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Jürgen Hamel

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Jürgen Hamel (* 6. Juni 1951 in Stralsund) ist ein deutscher Historiker. Seine Forschungsgebiete waren die Geschichte der Astronomie im Mittelalter und der Frühen Neuzeit, der Zeit um 1800, die Geschichte der Astrophysik, Astronomie und Kulturgeschichte sowie die Geschichte astronomischer Instrumente. In neuerer Zeit arbeitet er zur Geschichte Pommerns im Mittelalter und in der frühen Neuzeit.

Leben und Wirken

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Die Archenhold-Sternwarte in Berlin,
Hauptwirkungsstätte von Jürgen Hamel

Nach einer Lehre als „Chemielaborant mit Abitur“ studierte Jürgen Hamel Philosophie, Geschichte und Pädagogik an der Karl-Marx-Universität Leipzig und war anschließend Hochschullehrer an der Universität Rostock. Hier war er Mitglied der Arbeitsgruppen Heinrich Vogels zu philosophischen Problemen der Naturwissenschaften und Martin Guntaus zur Geschichte der Naturwissenschaften. In Rostock wurde er 1982 mit einer Arbeit zur Frühgeschichte der Astrophysik promoviert.

Von 1978 bis 1991 arbeitete Hamel an der Archenhold-Sternwarte als Schüler von Dieter B. Herrmann. Waren erste Arbeiten noch der Philosophie gewidmet, beruhten weitere Veröffentlichungen auf ausgedehnten Quellenstudien und boten umfangreiches bibliografisches Material zur Astronomie, wobei das späte Mittelalter, die frühe Neuzeit und das 18./19. Jahrhundert im Mittelpunkt standen. Zu diesen Themen veröffentlichte Hamel zahlreiche Bücher sowie wissenschaftliche und populärwissenschaftliche Aufsätze.

Neben seiner wissenschaftlichen Arbeit engagierte sich Hamel auch für die Popularisierung der Astronomie, hielt zahlreiche Vorträge im Rahmen der URANIA – Gesellschaft zur Verbreitung Wissenschaftlicher Kenntnisse und war tätig in der Redaktion der vom Kulturbund der DDR herausgegebenen Zeitschrift Astronomie und Raumfahrt. Seit 1990 war Hamel Mitarbeiter an der Herausgabe der Gesammelten Werke von Nikolaus Kopernikus und Johannes Kepler. Im Rahmen eines Stipendiums der Gerda Henkel Stiftung bearbeitete er 1996 „Die erste deutsche Übersetzung des astronomischen Hauptwerkes von Nicolaus Copernicus 1586“. Von 1998 bis 2000 war er am Museum für Astronomie und Technikgeschichte in Kassel tätig. Viele Jahre lang hielt er Vorlesungen zur „Geschichte der Astronomie“ und zur „Einführung in die Astronomie“ an der Universität Landau. Weiterhin kuratierte Hamel zahlreiche museale Ausstellungen an der Archenhold-Sternwarte Berlin, der Württembergische Landesbibliothek Stuttgart, der Universitätssternwarte Wien dem Stralsund Museum, dem Vineta-Museum Barth und übernahm Teilbereiche für weitere Ausstellungen. Einen großen Umfang der Arbeit Hamels nahmen Inventarisierungen von Sammlungen wissenschaftlicher und technischer Instrumente (Nautik, Artillerie) sowie historischer Sonnenuhren.

Am 17. Mai 2001 wurde Hamel zum Mitglied der Leibniz-Sozietät gewählt. Im Jahre 1998 begründete er zusammen mit Wolfgang R. Dick die wissenschaftliche Schriftenreihe Acta Historica Astronomiae[1] und war bis Band 72 (2024) ihr Mitherausgeber. 2016 übernahm er die Chefredaktion der Zeitschrift Astronomie + Raumfahrt im Unterricht.

Seit etwa 2010 widmet sich Hamel vorrangig der Geschichte Pommerns, besonders des Gebietes Vorpommerns, einschl. Rügens im Mittelalter und der frühen Neuzeit zu. Im Mittelpunkt seines Interesses steht die Geschichte des Fürstenhauses von Rügen, des Lebens und Wirkens von Herzog Bogislaw XIII. von Pommern in Barth und der Stadt Barth. Im Jahre 2016 begründete er gemeinsam mit Stephanie Patrizia Mählmann die Reihe der „Veröffentlichungen des Stadtarchivs Barth“ (bis 2025 6 Bände).[2] Im Jahre 2019 wurde er zum Verantwortlichen Redakteur des wissenschaftlichen Jahrbuchs für Geschichte Pommerns, Baltische Studien, berufen und 2024 berief ihn die Historische Kommission für Pommern zu ihrem Mitglied.

Hamel ist verheiratet mit der Kinderärztin Marita Künne und lebt heute in der Nähe von Barth (Mecklenburg-Vorpommern).

Schriften (Auswahl)

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Einführungen in die Geschichte der Astronomie
Biografien und Spezialthemen
Klassikerstudien
Kritiken zur Astrologie
  • Wolfgang R. Dick, Dietmar Fürst (Hrsg.): Lebensläufe und Himmelsbahnen. Festschrift zum 60. Geburtstag von Jürgen Hamel. Darin: Dieter B. Herrmann, Laudatio Jürgen Hamel, S. 9-14 (= Acta Historica Astronomiae. Band 52). Leipzig 2014, ISBN 978-3-944913-42-1.

Fußnoten und Einzelnachweise

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  1. Wolfgang R. Dick, Jürgen Hamel (Hrsg.): Acta Historica Astronomiae, ISSN 1422-8521. Auf Universitätsverlag Leipzig, abgerufen am 3. Januar 2019.
  2. Veröffentlichungen des Stadtarchivs Barth, Universitätsverlag Leipzig