick auf einzelne Politikfelder, auf die Institutionen der politischen Willensbildung und Entscheidungsfindung und die Strukturen des öffentlichen Raums.

Diskurspolitische Intervention sind nicht nur angewiesen auf einen funktionsfähigen öffentlichen Raum, sondern sie sind auch angewiesen auf ein „responsives“ Handeln politischer Akteure und Institutionen, das diese Impulse aufnimmt und nachvollziehbar in politische Gestaltung übersetzt. Beide Voraussetzungen sind jedoch sehr anspruchsvoll. Diskurspolitische Interventionen wollen nicht nur öffentliche Aufmerksamkeit, sondern benötigen diese Aufmerksamkeit als Voraussetzung einer Einflussnahme auf politische Gestaltung. Doch das Geschäft der Aufmerksamkeitsgewinnung ist schwieriger geworden: Der öffentliche Raum hat sich gewandelt. Er ist segmentiert, kommerzialisiert, vielfach komplex manipuliert. Ein früherer Bundespräsident hat gar von einer ‚Refeudalisierung‘ der Öffentlichkeit gesprochen.

Die Filter der medialen Aufmerksamkeit haben längst dazu geführt, dass sich auch Bewegungsakteure an diese Selektionskriterien anpassen. Ihre Chance, Öffentlichkeit zu erzeugen, ist geringer geworden, und es bedarf auf Seiten aller Akteure einer professionellen Medienkompetenz, um diese Chance zu wahren. Doch geht es nicht nur um technische Nachrüstung der Handlungsroutinen zivilgesellschaftlicher Akteure angesichts der Anforderungen der Social Media, sondern auch um die redaktionellen Zugänge und journalistischen Auswahlkriterien (Platzierung von Themen in den Medien, Prominenz, dramaturgische Gesichtspunkte der Inszenierung etc.). Die enorm gewachsene Bedeutung politischer Kommunikation hat bei den politischen Akteuren die Wahl von Strategien symbolischer Politik erhöht. Die Besetzung von Themen und Begriffen bedeutet jedoch keineswegs, dass daraus politische Gestaltungsoptionen generiert werden. Oftmals erweist sich der symbolpolitische Schleier als Barriere politischer Gestaltung, die es zu überwinden gilt. Ein mühsames und zumeist vergebliches Unterfangen. Es gibt eine wahre Flut an Informationen und Expertise und zugleich nimmt das Rauschen der bloßen Unterhaltung in den Medienkanälen zu: Überangebote an Unterhaltungsangeboten, an Action und Talk verstellen den Blick auf relevante Informationen. Doch auch mit Blick auf Expertise und Analyse sind die Angebote kaum zu überschauen. Viele gesellschaftspolitisch relevanten Themen werden heute in medial separierten Welten diskutiert. Fachöffentlichkeiten und Teilöffentlichkeiten haben es schwer, Impulse jenseits ihrer gehegten Terrains zu platzieren. Wo alles schon gesagt zu sein scheint, bedarf es der intelligenten Fokussierung der Argumente und Analysen. Nötig ist die Bündelung inhaltlicher Zusammenhänge mit Blick auf mittelbar absehbaren politischen Gestaltungsbedarf zentraler gesellschaftspolitischer Reformfelder. Notwendig ist auch der weitere Ausbau zivilgesellschaftlicher Kommunikationsnetze.

Diskurspolitik will politische Gestaltung beeinflussen. Ohne aufgeschlossene politische Eliten, aber auch ohne eine intelligente institutionelle Reformpolitik, die auf eine weitere Demokratisierung der repräsentativen Demokratie zielt, wird Diskurspolitik blockiert. Konzepte wie das der ‚deliberativen‘ oder der ‚reflexiven‘ Demokratie formulieren die Ansprüche an institutionelle Öffnung für diskurspolitische Interventionen. Doch bergen bloße institutionelle Ausweitungen politischer Beratungsrunden und Kommunikationsnetzwerke das Risiko einer abgeschlossenen Elitenkommunikation – wenn auch unter gelegentlicher Ausweitung um zivilgesellschaftliche Akteure (vgl. hierzu auch die frisch erschienene Studie von Franz Walter et al. 2013). Diskurspolitik bleibt darüber hinaus angewiesen auf die Impulse der ‚direkten‘ oder der ‚assoziativen‘ wie auch vor allem einer die Potentiale der organisierten Zivilgesellschaft nutzenden Demokratie. Gesellschaftspolitische Reformen und diskurstheoretische Interventionen benötigen die Rückendeckung und die Resonanz einer ausgeweiteten Beteiligungspraxis der Bürger. Daher gehören zu den Voraussetzungen gelingender Diskurspolitik engagementpolitische und demokratiepolitische Reformen, aber auch klare Konturen sozialer Bürgerrechte. Die spezifische funktionale Stärke des Bewegungssektors liegt in der Fähigkeit zur öffentlichen Problemartikulation. Da soziale Bewegungen auf öffentliche Thematisierung von Zukunftsfragen ausgerichtet sind, bleiben sie – von der Gestaltung der Macht entfernt – bezogen auf Wertfragen, dis-kursive Intervention und Expertise. Die Institutionalisierung des Bewegungssektors bietet durchaus Chancen dafür, Diskurse mit politischem Gestaltungsanspruch zu führen. Expertise und Professionalität sind hier unbestritten vorhanden. Rollenspezifikation und Organisation gehören mittlerweile zu den Kennzeichen dieses Bewegungssektors, der damit freilich immer auch in der Gefahr steht, dass sich die neuen zivilgesellschaftlichen Organisationseliten von den mobilisierungsfähigen Sektoren der Gesellschaft abkoppeln. Viele zivilgesellschaftliche Organisationen sind jedoch mit gewachsenen engen Kontakten Teil dieses Bewegungssektors bzw. dieser artikuliert sich in vielen dieser Organisationen mit vernehmbarer Stimme.

