Fotografiererlaubnis

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Fotografiererlaubnis ist die rechtliche Erlaubnis, ein selbst gefertigtes Lichtbild zu vervielfältigen, zu verbreiten und öffentlich wiederzugeben, etwa in der Bildberichterstattung. Sofern kein Fotografierverbot besteht, unterliegt die Erlaubnis abhängig vom Motiv – Personen, Tiere, fremdes Eigentum (Gegenstandsfotografie) – unterschiedlichen rechtlichen Voraussetzungen.[1][2][3]

Im engeren Sinne ist eine Fotografiererlaubnis, dann auch Model Release bzw. Property Release genannt, die Zustimmung einer Person bzw. des Inhabers eines Markenrechts zur Darstellung ihrer Person bzw. der geschützten Marke auf einem Bild.[4] Die Zustimmung sollte aus Beweisgründen schriftlich vorliegen.

Von der Fotografiererlaubnis zu unterscheiden ist der urheberrechtliche Schutz der Bildrechte des Fotografen gegen die unbefugte Benutzung des von ihm gefertigten Lichtbildes durch Dritte.[5]

Rechtliche Grundlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund der Eigentümerstellung kann das Ablichten eines Gegenstandes nicht untersagt werden, obwohl das Eigentum ein absolutes Recht ist (§ 903 BGB). Für Gegenstände und Gebäude gibt es grundsätzlich kein rechtliches Gegenstück zum Recht am eigenen Bild, also kein Recht am Bild der eigenen Sache.[6] Aber gewerbliche Schutzrechte am abgebildeten Gegenstand wie das Markenrecht oder der Geschmacksmusterschutz können alle anderen als den Inhaber von der Nutzung ausschließen (§ 14 MarkenG, § 38 DesignG).

Das Fotografieren auf fremden Grundstücken und in fremdem Gebäuden unterliegt in Deutschland dem Hausrecht und kann gegebenenfalls einen Beseitigungs- und Unterlassungsanspruch gem. § 1004 BGB und Schadensersatzansprüche nach § 823 BGB begründen. Dies gilt für Sachfotos, die nicht im Rahmen einer Panoramafreiheit ohne Zustimmung zulässig sind und für Bildaufnahmen, für die ein fremdes Grundstück oder Gebäude betreten werden muss, z. B. eine Konzert- oder Sporthalle, ein Stadion, Museum oder Bahngelände,[7] Schulen, Universitäten, Krankenhäuser, Einkaufszentren etc.[8]

Der Eigentümer kann bestimmten Nutzungsarten sowie der Dauer der Nutzung zustimmen, etwa in der Berichterstattung, Werbung oder Eigenwerbung durch den Fotografen. Auch für Tierfotos z. B. in Zoos, auf Hundeplätzen oder bei Reitturnieren kann eine Fotografiererlaubnis erforderlich sein.[9] Im Rahmen der Religionsfreiheit können Kirchen zusätzliche Rechte geltend machen.[10]

Manche Bildagenturen fordern grundsätzlich eine schriftliche Zustimmung vor der Veröffentlichung bestimmter Sachfotos.[11][12][13]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Personen: Christian W. Eggers: Foto-Einwilligungen zur Presse- und Öffentlichkeitsarbeit entsprechend der DSGVO erstellen 11. April 2018.
  2. Tiere: David Seiler: Benötigt man bei Tierfotos auch ein „Model-Release“? 24. Februar 2018.
  3. Fremdes Eigentum wie Gebäude oder Kunstwerke: Martin Schippan: Fotos von Schlössern, Klöstern und Museen - wer hat welche Rechte? Zeitschrift für Stiftungs- und Vereinswesen 2011, S. 210–216; BGH, Urteil vom 20. September 1974, Az. I ZR 99/73 Schloss Tegel; Markus Ruttig: BGH zur Bilderverwertung: Mein Schloss, mein Park, mein Bild Legal Tribune Online, 17. Dezember 2010.
  4. Dennis Tölle: Rechtliche Fragen rund um das Model-/Property-Release 16. Juni 2010
  5. vgl. Udo Branahl: Bildberichterstattung und Abbildungsschutz. In: Medienrecht. Eine Einführung. VS Verlag für Sozialwissenschaften, 6. Aufl. 2009, S. 166–188
  6. Florian Wagenknecht: Das Recht am Bild der eigenen Sache 16. April 2020.
  7. in Deutschland erstmals 1931 geregelt in Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft (Hg.): Amtsblatt der Reichsbahndirektion Mainz vom 25. April 1931, Nr. 21. Bekanntmachung Nr. 307, S. 151.
  8. heise.de: Gericht: Fotoportal unterliegt bei Aufnahmen trotz Fotoverbot der Störerhaftung, 7. Januar 2009
  9. Benötigt man bei Tierfotos auch ein „Model-Release“? Abgerufen am 9. Mai 2018., fotorecht.de, 13. August 2008
  10. Fotografieren von und in Gebäuden. Abgerufen am 9. Mai 2018., fotorecht.de, 26. Januar 2004
  11. Release-Verpflichtung bei Photostock (Memento des Originals vom 19. Februar 2009 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.photostock.eu
  12. Release-Bedingungen bei Panthermedia
  13. Anforderungen inkl. Bildbeispielen