Frühlingspunkt

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Ekliptik mit vier besonderen Sonnenpositionen

Als Frühlingspunkt (auch Widderpunkt) wird in der Astronomie der Schnittpunkt des Himmelsäquators mit der Ekliptik bezeichnet, an dem die Sonne zum Frühlingsanfang der Nordhalbkugel (= Herbstanfang der Südhalbkugel) steht. Der zweite Schnittpunkt des Himmelsäquators mit der Ekliptik heißt Herbstpunkt.

Am 20. oder 21. März, nahe der Datumsgrenze mitunter auch am 19. März, erreicht die Sonne (auf ihrer scheinbaren Bahn) von Süden her den Frühlingspunkt; den Herbstpunkt erreicht sie, von Norden kommend, am 22. oder 23. September eines jeden Jahres.

Steht die Sonne im Frühlings- bzw. Herbstpunkt, so kommt es auf der Erde zur Tagundnachtgleiche (Äquinoktium). Frühlings- und Herbstpunkt werden daher auch als Äquinoktialpunkte oder Äquinoktien bezeichnet.

Der Frühlingspunkt stellt einen wichtigen Bezugspunkt in der Astronomie dar, insbesondere im äquatorialen Koordinatensystem. Er liegt definitionsgemäß unendlich weit entfernt. Die Richtung zu ihm ist deshalb von jedem Punkt der Erdumlaufbahn aus dieselbe. Aufgrund der Präzession wandert der Frühlingspunkt auf der Ekliptik stetig in westlicher Richtung und benötigt für einen vollen Zyklus der Präzession etwa 25.800 Jahre.

Der alternative Name Widderpunkt stammt daher, dass der Frühlingspunkt im 1. Jahrtausend v.u.Z. im Bereich des Sternbilds Widder lag. Heute liegt er etwa 25° entfernt im Sternbild Fische. Daher verbindet sich der Name Widderpunkt heute nicht mehr mit dem Ort der Sonne bei Frühlingsanfang, sondern mit dem unabhängig vom wirklichen Lauf der Sonne festgelegten Beginn des Tierkreiszeichens Widder.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Andreas Guthmann: Einführung in die Himmelsmechanik und Ephemeridenrechnung. 2. Auflage, Spectrum, Heidelberg 2000, ISBN 3-8274-0574-2.
  • Oliver Montenbruck: Grundlagen Der Ephemeridenrechnung. 7. Auflage, Spectrum, Heidelberg 2009, ISBN 978-3-8274-2291-0.
  • Manfred Schneider: Himmelsmechanik, 2. Auflage, Bibliographisches Institut, Mannheim / Wien / Zürich 1981, ISBN 3-411-01619-1.