Die Mobilisierung größerer Versammlungsöffentlichkeiten macht sichtbar, was regional und in Netzwerken beginnt und wirkt. Doch haben professionelle Kampagnen und Aktionsformen an Gewicht gewonnen. Proteste können sich zu sozialen Bewegungen entwickeln. Soziale Bewegungen und die ihnen nahestehenden NGOs wirken in Auseinandersetzung mit Lobbygruppen vor allem der Wirtschaft auf öffentliche Meinung, politische Willensbildung und Entscheidungsfindung ein. Es kommt zu einer neuen Doppellogik kollektiven Handelns: Auf der einen Seite werden in den Institutionen die institutionalisierten Akteure des Bewegungssektors zu den Promotoren einer partizipatorischen Einflussnahme. Ihr Handlungsmodus ist das deliberativ-argumentative, advokatorische Handeln. Auf der anderen Seite wird der Protest zum Handlungsmodus einer populären Streitpolitik außerhalb der Institutionen – durchaus auch instrumentell von institutionellen Akteuren in den Dienst genommen. Expertendissens und populärer Protest bilden das ambivalente Doppelgesicht des Bewegungshandelns, das sich in wie außerhalb der Institutionen bewegt. Trotz dieser Ambivalenz erscheint Protest weiterhin als unverzichtbare Ressource für diskurspolitische Interventionen und sozialen wie politischen Wandel.

Die Analyse des gesellschaftlichen Bewegungssektors und seiner verschiedenen, auch anti-demokratischen Bewegungsfamilien wird weiterhin die Agenda des Forschungsjournals prägen. Angesichts der noch lange nicht abgeschlossenen weltweiten und europäischen Finanzkrise bleibt abzuwarten, welche Entwicklung Formen der europäischen und transnationalen Mobilisierungen und Vernetzungen und globalisierungskritischen Bewegungen nehmen werden. Die „dunklen Seiten“ der Zivilgesellschaft (Rechtsextremismus, Populismus, Gewalt etc.) gehören neben der Auseinandersetzung mit den je spezifischen Diskursen, Themen und Anliegen des Protests vor allem links-libertärer Akteure, aber auch von Sozialprotesten zur diskurspolitische Agenda des Forschungsjournals. Europäische und internationale Diskursarenen und Themen gewinnen an Bedeutung. Die redaktionelle Aufmerksamkeit gilt insbesondere demokratischen Transformationsprozessen und globalisierungskritischen Bewegungen. Nicht ausgeblendet werden dürfen freilich bspw. nationalistische und fundamentalistische Bewegungen.

Das Forschungsjournal hat aber auch einen engagement- und demokratiepolitischen Fokus. Während Engagementpolitik die vielfältigen Handlungs- und Organisationsformen wie auch die Rahmenbedingungen des bürgerschaftlichen Engagements thematisiert, steht das Zusammenspiel konventioneller mit den längst nicht mehr unkonventionellen Partizipationsformen im Fokus der Befassung mit Fragen einer Demokratisierung repräsentativer Demokratien und mit den Spielräumen von kritischer Öffentlichkeit und Zivilgesellschaft. Debatten über Gemeingüter bzw. Allmende, über die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen, über die Rolle von Gewerkschaften und natürlich über wachsende soziale Ungleichheit und soziale Bürgerrechte sind hier zu nennen. Die europäischen Entwicklungen im Gefolge der Eurokrise könnten mit Blick auf ihre Verschärfung die Mobilisierungsdynamik deutlich erhöhen.

Thematische Entwicklungen und Akzente im Überblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alte und neue soziale Bewegungen: zur Konstitution der Bewegungsforschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gründungsphase des Forschungsjournals stand die Auseinandersetzung mit den Konzepten und Begriffen der Bewegungsforschung im Zentrum der redaktionellen Arbeit. Das Konzept der neuen sozialen Bewegungen (NSB) wurde in Abgrenzung zu den ‚alten‘ sozialen Bewegungen, v.a. der Arbeiterbewegung, diskutiert; und als Positivbestimmungen des ‚Neuen‘ galten Elemente des neuen Bewegungstypus wie die Anerkennung von Pluralität, eine Aufwertung lebensweltlicher und kultureller Konflikte, eine rebellische Subjektivität und die Rehabilitierung des Bürgerbegriffs. Erst in den 1990er Jahren zeichnete sich klarer als Dach der thematischen Vielfalt der NSB das Leitthema einer Demokratisierung ‚liberaler‘ Demokratien als gemeinsame übergreifende Botschaft ab. Hier setzte auch die ordnungspolitische Theoriedebatte der ‚Zivilgesellschaft‘ an (Klein 2001: 97-265). Mittlerweile zeigen alle empirischen Befunde eine allgemeine Akzeptanz von unkonventionellen Formen der Partizipation. Die hier anknüpfenden Fragestellungen von politischer Theorie wie auch politischer Soziologie, die ausgeweiteten Fragestellungen einer Engagement- und Demokratiepolitik, ihrer Akteure und Strukturen haben die Agenda des Forschungsjournals mit geprägt.

Kontroversen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bemühen um eine problemsensible redaktionelle Strategie und Themensetzung war freilich – durchaus ein Erfolg – begleitet von Kontroversen. Wachsende soziale Ungleichheit: Herausforderung für die Bewegungsforschung Mit Blick auf die zunehmende soziale Ungleichheit standen und stehen Fragen nach deren Konsequenzen für soziale Bewegungen und Protestmobilisierung des Öfteren auf der Redaktionsagenda. Führt die wachsende soziale Ungleichheit dazu, dass Protest und Engagement links-libertärer Bewegungen sich zu einem reinen Mittelschichtsphänomen entwickeln, dass bürgerschaftliches Engagement sich reduziert auf ein ‚bürgerliches Engagement‘, dass der Modus des advokatorischen Handelns immer stärker paternalistische Züge annimmt? Welche Mobilisierungsstärke haben marginalisierte Gruppen? Führt die wachsende soziale Ungleichheit zu einem Rückgang der ‚postmateriellen Werte‘, die die neuen sozialen Bewegungen so stark gemacht haben? Werden dadurch andere Bewegungsakteure – etwa rechte soziale Bewegungen oder populistische Bewegungsformen – gestärkt? Auch das Engagement von Migranten ist in diesem Zusammenhang ein wichtiges Thema.

