Frühlingspunkt

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Ekliptik mit vier besonderen Sonnenpositionen

Als Frühlingspunkt (auch Widderpunkt) wird in der Astronomie der Schnittpunkt des Himmelsäquators mit der Ekliptik bezeichnet, an dem die Sonne zum Frühlingsanfang der Nordhalbkugel (= Herbstanfang der Südhalbkugel) steht. Der zweite Schnittpunkt des Himmelsäquators mit der Ekliptik heißt Herbstpunkt.

Am 20. oder 21. März, nahe der Datumsgrenze mitunter auch am 19. März (UTC), erreicht die Sonne (auf ihrer scheinbaren Bahn) von Süden her den Frühlingspunkt; den Herbstpunkt erreicht sie, von Norden kommend, am 22. oder 23. September eines jeden Jahres. Bis zum Jahr 2043 erreicht die Sonne jeweils am 20. März den Frühlingspunkt, von 2044 bis 2097 am 19. oder 20. März und erst ab dem Jahr 2102 wieder an einem 21. März.[1]

Tagundnachtgleiche gesehen von der Seite von Pizzo Vento in Fondachelli-Fantina, Sizilien

Steht die Sonne im Frühlings- oder Herbstpunkt, so steht die Erdachse genau senkrecht auf der Verbindungslinie der Mittelpunkte von Erde und Sonne. Dann kommt es auf der Erde zur Tagundnachtgleiche (Äquinoktium). Frühlings- und Herbstpunkt werden daher auch als Äquinoktialpunkte oder Äquinoktien bezeichnet.

Der Frühlingspunkt stellt einen wichtigen Bezugspunkt in der Astronomie dar, insbesondere im äquatorialen Koordinatensystem. Er liegt definitionsgemäß unendlich weit entfernt. Die Richtung zu ihm ist deshalb von jedem Punkt der Erdumlaufbahn aus dieselbe. Aufgrund der Präzession wandert der Frühlingspunkt auf der Ekliptik stetig in westlicher Richtung und benötigt für einen vollen Zyklus etwa 25.800 Jahre.

Der seltene Begriff Widderpunkt wird in der Astrologie verwendet, da der Frühlingspunkt den Beginn der zwölf Tierkreiszeichen, jeweils 30°-Abschnitte, bei 0° des Tierkreiszeichens Widder (Aries.svg) auf der Ekliptik markiert.[2]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Andreas Guthmann: Einführung in die Himmelsmechanik und Ephemeridenrechnung. 2. Auflage, Spectrum, Heidelberg 2000, ISBN 3-8274-0574-2.
  • Oliver Montenbruck: Grundlagen Der Ephemeridenrechnung. 7. Auflage, Spectrum, Heidelberg 2009, ISBN 978-3-8274-2291-0.
  • Manfred Schneider: Himmelsmechanik, 2. Auflage, Bibliographisches Institut, Mannheim / Wien / Zürich 1981, ISBN 3-411-01619-1.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. „Widder statt Fische“, Michael Feist, Hamburger Hefte Nr. 177/April 2016, Seite 35, ISSN 0177-1337.
  2. Jürgen Hamel: Begriffe der Astrologie. Verlag Harri Deutsch, Frankfurt am Main 2010, S. 263.