Wie wissenschaftlich ist die Bewegungsforschung?[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nicht überraschend waren etwa die in der Bewegungsforschung heftig diskutierten Vorbehalte aus der Politikwissenschaft gegenüber einer zu starken Nähe zahlreicher ihrer Protagonisten zum Untersuchungsgegenstand (Greven 1988), verbunden mit dem Zweifel an deren Wissenschaftlichkeit. Diese grundlegende Skepsis kann – bei aller Berechtigung des Hinweises auf wissenschaftliche Distanz und Standards – mittlerweile als Teil der Wissenschaftsgeschichte betrachtet werden. Fragen der Bewegungsforschung werden im Forschungsjournal kontinuierlich aufgegriffen, vor allem in den Rubriken. Doch es widmeten sich auch zahlreiche Themenhefte ausschließlich dem Thema und seine Teilaspekten.3 Die Redaktion hat auch sozialpsychologische und kulturwissenschaftliche Zugänge aufgegriffen.4 Zur Kontinuität der Auseinandersetzung zählen auch Themenschwerpunkte zu einzelnen Themensträngen wie der Solidaritätsbewegung (Heft 3/1994), zu den Bürgerbewegungen (Heft 1/1992; Heft 4/1995), zur Umweltbewegung (Heft 4/1996), zur Schwulen- und Lesbenbewegung (Heft 4/2000), zur Frauenbewegung (Heft 2/2001), zur Verbraucherbewegung (Heft4/2005).

Rechte soziale Bewegungen?[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein weiterer Konflikt, der im Forschungsjournal aufgenommen und in der Folge breit diskutiert wurde, nahm seinen Ausgang von der Frage, ob denn von ‚rechten sozialen Bewegungen‘ gesprochen werden dürfte und ob das Forschungsjournal sich diesem Thema widmen sollte. Seit den 1990er Jahren nahmen Sozialproteste, rechtsradikale und ausländerfeindliche Aktivitäten an Bedeutung zu – der Bewegungsbegriff verlor seine politische Eindeutigkeit im Sinne progressiver Politik. Auch rechte Gruppen organisieren sich zunehmend bewegungsförmig und machen dabei Anleihen bei der Praxis der Arbeiterbewegung, der APO und den NSB. Es entbrannte eine Kontroverse darüber, ob die Befassung mit den links-libertären ‚neuen sozialen Bewegungen‘ nicht auch eine Reservation des Bewegungsbegriffs auf prodemokratische Akteursformationen bedeuten sollte. Hatte sich doch die ‚Bewegungsforschung‘ bis in die 1980er Jahre mit einem Vorbehalt konfrontiert gesehen, der aus der bitteren Erfahrung mit dem Nationalsozialismus den Schluss gezogen hatte, dass Bewegungen und Demokratie ein natürliches Gegensatzpaar bildeten (siehe dazu das Themenheft ‚Masse-Macht-Emotionen‘ 3/1997 und Klein/Nullmeier 1999).

Würde, so die Sorge, eine Analyse rechter sozialer Bewegungen den Begriff der Bewegungen, dessen Nähe zur Demokratie mühsam gegen Skeptiker hatte dargestellt werden müssen, wieder antidemokratisch aufladen und damit diskursiven Terraingewinn gefährden? Im Selbstbewusstsein der analytischen Stärken der Bewegungsforschung setzte sich gegenüber diesen Bedenken eine Haltung durch, die antidemokratische Bewegungen analysiert und zugleich die Unterscheidung zwischen unterschiedlichen Bewegungsfamilien im Lichte normativer Wertungen stärkt. Mittlerweile hat sich eine Analyse rechter sozialer Bewegungen als einer Bewegungsfamilie im gesellschaftlichen Bewegungssektor durchgesetzt. Das Forschungsjournal hat dem Thema mehrere Schwerpunkte gewidmet (‚Bewegungen von rechts? Analyse und Kritik‘, Heft 4/1994; Hellmann 1995; ‚Alte Gefahr – Neue Wege. Was tun gegen Rechts? ‘ Heft 4/2003; ‚Rechtsradikale Zivilgesellschaft? ‘, Heft 4/2008).

Bewegungsforschung und Frauenbewegung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gefolge der 1968er-Bewegung wurde deutlich, dass die ‚neue Frauenbewegung‘ nur über eine kritische Abgrenzung die Bedeutung geschlechtsspezifischer Rollenmuster, Arbeitsteilung und Ungleichheiten thematisieren konnte. Bereits im ersten Jahrgang des Forschungsjournals formulierten Bärbel Clemens und Ulrike C. Wasmuth eine deutliche Kritik an der Bewegungsforschung: „Wer sich heute in einer gut sortierten Bibliothek einen Überblick über den Forschungsstand über die Theorien und Praxis der neuen sozialen Bewegungen – kurzum: der Neue-soziale-Bewegungsforschung – verschaffen möchte, findet ein breites Spektrum vor. Die Frage der Entstehung der neuen sozialen Bewegungen, die Mitgliedschaft, die Entwicklungsformen, das Verhältnis zwischen Staat und außerparlamentarischen Bewegungen oder der Weg zur Institution resp. Autonomie. Dabei stellt sich die Frage, ob wir wieder eine Geschichte der Männer schreiben? Mit keiner Analyse wird bislang das Verhältnis zwischen Männern und Frauen in den neuen sozialen Bewegungen erwähnt – es sei denn in Studien, die sich explizit mit der Frauenbewegung und deren innere Dynamik befassen –, es wird nicht analysiert, welchen expliziten Beitrag Frauen in den einzelnen Bewegungssträngen leisten, deren eigene Symbolik bzw. die Rollenverteilung in den Basisgruppen. Warum gibt es diese Forschungslücke? Auch hier – vergleichbar mit anderen Wissenschaftszweigen – kann festgestellt werden, dass die Bewegungsforschung vornehmlich von Männern betrieben wird, deren Forschungsinteresse per definitionem nicht das Geschlechterverhältnis einschließt.“ (Heft 4/1988: 3)

Zudem wurde eine schlichte Einordnung der ‚neuen Frauenbewegung‘ unter die ‚neuen sozialen Bewegungen‘ in Frage gestellt: „Die neue Frauenbewegung führt jedoch unverkennbar eine alte soziale Bewegung fort. Es geht nicht an, sie als ein Spaltprodukt der Studentenbewegung oder als eine Neugründung der frühen 1970er Jahre zu betrachten.“ (Clemens 1988: 7f.) – Das Forschungsjournal hat sich bemüht, die hier eingeklagten Perspektive zu verfolgen.

Wachsende soziale Ungleichheit: Herausforderung für die Bewegungsforschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Blick auf die zunehmende soziale Ungleichheit standen und stehen Fragen nach deren Konsequenzen für soziale Bewegungen und Protestmobilisierung des Öfteren auf der Redaktionsagenda. Führt die wachsende soziale Ungleichheit dazu, dass Protest und Engagement links-libertärer Bewe-gungen sich zu einem reinen Mittelschichtsphänomen entwickeln, dass bürgerschaftliches Engagement sich reduziert auf ein ‚bürgerliches Engagement‘, dass der Modus des advokatorischen Handelns immer stärker paternalistische Züge annimmt? Welche Mobilisierungsstärke haben marginalisierte Gruppen? Führt die wachsende soziale Ungleichheit zu einem Rückgang der ‚postmateriellen Werte‘, die die neuen sozialen Bewegungen so stark gemacht haben? Werden dadurch andere Bewegungsakteure – etwa rechte soziale Bewegungen oder populistische Bewegungsformen – ge-stärkt? Auch das Engagement von Migranten ist in diesem Zusammenhang ein wichtiges Thema.

Zivilgesellschaft und die Demokratisierung liberaler Demokratien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Forschungsjournal hat sich systematisch mit dem Diskurs der Zivilgesellschaft auseinandergesetzt und dieses Thema seitdem in zahlreichen Themenheften aufgegriffen. Ergänzend wurden immer wieder auch Fragen der Demokratietheorie und -praxis aufgegriffen, sei es im direkten Zusammenhang mit der Zivilgesellschaftsdebatte1, in Bilanzierung von demokratisierenden Potentialen der neue sozialen Bewegungen, als politikfeldspezifische Analyse – etwa des Gesundheitssektors –, und zu Theoriefragen wie local governance, dem ‚Ende der Politik‘ oder der ‚Postdemokratie‘. Die besondere Bedeutung, die in Demokratien Öffentlichkeit und Medien einnehmen, wird in einer ganzen Reihe weiterer Themenhefte vor allem empirisch-analytisch mit Blick auf Gelegenheitsstrukturen und Kontextbedingungen von sozialen Bewegungen und zivilgesellschaftlichen Akteuren aufgegriffen.

Globalisierungskritische Bewegungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einen weiteren Akzent setzte die Redaktion in Folge einer wachsenden Bedeutung transnationaler Bewegungsmobilisierung auf die Analyse globalisierungskritischer Bewegungen wie auch der Rolle der Nichtregierungsorganisationen (NGOs). Im Verhältnis der NGOs zu den neuen sozialen Bewegungen können drei Entwicklungsphasen unterschieden werden. In einer ersten Phase, die die 1970er und 1980er Jahre umfasst, übernehmen NGOs zum Teil die Funktion von Bewegungsorganisationen. Für das Verständnis grenzüberschreitender Problemzusammenhänge und den Ausbau transnationaler Aktionsnetzwerke spielen die NGOs in dieser Phase eine zentrale Rolle im Bewegungssektor. Eine zweite Phase im Verhältnis von NGOs und sozialen Bewegungen beginnt mit dem Schlüsseljahr 1989 und dem damit verbundenen Wandel der Kontextbedingungen für NGOs und soziale Bewegungen. NGOs profitieren vom Bedeutungszuwachs der transnationalen Politik nach dem Ende der Blockkonfrontation. Sie verfügen über transnationale Strukturen und Vernetzungen und nutzen selbstverständlich auch die Möglichkeiten der neuen Kommunikationsmedien, um transnationale Solidarität und Vernetzung zu erzeugen. Protest und Kampagnen sind ihr ‚Standbein‘, die Lobby-Arbeit ihr ‚Spielbein‘.

Thematisch orientierte Netzwerke auf internationaler und regionaler Ebene, transnational vernetzte NGOs auf nationaler Ebene und sich horizontal vernetzende Basisbewegungen bilden im Zusammenspiel ein beträchtliches Gegengewicht zum mangelnden Basisbezug und zur hierarchischen Struktur von Lobby-Organisationen. Es ist den NGOs gelungen, gegenüber Staat und Wirtschaft die öffentliche Themensetzung bei der Kritik der Globalisierungsfolgen mitbestimmen zu können. Sie machen so Defizite der öffentlichen Debatte deutlich, verleihen durch Mobilisierung ihren Themen Aufmerksamkeit und zwingen die abgeschottete Elitenkommunikation zu Reaktionen. Die Teilnahme der NGOs in der Lobby und am Verhandlungstisch internationaler Gipfeltreffen und Konferenzen war von Anfang an eng verknüpft mit Protestmobilisierungen, sei es in Paris (1982), London (1984), Bonn (1985), Venedig (1987) oder Berlin (1988). Doch erst mit den Mobilisierungen von Seattle anlässlich einer Konferenz der WTO im Jahre 1999, die als ‚Battle of Seattle‘ internationale Aufmerksamkeit erlangte, und mit den Mobilisierungen von Genua im Jahre 2001 rückte die globalisierungskritische Bewegung in den Fokus (Walk/Boehme 2002). Mit dem Auftreten der globalisierungskritischen Bewegung wird eine dritte Phase im Verhältnis von NGOs und sozialen Bewegungen eingeleitet. Globalisierungskritische Bewegung wie Attac oder in Reaktionsbewegungen auf die Weltfinanzkrise wie Occupy haben zumindest zeitweise die Kritik fokussieren können (Rucht 2013). Eine dauerhafte Präsenz in der (medialen) Öffentlichkeit ist ihnen bislang nicht gelungen.

Die Bedeutung Europas[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der osteuropäische Transformationsprozess hat nicht nur die Rolle von Bürgerbewegungen und die Funktion von Zivilgesellschaften im Transformationsprozess in den Vordergrund auch des Interesses des Forschungsjournals gerückt18, sondern auch die Bedeutung des europäischen Integrationsprozesses insgesamt: Kann die Stärkung einer europäischen Zivilgesellschaft positive Auswirkungen auf den Globalisierungsprozess haben? Wie ist die europäische Zivilgesellschaft verfasst, wie vernetzt? Das Forschungsjournal hat europäischen Themen kontinuierlich eine große Aufmerksamkeit geschenkt. Dabei entstanden Themenhefte, die sich mit den Folgen der dominanten Marktorientierung der EU für die neuen sozialen Bewegungen, mit der Bedeutung regionalistischer Bewegungen, mit der Demokratieschwäche der EU und mit den Lobbystrukturen zivilgesellschaftlicher Akteure in der EU auseinandersetzen.

Das breite Spektrum der politischen Soziologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Forschungen zu sozialen Bewegungen haben mit Konzepten wie dem der ‚politischen Gelegenheitsstrukturen‘ oder auch in den Diskussionen über die Institutionalisierung sozialer Bewegungen immer schon die ganze Breite der Fragestellungen der politischen Soziologie vorausgesetzt. Dieses Interesse wird von der Redaktion des Forschungsjournals geteilt. Es entstanden zahlreiche Themenhefte zu einzelnen Akteurstypen. Eine dominante Rolle nimmt dabei die Auseinandersetzung mit der Parteienforschung ein. Auch den Gewerkschaften widmete die Zeitschrift mehrere Themenhefte. Weitere Themenhefte widmeten sich den NGOs, non profit Organisationen, Verbänden, Vereinen und auch den Kirchen. Das Spektrum der Themenhefte beinhaltet auch eine Auseinandersetzung mit der Wahlforschung, der Macht der Bürokratie, der Bedeutung von Expertise und Gegenexpertise und Politikberatung und der Bedeutung von Mediationsverfahren bei Konflikten. Mit den Themen ‚Lobbyismus‘ und ‚politische Strategie‘ hat das Forschungsjournal weitergehende Diskursimpulse setzen können.

Der reformpolitische Diskurs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Forschungsjournal setzt als eine dem Anspruch nach ‚politisch-wissenschaftliche‘ Zeitschrift im Kontext reformpolitischer Diskussionen eigene Akzente. Durchaus vorhandene Sympathien mit einem ‚rot-grünen Projekt‘ führten zu einer kritischen Auseinandersetzung mit der rot-grünen Bundesregierung. Durchgehend zielte die Zeitschrift auf einen engagement- und demokratiepolitischen Fokus bei der Kommentierung reformpolitischer Prozesse und Inhalte. In diesem Zusammenhang wurde und wird auch die Entwicklung des Sozialstaats kontrovers diskutiert – zum einen in Folge zunehmender Ungleichheit für politischen Protest und soziale Mobilisierung, zum anderen aber auch in den Chancen, die in einer Entwicklung vom Wohlfahrtsstaat zur Wohlfahrtsgesellschaft liegen.

Analysen zu Demokratie und Zivilgesellschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bewegungsforschung hat sich – anders als die Frauenforschung – in Deutschland kaum wirklich institutionalisieren können. Bis zur Emeritierung von Dieter Rucht war das WZB für viele Jahre als das deutsche Zentrum der Bewegungsforschung mit exzellenten internationalen Vernetzungen ausgewiesen. In Bochum hat sich das Institut für soziale Bewegungen bislang v.a. mit Fragen der historischen Bewegungsforschung befasst, richtet jetzt aber den Blick auch auf aktuelle Phänomene. Lehrstühle an Universitäten und Fachhochschulen mit ausgewiesener Denomination für die Bewegungsforschung sind jedoch weiterhin seltene Ausnahmen. Vor diesem Hintergrund stellt das Forschungsjournal in der deutschsprachigen Landschaft nach wie vor die einzige sozialwissenschaftliche Zeitschrift mit einem ausgewiesenen dauerhaften Bewegungsschwerpunkt dar.26 International – auch im europäischen Ausland – hat sich die Bewegungsforschung deutlich stärker auch wissenschaftlich institutionalisieren können. Insbesondere ist hier auf die internationale Fachzeitschrift ‚Mobilization‘ hinzuweisen (www.mobilization.sdsu.edu).

Die Einbindung in die internationale Diskussion und Forschung, aber auch eine Reihe weiterer Faktoren führten schließlich dazu, dass die Fokussierung auf die ‚neuen sozialen Bewegungen‘ aufgegeben wurde und eine bis heute anhaltende Konzentration auf spezifische Fragen unterhalb oder im Rahmen allgemeiner Theorien sozialer Bewegungen erfolgt ist (Roth/Rucht 1988). Im Zuge dieser Entwicklungen wurden ursprüngliche Fixierungen auf paradigmatische Linien gelockert sowie wechselseitige Wahrnehmungen und Einflüsse verstärkt. Unter dem Eindruck der internationalen, insbesondere auch der US-amerikanischen Diskussion, sind, so Roland Roth27, die analytischen Instrumente der Bewegungsforschung im Hinblick auf formale Merkmale sozialer Bewegungen geschärft worden, so dass sich im Ausland wie in Deutschland eine zunehmende semantische Konvergenz abzeichnet. Demnach werden der Anspruch gesamtgesellschaftlicher Veränderung, der Netzwerkcharakter, die kollektive Identität und Protesthandlungen als konstitutive Merkmale sozialer Bewegungen betrachtet.

Das Spektrum der Themen des Forschungsjournals geht schon in frühen Jahren über die sozialen Bewegungen hinaus. Der 2011 eingeführte neue Untertitel „Analysen zu Demokratie und Zivilgesellschaft“ macht die bestehenden Bezüge zur Zivilgesellschaftsforschung deutlich.

Inhaltliche Auseinandersetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Forschungsjournal widmet sich Fragestellungen der Demokratisierung, der sozialwissenschaftlichen Bewegungsforschung und der politischen Soziologie. Im Mittelpunkt steht die interdisziplinäre Annäherung an die „weiche Seite“ des institutionellen Wandels der Gesellschaft. Dabei wird die gesamte Breite der Akteurkonstellationen im politischen Raum ebenso thematisiert wie die Konfliktfelder von sozialen Bewegungen, Verbänden und Parteien. Die Redaktion greift auch aktuelle Themen der Reformpolitik oder Bewegungsforschung auf.

Das vierteljährlich erscheinende Journal arbeitet mit einem Konzept von Themenheften. Es kombiniert theoretische und praktische Perspektiven und versucht wissenschaftliche Diskussion und praxisorientierte Debatte in Einklang zu bringen.

Das Journal ist gegliedert in mehrere Rubriken. Neben dem Schwerpunktthema gibt es die Rubriken Pulsschlag und Treibgut, die laufenden Forschungsvorhaben präsentieren, und über konkrete Projekte und Kampagnen berichten. Rezensionen, Annotationen, Bibliographie und Veranstaltungshinweise komplettieren das jeweilige Heft.

Der wissenschaftliche Beirat des Forschungsjournals[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karin Benz-Overhage; Frankfurt a.M., seit 1989 Mitglied des Beirats, Ehemaliges Mitglied des Vorstands der IG Metall
  • Ute Gerhard; Bremen, seit Gründung Mitglied des Beirats; emeritierte Professorin für Soziologie, erste Inhaberin eines Lehrstuhls für Frauen- und Geschlechterforschung an einer deutschen Universität
  • Robert Jungk †; seit Gründung Mitglied des Beirats; Zukunftsforscher, Mitglied der Friedens- und Ökologiebewegung
  • Joachim Raschke; Hamburg, seit Gründung Mitglied des Beirats; emeritierter Professor für Politikwissenschaft, Gründer der Agentur für politische Strategie
  • Dieter Rucht; Berlin, seit 1999 Mitglied des Beirats; emeritierter Professor für Soziologie und ehemaliger Ko-Leiter der Forschungsgruppe Zivilgesellschaft, Citizenship und politische Mobilisierung am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, Mitglied des wissenschaftlichen Beirats von Attac
  • Antje Vollmer; Berlin, seit Gründung Mitglied des Beirats; Politikerin und Publizistin, Mitglied der ersten Grünen-Bundestagsfraktion
  • Volkmar Deile; Berlin, seit Gründung Mitglied des Beirats; evangelischer Theologe, christliche Friedensbewegung, war Geschäftsführer der Aktion Sühnezeichen und Generalsekretär der deutschen Sektion von Amnesty International
  • Friedhelm Hengsbach, SJ; Frankfurt am Main, seit 1999 Mitglied des Beirats; Jesuit, emeritierter Professor für Christliche Sozialwissenschaft, Mitglied im wissenschaftlichen Beirat von Attac
  • Ulrike Poppe; Potsdam, seit 1992 Mitglied des Beirats; DDR-Bürgerrechtsbewegung, Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur des Landes Brandenburg
  • Roland Roth; Berlin, seit 1999 Mitglied des Beirats; Professor für Politikwissenschaft an der Hochschule Magdeburg-Stendal; Mitgründer des Komitees für Grundrechte und Demokratie, Mitglied des wissenschaftlichen Beirats von Attac
  • Wolfgang Thierse; Berlin, seit 1992 Mitglied des Beirats; Vizepräsident des Deutschen Bundestages, Mitglied der ersten frei gewählten; Volkskammer der DDR
  • Heidemarie Wieczorek-Zeul; Wiesbaden, seit 1989 Mitglied des Beirats; Mitglied des Deutschen Bundestages, Mitglied des SPD-Bundesvorstands, ehemalige Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Aktivitäten außerhalb des Journals[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den Aktivitäten der Forschungsgruppe gehören des Weiteren die Herausgabe von Buchpublikationen und die Veranstaltung von Fachtagungen seit 1987. Zu den engen Kooperationspartnern des Forschungsjournals gehören hier u. a. die Bundeszentrale für politische Bildung, die Friedrich-Ebert-Stiftung, die Hans-Böckler-Stiftung, die Otto-Brenner-Stiftung und das Wissenschaftszentrum Berlin.

Buchpublikationen aus der Redaktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Will Cremer/Ansgar Klein (Hg.) 1990: Umbrüche in der Industriegesellschaft. Herausforderungen für die politische Bildung, Opladen-Bonn: Leske+Budrich - Bundeszentrale für politische Bildung (Schriftenreihe der Bundeszentrale für politische Bildung, Band 284)
  • Will Cremer/Ansgar Klein (Hg.) 1990: Heimat. Analysen, Themen, Perspektiven, 2 Bde., Bielefeld-Bonn: Westfalen-Verlag und Bundeszentrale für politische Bildung (Schriftenreihe der Bundeszentrale für politische Bildung Band 294 I/II)
  • Gerhard Göhler/Ansgar Klein 1993: Politische Theorien des 19. Jahrhunderts, in: Hans-Joachim Lieber (Hg.): Politische Theorien von der Antike bis zur Gegenwart, München: Olzog Verlag und Bonn, S. 259-656 (Schriftenreihe der Bundeszentrale für politische Bildung, Band 299, zweite, überarbeitete Auflage 1993, dritte Auflage Wiesbaden 2001: Fourier-Verlag)
  • Thomas Leif/Hans-Josef Legrand/Ansgar Klein (Hg.) 1991: Die politische Klasse in Deutschland. Eliten auf dem Prüfstand. Bonn-Berlin: Bouvier (2. Auflage 1993)
  • Joachim Raschke 1991: Krise der Grünen – Bilanz und Neubeginn. Herausgegeben von der Forschungsgruppe Neue Soziale Bewegungen. Marburg: Schüren-Presseverlag (2. Auflage 1993)
  • Thomas Leif/Hans-Josef Legrand/Ansgar Klein 1993: Reform des DGB. Herausforderungen, Aufbruchspläne und Modernisierungskonzepte. Köln: Bund Verlag
  • Ansgar Klein/Ingo Braun/Christiane Schroeder/Kai-Uwe Hellmann (Hg.) 1995: Kunst, Symbolik und Politik. Die Reichstagsverhüllung als Denkanstoß. Opladen: Leske+Budrich
  • Ansgar Klein/ Rainer Schmalz-Bruns (Hg.) 1997: Politische Beteiligung und Bürgerengagement in Deutschland. Möglichkeiten und Grenzen. Baden-Baden und Bonn: Nomos Verlagsgesellschaft und Bundeszentrale für politische Bildung (Schriftenreihe der Bundeszentrale für politische Bildung, Band 347)
  • Kai-Uwe Hellmann/Ruud Koopmans (Hg.) 1998: Paradigmen der Bewegungsforschung. Entstehung und Entwicklung von neuen sozialen Bewegungen und Rechtsextremismus. Opladen-Wiesbaden: Westdeutscher Verlag
  • Ansgar Klein/Hans-Josef Legrand/Thomas Leif unter Mitarbeit von Michael Hasse und Markus Rohde (Hg.) 1999: Neue soziale Bewegungen – Impulse, Bilanzen, Perspektiven. Opladen-Wiesbaden: Westdeutscher Verlag
  • Ansgar Klein/Frank Nullmeier unter Mitarbeit von Oliver von Wersch (Hg.) 1999: Masse – Macht – Emotionen. Zu einer politischen Soziologie der Emotionen. Opladen-Wiesbaden: Westdeutscher Verlag
  • Ansgar Klein/Ruud Koopmans/Heiko Geiling (Hg.) 2001: Globalisierung, Partizipation, Protest. Opladen: Leske+Budrich
  • Achim Brunnengräber/Ansgar Klein/Heike Walk (Hg.) 2001: NGOs als Legitimationsressource. Zivilgesellschaftliche Partizipationsformen im Globalisierungsprozess. Opladen: Leske+Budrich
  • Ansgar Klein/Ruud Koopmans/Hans-Jörg Trenz/Christian Lahusen/Ludger Klein/Dieter Rucht (Hg.) 2002: Bürgerschaft, Öffentlichkeit und Demokratie in Europa. Opladen: Leske+Budrich
  • Heike Walk/Nele Böhme (Hg.) 2002: Globaler Widerstand. Internationale Netzwerke auf der Suche nach Alternativen im globalen Kapitalismus. Münster: Westfälisches Dampfboot
  • Thomas Leif/Rudolf Speth (Hg.) 2003: Die stille Macht. Lobbyismus in Deutschland. Wiesbaden: Westdeutscher Verlag
  • Ansgar Klein/Kristine Kern/Brigitte Geißel/Maria Berger (Hg.) 2004: Zivilgesellschaft und Sozialkapital. Herausforderungen politischer und sozialer Integration. Wiesbaden: VS-Verlag
  • Achim Brunnengräber/Ansgar Klein/Heike Walk (Hg.) 2005: NGOs im Prozess der Globalisierung. Mächtige Zwerge – umstrittene Riesen. Bonn und Wiesbaden: Bundeszentrale für politische Bildung, Schriftenreihe Band 400 und VS-Verlag; 2. Auflage VS-Verlag 2008
  • Karl Birkhölzer/Ansgar Klein/Eckhard Priller/Annette Zimmer (Hg.) 2005: Theorie, Funktionswandel und zivilgesellschaftliche Perspektiven des Dritten Sektors/Dritten Systems. Eine Einleitung, in: dies (Hg.): Dritter Sektor/Drittes System: Theorie, Funktionswandel und zivilgesellschaftliche Perspektiven. Wiesbaden: VS-Verlag,
  • Thomas Leif 2006: Beraten und Verkauft. McKinsey & Co. – der große Bluff der Unternehmensberater. 11. Auflage, aktualisierte und bearbeitete Taschenbuchausgabe. München: Goldmann Verlag
  • Ansgar Klein/Silke Roth (Hg.) 2007: Humanitäre NGOs im Spannungsfeld von Krisenprävention und Sicherheitspolitik. Wiesbaden: VS-Verlag
  • Ludger Klein 2007: Die Demokratie braucht die Zivilgesellschaft. Plädoyer für eine integrierte Strategie gegen Rechtsradikalismus und Fremdenfeindlichkeit. Herausgeber und Redaktion: Albrecht Koschützke, Kommunikation und Grundsatzfragen der Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn
  • Albrecht Lüter 2008: Die Kommentarlage. Profilbildung und Polyphonie in medienöffentlichen Diskursen. Wiesbaden: VS-Verlag
  • Ingo Bode/Adalbert Evers/Ansgar Klein (Hg.) 2009: Bürgergesellschaft als Projekt. Eine Bestandsaufnahme zu Entwicklung und Förderung zivilgesellschaftlicher Potenziale in Deutschland. Wiesbaden: VS-Verlag
  • Thomas Leif 2009: angepasst & ausgebrannt. Die Parteien in der Nachwuchsfalle. Warum Deutschland der Stillstand droht. München: C. Bertelsmann Verlag
  • Thomas Olk/Ansgar Klein/Birger Hartnuss (Hg.) 2010: Engagementpolitik. Die Entwicklung der Zivilgesellschaft als politische Aufgabe. Wiesbaden: VS Verlag
  • Jochen Roose 2010: Vergesellschaftung an Europas Binnengrenzen. Eine vergleichende Studie zu den Bedingungen sozialer Integration. Wiesbaden: VS Verlag
  • Jochen Roose/Mike S. Schäfer/Thomas Schmidt-Lux (Hg.) 2010: Fans. Soziologische Perspektiven. Wiesbaden: VS Verlag
  • Ansgar Klein/Petra Fuchs/Alexander Flohe (Hg.) 2011: Handbuch Kommunale Engagementförderung im sozialen Bereich. Berlin: Verlag Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge e. V.
  • Ansgar Klein/Rainer Sprengel/Johanna Neuling (Hg.) 2012: Jahrbuch Engagementpolitik 2013 – Staat und Zivilgesellschaft. Schwalbach/Ts.: Wochenschau Verlag

Fachtagungen, wissenschaftliche Kongresse und Veranstaltungen unter Mitwirkung des Forschungsjournals Soziale Bewegungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 1987: Symbol und Habitus in neuen sozialen Bewegungen, Saarbrücken 
 1988: Medien und Bewegung – Bewegung und Medien, Saarbrücken 
 1989: Neue soziale Bewegungen im internationalen Vergleich, Saarbrücken 
 1990: Zukunft der Reformpolitik, Saarbrücken 
 1991: Die Rekrutierung der politischen Klasse in sozialen Bewegungen und etablierten politischen Organisationen, Saarbrücken 
 1994: Soziale Bewegungen und kollektive Identität, Saarbrücken 
 1994: Kommunitarismus und Gerechtigkeit. Zwischen Philosophie und praktischer Politik, Freudenberg 
 1995: Soziale Bewegungen und Nicht-Regierungsorganisationen, Saarbrücken 
 1996: Soziales Handeln und politisches Lernen, Freudenberg 
 1996: Marginal(isierte) Bewegungen, Saarbrücken  
 1997: Masse-Macht-Emotionen, Freudenberg 
 1997: Vom Sozialstaat zur Wohlfahrtsgesellschaft? Akteure zwischen Pflicht und Engagement, Saarbrücken 
 1998: Das Ende der Politik. Reformstau und Konzeptstillstand: Analysen und Alternativen, Freudenberg 
 1999: Politikberatung in Deutschland. Freudenberg 
 2000: Politische Kommunikation in Deutschland, Freudenberg 
 2001: Internationale Aktionsnetzwerke – Chancen für eine neue Protestkultur?, Bergneustadt 
 2002: Praxisseminar „Einführung in die wissenschaftlich-politische Zeitschriftenarbeit“ in Zusammenarbeit mit der Journalistenakademie der Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn 
 2003: Lobbyismus in Deutschland, Berlin 
 2003: Praxisseminar „Einführung in die wissenschaftlich-politische Zeitschriftenarbeit“ in Zusammenarbeit mit der JournalistenAkademie der Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn 
 2004: Strategiebildung und Strategieblockaden, Berlin 
 2004: Praxisseminar „Einführung in die wissenschaftlich-politische Zeitschriftenarbeit“ in Zusammenarbeit mit der JournalistenAkademie der Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn 
 2005: Praxisseminar „Einführung in die wissenschaftlich-politische Zeitschriftenarbeit“ in Zusammenarbeit mit der JournalistenAkademie der Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn 
 2005: Bürgerschaftliches Engagement und Local Governance, Berlin 
 2006: Praxisseminar „Einführung in die wissenschaftlich-politische Zeitschriftenarbeit“ in Zusammenarbeit mit der JournalistenAkademie der Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn 
 2007: Praxisseminar „Einführung in die wissenschaftlich-politische Zeitschriftenarbeit“ in Zusammenarbeit mit der JournalistenAkademie der Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn 
 2007: Politische Strategie. Strategie in der Politik – Anatomie einer Überforderung, Berlin 
 2008: Praxisseminar „Einführung in die wissenschaftlich-politische Zeitschriftenarbeit“ in Zusammenarbeit mit der JournalistenAkademie der Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn 
 2009: Praxisseminar „Einführung in die wissenschaftlich-politische Zeitschriftenarbeit“ in Zusammenarbeit mit der JournalistenAkademie der Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn 
 2010: Praxisseminar „Einführung in die wissenschaftlich-politische Zeitschriftenarbeit“ in Zusammenarbeit mit der JournalistenAkademie der Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn 
 2011: Praxisseminar „Einführung in die wissenschaftlich-politische Zeitschriftenarbeit“ in Zusammenarbeit mit der JournalistenAkademie der Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn 

Wissenschaftliche Kongresse unter Mitwirkung des Forschungsjournals[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kongresse fanden jeweils in Berlin statt und wurden in Kooperation des Forschungsjournals Neue Soziale Bewegungen, der Arbeitskreise „Soziale Bewegungen“ und „Verbände“ der DVPW und des WZB durchgeführt wurden. Für 2006 kommen als weitere Partner die Sektion Sozialpolitik der DGS, der Arbeitskreis Nonprofit-Organisationen und das Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement hinzu. 2008 fand der Kongress in Kooperation mit netzwerk recherche statt.

 2000: Politische Partizipation und Protestmobilisierung im Zeitalter der Globalisierung 
 2001: Bürgerschaft, Öffentlichkeit und Demokratie in Europa 
 2002: Demokratie und Sozialkapital – Die Rolle zivilgesellschaftlicher Akteure 
 2004: Dominanz des Nordens? Akteure und Praxisfelder internationaler Zivilgesellschaft 
 2006: Bürgergesellschaft – Wunsch und Wirklichkeit 
 2008: „In der Lobby brennt noch Licht“ – Lobbyismus als politisches Schatten-Management 

Ab 2013: Bewegungsgespräche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Veranstaltungsreihe des Vereins für Protest- und Bewegungsforschung, des Forschungsjournals Soziale Bewegungen, der Bewegungsstiftung und der Tageszeitung taz Kampfstark, mutig, immer laut genug? Soziale Bewegungen verändern die Gesellschaft. Und doch stehen sie derzeit vor großen Herausforderungen. Tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungsprozesse, eine stattliche Kapitalismuskrise und eine als alternativlos verkaufte Politik der etablierten Akteure tragen dazu bei. Recht so? Mit einer neuen, gemeinsamen Veranstaltungsreihe wollen der Verein für Protest- und Bewegungsforschung, das Forschungsjournal Soziale Bewegungen und die Bewegungsstiftung gemeinsam mit der Tageszeitung taz diesen Prozess begleiten. Durch lebendige Debatten zu aktuellen Fragen sozialer Bewegungen. In der Reihe sollen Aktivisten, Wissenschaftler und Politiker zu brennenden Bewegungsthemen Thesen vorstellen und miteinander ins Gespräch gebracht werden. Ein Ort für außergewöhnliche Menschen und Initiativen. In konstruktiver Atmosphäre, jenseits dogmatischer Grabenkämpfe. Eingeladen dazu sind alle, die sich fragen, welche Anstöße soziale Bewegungen im gegenwärtigen Klima geben können und selbst benötigen, wo ihre Defizite, wo ihre Stärken liegen. Und jene, die zu diesen Fragen Impulse liefern wollen. Die neuen Bewegungsgespräche im taz-Café: offen, strittig, vierteljährlich.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]